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| 11:36 Uhr

Lebensversicherung
Lukrativer Zweitmarkt: Beim LV-Verkauf umsichtig vorgehen

FOTO: Pixabay / Free-Photos
Wer sich von seiner Lebensversicherung trennen will, sollte statt einer Kündigung den Verkauf des Vertrages in Erwägung ziehen. Neben dem höheren Ertrag sprechen weitere Argumente dafür - zumindest wenn ein seriöser Anbieter in Anspruch genommen wird.

Wer sich von seiner Lebensversicherung trennen will, sollte statt einer Kündigung den Verkauf des Vertrages in Erwägung ziehen. Neben dem höheren Ertrag sprechen weitere Argumente dafür - zumindest wenn ein seriöser Anbieter in Anspruch genommen wird.

Nicht alle der oft mit großen Erwartungen abgeschlossenen Lebens- oder Rentenversicherungsverträge kommen überhaupt zur regulären Auszahlung, auch wenn eine vorzeitige Kündigung mit finanziellen Einbußen verbunden ist. Die Gründe sind vielfältig, einerseits gibt es angesichts der langen Niedrigzinsphase mit Sicherheit Anlagemöglichkeiten die attraktiver sind, andererseits können sich die Lebensumstände der Versicherten verändern oder eine Kapitalspritze notwendig werden. In diesen Fällen eröffnen sich verschiedene Möglichkeiten, an das im Vertrag angesparte Vermögen heranzukommen - die Kündigung ist in der Regel die schlechteste.

Vertrag kündigen - Nachteile im Vorfeld bedenken

Jeder Vertrag zur Lebens- oder Rentenversicherung kann mit Monatsfrist gekündigt werden - am besten zum Ende des Versicherungsjahres, dann macht der Rückkaufswert nämlich noch einmal einen Sprung nach oben. Trotzdem wird der Auszahlungsbetrag meist unter der Summe der eingezahlten Beiträge liegen, fallen doch insbesondere in den ersten Jahren erhebliche Vertriebskosten und darüber hinaus Verwaltungskosten sowie Risikobeiträge für den Todesfallschutz und eventuelle weitere Zusatzversicherungen an. Dieser Versicherungsschutz geht selbstredend mit einer Kündigung verloren, es lohnt sich also, alle Alternativen in Betracht zu ziehen.

Vertrag beleihen - Lösung für kurzfristigen Bedarf

Im Gegensatz dazu bleibt der Risikoschutz beim Beleihen des Vertrages erhalten: Eine Bank oder die Lebensversicherung selbst stellen ein endfälliges Darlehen zur Verfügung, der Lebens- oder Rentenversicherungsvertrag wird für die Zeit abgetreten. Allerdings sind in diesem Fall natürlich Zinsen zu bezahlen - und das für die gesamte Laufzeit in voller Höhe, da eine ratierliche Tilgung nicht vorgesehen ist. Zum Ablauf des Darlehens ist der komplette Betrag zurückzuführen und der Versicherte erhält seine Police zurück.

Vertrag verkaufen - hoher Erlös bei Erhalt des Versicherungsschutzes

Spezialisierte Unternehmen kaufen die Verträge aufnehmen die Position des Versicherungsnehmers ein und entscheiden über den weiteren Verlauf. Erfahrungsgemäß können Versicherte so wenigstens drei bis fünf Prozent mehr als bei einer regulären Kündigung erlösen. Darüber hinaus geht der Versicherungsschutz einer Lebensversicherung nicht generell verloren: Wird der Vertrag vom Käufer weitergeführt, genießt der Versicherungsnehmer auch weiterhin die festgelegten Absicherungen.

FOTO: Pixabay / Andi Breit

Sollte die versicherte Person vorzeitig versterben, zahlen die Käufer die Todesfallsumme abzüglich Kaufpreis, zwischenzeitlichen Beitragsaufwand und Gebühren an die Hinterbliebenen aus. Sollten weitere Zusatzversicherungen vereinbart sein, werden diese entweder vom Käufer gekündigt oder gegen einen Kaufpreisabschlag weitergeführt. Darüber sollten sich die Verkäufer im Vorfeld genau erkundigen, um bei Bedarf für anderweitigen Versicherungsschutz sorgen zu können.

Wichtige Tipps zum Verkauf von Lebensversicherungen

Weitere Überlegungen sollten der Besteuerung gelten: Alle vor 2005 abgeschlossenen Verträge genießen in der Regel Steuerfreiheit, allerdings müssen sie dafür bereits seit 1996 einen Todesfallschutz aufweisen, der sich auf mindestens 60 Prozent der Beiträge beläuft. Sämtliche Verträge mit Beginn ab 2005 werden der Kapitalertragsteuer unterworfen. Um nach dem Verkauf nicht böse überrascht zu werden, empfiehlt sich die rechtzeitige Konsultation eines Steuerberaters.

Auch dem Unternehmen selbst sollten Interessenten Augenmerk widmen, denn nicht alle am Markt agierenden Unternehmen sind als seriös einzuschätzen. Wie die Spezialisten der Winninger AG bestätigen, gehen Interessenten auf Nummer sicher, wenn sie ein Mitglied des Bundesverbandes Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherung e.V. (BVZL) konsultieren. Schon mit der Aufnahme in diesen Branchenverband gehen die Unternehmen zahlreiche Verpflichtungen in Bezug auf Transparenz, Qualität und Seriosität ein. Sie befassen sich mit dem Ankauf von Policen, die wenigstens einen Rückkaufswert von 10.000 Euro aufweisen und binden in die Abwicklung Treuhänder ein.

FOTO: Pixabay / Epicioci

Nicht alle Lebens- und Rentenversicherungen können problemlos verkauft werden: Bei Kapitallebensversicherungen tun sich die Aufkäufer deutlich leichter als bei den Rentenversicherungen oder fondsgebundenen Alternativen, die wegen der schwankenden Kurse der Fondsanteile ein erhebliches kalkulatorisches Risiko darstellen. Der Ertrag von Rentenversicherungen wiederum ist schwieriger zu ermitteln, oft genug ist dann die Kündigung lukrativer als der Verkauf.

Fazit: Lebensversicherung verkaufen - so gehen Interessen am besten vor:

1. Abhängig vom konkreten Grund beste Variante ermitteln

2. Markt sondieren und im BVZL organisierten Anbieter auswählen

3. Daten eingeben und Angebot anfordern

4. Versicherungsschutz prüfen, bei Bedarf durch Verkauf aufgerissene Lücken schließen

5. Vertrag verkaufen und Gewinn generieren