Wer seine eigene Psyche überlistet, spart leichter Geld. So lautet die Theorie. Insgesamt hat die menschliche Psychologie einen nicht geringfügigen Anteil beim Sparen – oder natürlich beim Geldausgeben. Insbesondere während einer unsicheren Gemütslage und in instabilen Lebenssituationen tendieren Menschen jedoch dazu, ihr Geld zu horten.

So berichtete der Spiegel im April über eine Studie, die in der Fachzeitschrift Journal of Personality and Social Psychology behandelt wurde und deren Ergebnis exakt zu diesem Phänomen führte. So würden Menschen, die sich Sorgen um ihre Lebensumstände machen, anfangen zu sparen, weil sie mit einer möglichen Notsituation rechnen und die eigene Zukunft absichern wollten.

Dieses menschliche Verhaltensmuster zeigt die Verknüpfung des psychologischen Aspekts mit dem Sparverhalten. Das ist per se nicht negativ, da diese Tatsache auch zum Vorteil genutzt werden kann. Möglich machen es die manipulierbaren und lernfähigen Eigenschaften der menschlichen Psyche.

Gesundes Verhaltensmuster aufbauen

Um effizient und vor allem langfristig Geld zu sparen, ist das Etablieren eines gesunden Verhaltensmusters unabkömmlich. Das Vermeiden von finanzieller Verausgabung und das Gewährleisten von effektivem Sparen liegen einem gründlichen Sparplan zugrunde, der auf psychologischer Ebene verankert werden muss. So etwas passiert natürlich nicht über Nacht und erfordert ein gewisses Maß an Disziplin.

Zunächst ist es wichtig, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie viel Geld für die laufenden Kosten benötigt wird und welche Summe problemlos zur Seite gelegt werden kann. Viele Menschen haben keinen Überblick über den eigenen Finanzhaushalt und können nicht vernünftig einschätzen, welche Ausgaben monatlich gedeckt werden müssen und wie viel Geld ausgegeben werden kann. Aus diesem Grund kommt es am Ende des Monats zu finanziellen Engpässen.

Eine Kalkulation mit der Auflistung aller monatlichen Kosten – etwa Miete, Strom, Telefon, Versicherungen – ist hilfreich, um einen generellen Überblick zu bekommen. Solch ein Sparplan fördert zudem die Vermeidung von Impulskäufen.

Zielsetzung und Belohnungssystem

Steht der Sparplan, ist der erste und essenziellste Schritt für erfolgreiches Sparen getan. Im weiteren Verlauf ist das Festlegen von klaren Sparzielen die nächste Hürde, die genommen werden muss. An dieser Stelle müssen unbedingt realistische Ziele gesetzt werden. Artet die Zielsetzung ins Utopische aus, führt dies zu demotivierenden Konsequenzen, die sich sofort auf den psychologischen Gemütszustand niederschlagen.

Wenn ein großes Sparziel angestrebt wird, sollte dieses in kleinere Etappen angegangen werden. Das Erreichen von mehreren kleineren Zielen ist wesentlich einfacher und führt zu einer befriedigenden Wirkung der Psyche. Glückshormone wie Endorphine werden im Gehirn freigesetzt und können zum eigenen Vorteil genutzt werden.

Immer wenn Sparziele erreicht werden und sich Glückgefühle breitmachen, kann dieser Prozess als Belohnungssystem etabliert werden. Das übergeordnete Ziel vom Sparen ist, so paradox es klingen mag, das Geld wieder auszugeben. Diese Vorgehensweise muss nur in geordneten Bahnen ablaufen und darf nicht ausufern.

Dieses Belohnungssystem kann erweitert werden, indem innerhalb der Zielsetzung genau geschaut wird, welche Anschaffungen angestrebt werden. Ein neues Auto ist trotz kleiner Etappen finanziell anstrengender zu stemmen als ein neuer Laptop. Die realistischen Ziele sollten daher durchdacht erworben werden.

