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Macht die Digitalisierung den Beruf Buchhalter bald überflüssig?

Kein Unternehmen ohne eine ordentliche Buchhaltung. Um diesen Grundsatz kommen eingetragene Kaufleute nicht herum, denn schließlich ist die kaufmännische Buchführung hierzulande Pflicht. Für Unternehmen bedeutet das nicht nur einen hohen Zeitaufwand, sondern auch zusätzliche Kosten.

Doch wie in vielen anderen Bereichen des Lebens soll die Digitalisierung auch hier Abhilfe schaffen - und die Buchhaltung automatisieren. Was aber soll dann aus dem klassischen Beruf des Buchhalters werden? Einnahmenüberschussrechnung (kurz EÜR genannt), alljährliche Abschlussbilanz, Jahresabschlussrechnung - die Buchhaltung lässt grüßen! Wer kein Ärger mit dem Finanzamt haben möchte, muss diese ordnungsgemäß und fast schon penibel erledigen.

Erreicht das Unternehmen eine gewisse Größe, wird auch noch die doppelte Buchführung fällig . Bei der Buchhaltung Zeit und Geld sparen, wünscht sich jeder Unternehmer - und genau dabei soll die Buchhaltung 4.0 helfen. Damit können die meisten Buchhaltungsvorgänge von der IT automatisiert bewältigt werden. Um Buchhaltung 4.0 im Unternehmen einführen zu können, bedarf es lediglich einer entsprechenden Buchhaltungssoftware. Diese entwickelt das klassische Buchhaltungssystem weiter und setzt genau an dessen Schwachstellen an.

Das Buchhaltungssystem in Verbindung mit entsprechender Buchhaltungssoftware kann dem Buchhalter je nach Funktionsumfang zahlreiche Aufgaben abnehmen. Doch wozu braucht man dann überhaupt noch einen Buchhalter? Die Antwort: weil Buchhaltung 4.0 den Beruf nicht zum Aussterben bringt, sondern ihn vielmehr verändert.

Für komplexe Buchungen wird nämlich auch in Zukunft die Expertise von Fachleuten gefragt sein. Zudem wird der Buchhalter Aufgaben wie Überwachung und Kontrolle des Systems sowie die digitale Pflege übernehmen müssen. Prognosen zufolge wird sich die neue Art der Buchhaltung in Zukunft dennoch durchsetzen. So sollen einer aktuellen Studie der renommierten University of Oxford zufolge in den nächsten 25 Jahren rund 47 Prozent der Jobs aufgrund von Digitalisierung verschwunden sein - dazu gehört auch der klassische Buchhalter. Noch konkreter wird eine etwas ältere Studie der Universität.

Demnach sollen rund 98 Prozent aller Buchhaltungsberufe durch die neue Technologie überflüssig werden - eine Zahl, die wohl etwas übertrieben erscheint. Schließlich sollte man bedenken, dass es bei der Buchhaltung 4.0 um die Automatisierung und die digitale Bewältigung von Routineaufgaben (die Betonung liegt auf "Routine") der Buchführung geht - ganz ohne menschliche Hilfe geht Buchhaltung dann doch (noch) nicht.

Mut zum Umdenken wird bei der Einführung der Buchhaltungssoftware im Unternehmen dennoch fast schon vorausgesetzt. Schließlich wird damit das traditionelle Buchhaltungssystem völlig auf den Kopf gestellt und die einzelnen Vorgänge grundsätzlich verändert. Inzwischen ist auf dem Markt eine Vielzahl an unterschiedlichen Buchhaltungssoftwares zu finden, die je nach Unternehmensgröße eine echte Bereicherung sowohl für bereits etablierte Unternehmen als auch Freiberufler und Startups sein können. Einige von ihnen können sogar kostenlos online getestet werden .