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| 15:12 Uhr

Finanzen
Die Rentenreform: Was sie fürs Einkommen bedeutet

Junge Deutsche müssen privat vorsorgen
Junge Deutsche müssen privat vorsorgen FOTO: Pixabay / cocoparisienne
Ende August haben SPD und CDU das neue Rentenpaket der Öffentlichkeit vorgestellt – ein Paket, von dem nicht alle Bürger in gleichem Maß profitieren. Das betrifft besonders den Rentenversicherungsbeitrag und die neue Mütterente.

Die Interessen der jungen Einzahler von heute werden von der Reform kaum berücksichtigt, nur beim Arbeitslosenbeitrag sparen alle Beteiligten.

Im Zentrum der Reform: Die doppelte Haltelinie

Kern der Vereinbarung des Koalitionsausschusses ist die sogenannte doppelte Haltelinie:

Die erste Haltlinie ist die Garantie, dass das gesetzlichen Rentenniveau eine Untergrenze von 48 Prozent nicht unterschreiten wird.

Die zweite Haltelinie besteht darin, dass der Beitrag zur Rentenversicherung 20 Prozent nicht überschreiten darf. Gegenwärtig liegt er bei 18,6 Prozent des monatlichen Einkommens und wird je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.

Steigt der Rentenversicherungsbeitrag real auf 20 Prozent, bedeutet das für Bürger und Arbeitgeber eine Mehrbelastung von jeweils 0,7 Prozent. Konkret heißt das: Hat ein Arbeitnehmer ein mittleres Einkommen von 3.133 Euro, zahlt er monatlich 21,93 Euro drauf.

Beide Regelungen sollen bis zum Jahr 2025 gelten. An Reformideen für die Zeit danach arbeitet die Rentenkommission der Regierung.

Junge Deutsche müssen privat vorsorgen

Rentenpaket mit Haltelinien hin oder her: Eine private Zusatzvorsorge fürs Alter ist für die Deutschen wichtiger denn je, wenn sie später ihren Lebensstandard halten wollen. Volkswirtschaftler und Finanzdienstleister wie die MLP Finanzberatung oder etwa tecis werden nicht müde, auf die Notwendigkeit von Privatrenten, Aktienfonds und Riester-Renten hinzuweisen.

Die Unternehmen haben besonders die jungen Arbeitnehmer für sich entdeckt: So hat tecis gerade seine Webseite gerelauncht, der Auftritt präsentiert sich in modernem Look-and-feel, mit trendigen Models und Texten, die den Leser duzen. Die Nachricht dazu ist eindeutig: tecis und Co wollen die Digital Natives eindringlich darauf hinweisen, ihre Zukunft finanziell abzusichern.

Erweiterung der Mütterrente

Ein weiterer Teil der Rentenreform ist die Ausweitung der Mütterrente. Mütter sollen zukünftig einen halben Rentenpunkt pro Kind erhalten, ab dem ersten vor 1992 geborenen Kind.

Durch diese Neuregelung erhalten Mütter in Ost und West ein unterschiedliches Rentenplus, aufgrund verschiedener Punktwerte: In Westdeutschland ist ein Rentenpunkt zurzeit 32,03 Euro wert, im Osten 30,69 Euro. Demzufolge erhält eine Mutter aus dem Westen mit drei vor 1992 geborenen Kindern monatlich 48,05 Euro mehr, eine Mutter aus dem Osten mit derselben Anzahl gleichaltriger Kinder nur 46,04 Euro.

Senkung des Arbeitslosenbeitrags

Im Zuge der Rentenreform soll der Arbeitslosenversicherungsbeitrag ab 1. Januar 2019 um 0,5 Prozent sinken. Allerdings ist diese Senkung befristet: Ab Ende 2022 wird der Beitrag wieder um 0,1 Prozent erhöht.

Zurzeit zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 1,5 Prozent, zusammen also 3 Prozent.

Bei der Senkung des Arbeitslosenbeitrags von derzeit 3 Prozent machen sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber ein Plus: Beide müssen nur noch je 1,25 Prozent einzahlen, ab dem Jahr 2022 dann jeweils 1,3 Prozent – immer noch günstiger als die 1,5 Prozent, die sie aktuell aufbieten müssen.