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Neues Bankkonto? Darauf ist zu achten

Finanzen. Zu hohe Gebühren, unzureichende Leistung oder unfreundlicher Kundenservice: Es gibt viele Gründe, warum man die Bank wechseln möchte. Mittlerweile gestaltet sich ein Wechsel nicht mehr schwierig, jedoch sollte man sich vorab sicher sein, dass man von der neuen Bank als Kunde akzeptiert wird. Zudem sollte die Wahl des neuen Geldinstitutes wohl überlegt sein, denn der Markt offeriert momentan attraktive Gesamtpakete für Bankkunden.

Die Wahl der Bank - darauf kommt es an

Zuverlässigkeit, Information, transparente Preispolitik, gute Leistung, Erreichbarkeit und freundlicher Kundenservice - das ist den Kunden wichtig. Der Aspekt der Zuverlässigkeit betrifft die Bonität des Geldinstitutes genauso wie die Abwicklung verschiedener Services. Eine gute Bank weist Erfahrung auf und wirtschaftet solide. Denn das Geld, das auf dem Girokonto lagert, wird nicht in einem Tresor verwahrt, sondern von der Bank für verschiedenste Geschäfte genutzt . Geht sie pleite, ist oft auch das Geld der Kunden weg. Deshalb sollte man ein Geldinstitut wählen, dass sein Business versteht und gleichzeitig die Abwicklung der Kundengeschäfte problemlos bewältigt. Eine weitere wichtige Frage: Bietet die Bank ausreichend Möglichkeiten, an Geld und Serviceleistungen zu kommen? Überweisungen, Geld abheben, Einzahlungen - die meisten dieser Dinge lassen sich über einen Automaten tätigen. Das Geldinstitut sollte deshalb über ein breites Automatennetz und - für diejenigen, die den persönlichen Service einer Filialbank schätzen - über ein hinreichendes Filialnetz verfügen. Wichtig ist, dass sich die Filialen beziehungsweise Automaten in der Nähe des Wohnortes oder dort, wo man sich öfter aufhält, befinden. Die meisten Geldinstitute gehören zu einem der Bankverbünde , um ein größeres Netz an Geldautomaten bereitzustellen. Die Automatennetze im Überblick:

Das Sparkassennetz ist mit fast 25.000 Automaten der 422 deutschen Sparkassen das dichtesteDas BankCard ServiceNetz (Volks- und Raiffeisenbanken, PSD Banken) offeriert circa 19.500 AutomatenDie Cash Group ist die Gruppe der Privatbanken (Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank, HypoVereinsbank) und bietet 9.000 Geräte und Abhebemöglichkeiten an 1.300 Shell-TankstellenCashpool (Sparda-Banken, Targobank, Santander, National-Bank) bietet rund 3.000 Automaten in DeutschlandDas macht ein gutes Konto aus

Genauso wichtig wie die Zuverlässigkeit des Institutes sind die Konditionen des Girokontos. Der Markt offeriert mittlerweile viele verschiedene Produktangebote. Deshalb sollten die wichtigsten Merkmale des Kontos geprüft und in Bezug auf die eigenen Ansprüche nach Wichtigkeit sortiert werden. Die wichtigsten Kriterien:

Preis-Leistungs-Verhältnis - Was bietet das Konto und zu welchem Preis? Hier kommt es vor allem auf versteckte Gebühren an.Zinsen und Dispo-MöglichkeitenPreis-Leistungs-Verhältnis

Trotz undurchsichtiger Gebührenpolitik und vieler versteckter Service-Kosten gibt es immer noch Banken, die ein gänzlich kostenfreies Girokonto offerieren. Das der Norisbank zum Beispiel enthält neben der gängigen Girocard auch eine kostenlose Kreditkarte, wobei auch das Abheben von Bargeld gebührenlos ist. Immer mehr Banken erheben mittlerweile Gebühren für die Abhebung am Automaten - einige beschränken dies auf die Abhebung im Ausland, andere verlangen auch innerhalb Deutschlands Servicegebühren. Wichtig ist deshalb, das Kleingedruckte gewissenhaft zu lesen und versteckte Kosten für Services wie Geldabhebung und -einzahlung, Überweisung oder Kartennutzung aufzudecken. Ein Konto muss nicht unbedingt gänzlich kostenfrei sein, um gut zu sein. Der Preis, den man als Kunde bezahlt, sollte jedoch im Verhältnis zur Serviceleistung stehen.

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Dispo-Möglichkeiten und Zinsen

Für viele Kunden ist es wichtig, im Notfall einen Dispositionskredit in Anspruch nehmen zu können. Das bedeutet, dass sie mit ihrem Girokonto bis zu einem gewissen Betrag ins Minus gehen dürfen. Der Dispositionskredit, kurz Dispo, muss allerdings verzinst zurückgezahlt werden. Verglichen mit anderen Ländern in der Eurozone ist der Zinssatz in Deutschland recht niedrig. Der durchschnittliche Dispozins liegt momentan bei rund 9 Prozent, viele Banken erheben lediglich 4 bis 6 Prozent. Manche Institute verlangen jedoch bis zu 13,75 Prozent und liegen damit weit über dem Durchschnitt. Wer ein Konto mit Dispo-Option in Betracht zieht, sollte zudem darauf achten, dass keine unzulässigen Gebühren - etwa für die Bearbeitung oder pauschale Überziehungsbeträge - verlangt werden.

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