Dem Internetkonzern Amazon ist mit seinem intelligenten Lautsprecher "Echo" ein echter Überraschungshit gelungen. Seit seiner Einführung 2014 wurden in den USA nach Schätzungen von Marktforschern bereits drei Millionen Stück des Gerätes verkauft. Echo liefert auf Anfrage nicht nur Informationen aus dem Internet wie Wettervorhersage oder Kochrezepte, sondern kann auch Artikel bei dem Online-Händler nachbestellen.

Nahezu grenzenlos werden die Möglichkeiten aber durch die Schnittstellen, über die Amazon Anbietern anderer Dienste den Zugang zu seiner sprechenden Assistentin Alexa öffnete. Damit kann man nicht nur vernetzte Hausgeräte steuern, sondern bekommt auch Zugriff auf alle möglichen Dienstleistungen und kann sich zum Beispiel eine Pizza oder ein Taxi bestellen. Inzwischen gibt es mit dem kleineren Modell "Echo Dot" und dem Bluetooth-Modell "Tap" eine ganze Produktfamilie für vernetzte Audio-Systeme.

Der Erfolg des "Echo" scheint erst der Anfang eines großen Trends zu sein. Google springt auf das Amazon-Prinzip mit dem eigenen Audio-System "Home" auf, das im Herbst auf den Markt kommen soll. Dahinter steckt ein neuer Google-Assistent aus der Cloud auf Basis künstlicher Intelligenz. Auch die Firma Apple macht ihre Sprachassistentin Siri schlauer. Sie wird ebenfalls mit anderen Diensten verknüpft. Siri könne dann etwa Nachrichten über Whatsapp verschicken oder mit der Fahrdienst-App Uber einen Wagen bestellen, sagte Apple-Vizepräsident Craig Federighi.

Siri wird nicht nur im iPhone, sondern auch in der Fernsehbox Apple TV verwendet. Zuletzt gab es das Gerücht, ein vernetztes Audio-System solle ebenfalls folgen. Mit den Geräten der zugekauften Marke Beats hätte Apple sogar eine Plattform dafür im eigenen Haus.

Die Hersteller vernetzter Audio-Systeme kündigen verstärkte Investitionen in Sprachsteuerung an. Amazons Echo werde den Zugang zu Musik, Wetterprognosen und "vielen, vielen anderen Dingen" beeinflussen, erklärte der Chef des Hersteller Sonos. Auch die Geräte seiner Firma verfügten bereits über die Infrastruktur für die neue Welt. So enthalte das neueste Modell "Play:5" zwei Mikrofone, die im Prinzip auch für ähnliche Funktionen, wie der Echo sie bietet, genutzt werden können.

Zur Schlüsselfrage der neuen Technik könnte aber der Datenschutz werden: Immerhin muss der Verbraucher dem Anbieter soweit vertrauen, dass er sich dazu bereiterklärt, die Mikrofone ständig laufen zu lassen. Entwickler sehen in dem Trend trotz der Bedenken große Chancen. So sagt der Chef des dänischen Lautsprecherherstellers Libratone: "Wenn die Spracherkennung funktioniert, ist es die ultimative Art, mit Technik zu kommunizieren."