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| 14:56 Uhr

Großbrief, Maxibrief, Kompaktbrief
Ein Wegweiser durch den Tarifdschungel des Briefgeschäfts

Ein Wegweiser durch den Tarifdschungel des Briefgeschäfts
Ein Wegweiser durch den Tarifdschungel des Briefgeschäfts FOTO: Pixabay / maxmann
Die früher einsetzende Dunkelheit und die ersten kalten Tage erinnern uns daran: in zwei Monaten beginnt die Weihnachtszeit. Noch dekorieren die Urlaubspostkarten der Freunde die heimische Pinnwand.

Doch bald ist es wieder an der Zeit, Advents- und Weihnachtsgrüße zu versenden – und das eben meist im Briefformat. Aber welches Porto zahlen Sie, wenn Sie Ihren diesjährigen Rundbrief verschicken? Und auf welches Umschlagformat sollten Sie diesen falten?

Diese Kriterien entscheiden, wie teuer Ihr Brief ist

Die Deutsche Post kennt vier verschiedene Arten von Briefen: den Standardbrief, den Kompaktbrief, den Großbrief und den Maxibrief. Diese Briefe unterscheiden sich nicht nur nach Ihrem Maximalgewicht, sondern auch nach Länge, Breite und Dicke. Je nach Gewicht und Maßen ist dann ein entsprechendes Porto zu entrichten: Der Standardbrief kostet nur 70 Cent, der Maxibrief hingegen 2,60 Euro.

Wenn Sie ermitteln wollen, wieviel Porto Sie für Ihren Brief zahlen müssen, müssen Sie sich also nach verschiedenen Maßen richten: nach Gewicht, Länge, Breite und Dicke. Das bedeutet leider auch, dass Sie mehr Porto zahlen müssen, wenn Ihr Brief die Vorgaben eines Briefformates überschreitet.

Nehmen wir an, Ihre Tochter hat eine quadratische Weihnachtskarte gebastelt. Diese wiegt zwar weniger als 20 Gramm, ist aber 13cm lang und breit. Damit passt sie weder in einen Standardbrief noch in einen Kompaktbrief – sie müssen leider das höhere Porto für einen Großbrief bezahlen.

Der Standardbrief

Die Rechnung vom Klempner, das Schreiben von der Behörde oder die Postkarte im Briefumschlag wird gewöhnlich als Standardbrief versendet. Dieser kostet 70 Cent und darf bis zu 20 Gramm wiegen. Das sind bei normaler Seitenstärke drei DIN A4-Seiten.

Die Länge des Standardbriefes muss zwischen 14 und 23,5 Zentimetern betragen, die Breite zwischen 9 und 12,5. Jetzt wird es kompliziert: Innerhalb der vorgegebenen Maße muss der Brief mindestens 1,4-mal so lang sein wie breit. Damit ist eine quadratische Form ausgeschlossen – der Standardbrief wird immer die Gestalt eines liegenden Rechteckes haben. Er darf außerdem maximal 0,5 Zentimeter dick sein.

Der Standardbrief ist ideal für eine Weihnachtskarte im gängigen Format. Wiegen Sie Ihre Karte und prüfen Sie, ob der Brief samt Karte das Maximalgewicht von 20 Gramm nicht überschreitet. Das kann manchmal vorkommen, wenn die Karte aus dickerem Material ist. In dem Fall zahlen Sie einfach 15 Cent mehr und kaufen einen Kompaktbrief.

Ein kleiner Tipp: Es kann sein, dass Ihre Weihnachtsbasteleien nicht dem vorgegebenen Format entsprechen – zum Beispiel dann, wenn sie quadratisch sind. Vielleicht sind sie aber trotzdem klein genug, um in einen länglichen Briefumschlag zu passen. Probieren Sie das unbedingt aus – vielleicht können Sie ja Porto sparen.

Der Kompaktbrief

Der Kompaktbrief ist mit 85 Cent nur unwesentlich teurer als der Standardbrief. Dafür darf er mit 50 Gramm aber bedeutend schwerer und mit 1 Zentimeter doppelt so dick sein wie die günstigere Variante. Das Gewicht reicht im Normalfall für bis zu acht DIN A4-Seiten.

Auch die Maße weichen etwas ab: Der Kompaktbrief muss zwischen 10 und 23,5 Zentimetern lang und zwischen 7 und 12,5 Zentimetern breit sein. Auch hier gilt die Vorgabe, dass der Brief mindestens 1,4-mal so lang wie breit sein muss.