Angebote und Schnäppchen auf Portalen wie Mein-deal.com bieten die Möglichkeit an, die angepeilten Sparziele mit geringen Ausgaben zu verbinden. So werden das eigene Verhalten belohnt und die Finanzen geschont.

Ohne die Festlegung von Zielen werden das Interesse und der Fokus verlorengehen und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass schlechte Geldentscheidungen getroffen werden.

Automatisierte Prozesse

Wurde ein gesundes Verhaltensmuster und eine Zielsetzung effizient umgesetzt, darf sich auf diesen Teilerfolgen nicht ausgeruht werden. Das kreierte System ist noch instabil und kann leicht gekippt werden. Daher ist es unumgänglich, dass die Finanzprozesse eine Automatisierung durchlaufen. Dieses Unterfangen kann nur durch Beständigkeit und Disziplin umgesetzt werden. Die Balance aus Sparzielen und Belohnung hilft dabei.

Sind die einzelnen Prozesse automatisiert, entsteht auf Dauer eine Art Routine und der psychologische Stress wird von Monat zu Monat geringer. So können beispielsweise Daueraufträge für Miete und Telefon oder Sofortüberweisungen getätigt werden. Das verhindert, dass die gesteckten Sparziele verlorengehen und das Sparverhalten bleibt auf Kurs. Gleichzeitig wird die Gefahr gemindert, dass bestimmte Rechnungen in Vergessenheit geraten.

Gefahr durch Kartenzahlungen

In der modernen Gesellschaft verschiebt sich das Bezahlen immer weiter in den digitalen Kosmos, was eine immense Gefahr für das eigene Sparverhalten und den psychischen Gemütszustand bedeutet. Die Zahlung mit Kreditkarte oder anderen Bezahldiensten ist bequem und verlockt zum Geldausgeben, da die Ausgaben nicht direkt spürbar sind.

Menschen neigen dazu, weniger auszugeben, wenn mit Bargeld gezahlt wird. Das Bezahlen via Kreditkarte oder mit digitalen Zahlungsmethoden geht schnell von der Hand. Bargeld ist analog und greifbar. Ist kein Geld mehr im Portemonnaie, kann es nicht ausgegeben werden – eine logische Konsequenz, die beim Sparen helfen wird.

Mit dem Sparkonto zum Erfolg

Ein konventioneller Weg, um über die Psyche Geld zu sparen, ist das sogenannte Wechselgeldsparen. Bei jeder Abbuchung oder Überweisung vom Girokonto wird auf den nächsten vollen Euro oder auch auf die nächstgelegene Summe aufgerundet. Die dadurch entstandene Differenz landet auf einem eingerichteten Sparkonto.

Beispiel: Wird beim wöchentlichen Lebensmitteleinkauf 70,20 Euro bezahlt, wandern 80 Cent direkt auf das Sparkonto. Das mag auf den ersten Blick marginal wirken, kann sich über eine gewisse Zeitspanne jedoch läppern, bis eine stattliche Summe zusammengekommen ist.

Aus psychologischer Sicht hat die Idee, Wechselgeld beiseitezulegen und nebenbei zu sparen, einen generellen Mehrwert. Eine direkte Zahlung einer recht hohen Summe bringt immer negative Gefühle mit. Beim Wechselgeldsparen wandern sehr kleine Beträge ab, die nicht spürbar ins Gewicht fallen.

Dieser verhaltensökonomische Aspekt wirkt sich direkt auf die Psyche aus, die bei dieser Art des Sparens nicht negativ belastet wird. Denn normalerweise erfordert jede Sparentscheidung eine aktive Überwindung. Solch eine Überwindung ist ein Vorgehen wider die Natur des Menschen. Es ist gleichzusetzen mit dem allgegenwärtigen Kampf, zum Sport zu gehen und den inneren Schweinehund zu überwinden.