Der Kompaktbrief eignet sich besonders gut für Ihren Weihnachtsrundbrief, falls dieser mehr als drei Seiten lang ist oder Sie noch ein paar Fotos beilegen wollen.

Der Großbrief

Der Unterschied vom Kompakt- zum Großbrief ist wesentlich größer. Für den Großbrief ist ein Porto von bereits 1,45 Euro zu entrichten. Die Länge des Briefes muss zwischen 10 und 35,3 Zentimetern betragen, die Breite zwischen 7 und 25 Zentimetern. Die maximale Dicke beträgt 2 Zentimeter. Gewicht und Höhe ermöglichen damit den Versand von ungefähr 95 DIN A4-Seiten.

In einem Großbrief können Sie bereits richtige Geschenke verschicken. Zum Beispiel eine Wollmütze oder Stricksocken, wenn Sie diese nicht aufrollen. Nicht immer braucht es dafür ein Paket. Sparen Sie also Ihr Porto und investieren Sie dieses lieber am Glühweinstand – oder legen Sie dem Brief noch eine zusätzliche Tafel Schokolade bei.

Der Maxibrief

Die maximalen Längen- und Breitenmaße des Maxibriefes entsprechen denen des Großbriefes. Im Unterschied zum Großbrief darf der Maxibrief jedoch bis zu 5 Zentimeter dick und bis zu 1 Kilogramm schwer sein. Bei gängiger Papierstärke können Sie in einem Maxibrief 190 DIN A4-Seiten verschicken – und das für 2,60 Euro.

Die zulässige Dicke von 5 Zentimetern und das hohe Maximalgewicht erlauben es Ihnen, den Maxibrief in eine Weihnachtsüberraschung zu verwandeln. In einem Maxibrief können Sie vieles verschicken: Einen Adventskalender, Pralinen und Christbaumschmuck.

So groß sollte Ihr Briefumschlag sein

Die gängigen Formate von Briefumschlägen ergeben sich aus der Faltung von DIN A4-Blättern. Wenn Sie das Blatt zweimal falten (einmal horizontal, einmal vertikal), kommen Sie auf die Größe A6. Für diese benötigen Sie einen C6-Umschlag, dessen Seitenverhältnis an eine gewöhnliche Postkarte erinnert.

Falten Sie ein DIN A4-Blatt hingegen zweimal horizontal, wie es häufig bei offiziellen Anschreiben der Fall ist, haben Sie die Höhe ungefähr gedrittelt. In diesem Fall benötigen Sie einen Umschlag im DIN lang-Format (11x22 Zentimeter).

Das klingt sehr technisch – letztlich handelt es sich dabei aber um die gewöhnlichen Formate von Briefumschlägen, die Ihnen aus der täglichen Post vertraut sind. So sind Din lang-Umschläge häufig mit einem Sichtfenster versehen, durch das die Adresse auf dem Briefbogen sichtbar wird.

Sowohl Umschläge im Format DIN C6 und DIN lang können Sie als Standard- oder Kompaktbriefe versenden – sofern der Inhalt das Maximalgewicht nicht überschreitet. Möchten Sie dagegen Briefe im A5- oder im A4-Format versenden, benötigen Sie je nach Gewicht einen Groß- oder Maxibrief. Einmal mittig gefaltete DIN A4-Seiten entsprechen dem A5-Format.

Bei abweichenden Größen orientieren Sie sich einfach an den in der jeweiligen Kategorie vorgegebenen Maßen. Beachten Sie dabei, dass Sie Briefe in quadratischer oder beinahe quadratischer Form ausschließlich als Groß- oder Maxibrief versenden können.

Unser Tipp: Dekorieren Sie Ihren Weihnachtsbrief mit einer Weihnachtsbriefmarke

Weihnachten ist die Zeit der Sinne. Viele schätzen nicht nur den Duft von Glühwein und Zimtkeksen, sondern auch eine schöne Dekoration. Diese betrifft auch Ihre Weihnachtspost. Verzieren Sie Ihren Weihnachtsbrief doch mit ein paar goldenen Sternaufklebern und verwenden Sie eine Briefmarke mit einem weihnachtlichen oder winterlichen Motiv. Ob Christbaum, Rentier oder Schneemann – nicht nur Kinder freuen sich über eine rundum gelungene Überraschung.

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