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| 12:46 Uhr

Steuerpotential erkennen
Die besten Steuertipps für 2019

Auch 2019 kann es sich für viele Steuerpflichtige lohnen, eine Steuererklärung abzugeben. In vielen Fällen wird Steuersparpotential verschenkt, da nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Das führt dazu, dass man zu hohe Steuern nachzahlt oder die Rückerstattung über die private Einkommensteuererklärung zu gering ausfällt. Im folgenden Text haben wir die wichtigsten Steuertipps für 2019 zusammengefasst.

Nachweise sind wichtig

Vorab muss erwähnt werden, dass die objektive Beweispflicht beim Steuerpflichtigen liegt. Ausgaben, die steuermindernd geltend gemacht werden, müssen also auf Verlangen der Finanzverwaltung nachgewiesen werden. Der zuständige Bearbeiter beim Finanzamt kann jederzeit Unterlagen als Nachweis anfordern. Können diese nicht vorgelegt werden, kann das Finanzamt die entsprechenden Kosten streichen. Dies hat zur Folge, dass eine zu hohe Steuerlast entrichtet werden muss beziehungsweise, dass die Steuererstattung dann geringer ausfällt. Bei den meisten Steuerpflichtigen gilt das sogenannte Abflussprinzip. Dieses besagt, dass die Ausgabe dann steuermindernd berücksichtigt wird, wenn diese bezahlt wird. Daher bietet sich in vielen Fällen der Kontoauszug als Nachweis an, wo der Geldabfluss klar dokumentiert ist.

Unterschiedliche Einkunftsarten getrennt betrachten

In Deutschland gibt es sieben Einkunftsarten.

Dazu zählen:

  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit
  • sonstige Einkünfte

Wenn man von seinem Arbeitgeber Lohn oder Gehalt bezieht, erzielt man Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit. Zunächst muss man steuermindernde Ausgaben den einzelnen Einkunftsarten zuordnen. Das bedeutet, dass man inhaltlich entscheiden muss, bei welchen Einkünften die jeweilige Ausgabe angefallen ist. Diese Zuordnung kann vom Finanzamt auch angefochten werden.

Welche Ausgaben kann ich als Arbeitnehmer 2019 in meiner Steuererklärung beispielsweise angeben?

Arbeitsmittel

Wenn für die berufliche Tätigkeit Arbeitsmittel benötigt werden, können diese als Werbungskosten angesetzt werden. Wenn die Arbeit im Außendienst zum Beispiel einen Laptop erfordert, dann kann dieser in der Steuererklärung angegeben werden. Wenn Sie in 2019 die Steuererklärung für 2018 abgeben, können Anschaffungen bis zu 800 EUR zuzüglich Umsatzsteuer vollständig als Werbungskosten berücksichtigt werden. Es handelt sich dann um sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG). Sollte der Arbeitgeber einen Zuschuss für Arbeitsmittel zahlen, so muss dieser von den aufgewendeten Kosten abgezogen werden. Wenn Anschaffungen über 800 EUR netto getätigt werden (zum Beispiel teure Laptops, Smartphones etc.) können die Kosten dafür über Abschreibungsbeträge anhand der sogenannten amtlichen AfA-Tabellen über mehrere Jahre abgezogen werden. Für sämtliche Anschaffungen muss der geschätzte private Nutzungsanteil vorher herausgerechnet werden. Für private Aufwendungen gilt insgesamt ein Abzugsverbot.

Pauschale Kosten für Dienstreisen und andere Aufwendungen

Neben den tatsächlich gezahlten Kosten können unter Umständen auch pauschale Kosten geltend gemacht werden. Bei Dienstreisen, die länger als acht Stunden dauern, können beispielsweise pauschal 12 EUR als Verpflegungsmehraufwendungen angesetzt werden. Bei Dienstreisen über 24 Stunden können 24 EUR pro Tag berücksichtigt werden. Wenn eine Dienstreise mit dem privaten Pkw gefahren wird, können zudem 30 Cent pro gefahrenen Kilometer abgezogen werden. Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kann außerdem die Entfernungspauschale in Höhe von 30 Cent für die einfache Fahrtstrecke als Werbungskosten berücksichtigt werden. Daneben können auch weitere pauschale Kosten anfallen, zum Beispiel für dienstliche Nutzung des privaten Telefons, Portokosten oder sonstige Arbeitsmittel.

Arbeitszimmer und Bürobedarf

Stellt der Arbeitgeber keinen Büroarbeitsplatz zur Verfügung, können Aufwendungen bis zu 1.250 EUR pro Jahr für ein häusliches Arbeitszimmer angesetzt werden. Zu den möglichen Kosten zählen Miete, Nebenkosten und sonstige Aufwendungen wie zum Beispiel der Rundfunkbeitrag. Als Aufteilungsmaßstab ist die anteilige Fläche des Arbeitszimmers im Verhältnis zur Gesamtfläche zugrunde zu legen. Auch Bürobedarf, wie Druckerpatronen, Papier, Stifte, Ordner oder Software kann zur Steuerreduzierung herangezogen werden.

Umzugskostenpauschale

Wenn aufgrund von betrieblichen Veränderungen ein Umzug notwendig wird, kann auch 2019 eine Umzugskostenpauschale in Höhe von 764 EUR angesetzt werden. Für Verheirate verdoppelt sich dieser Betrag. Für jedes Kind erhöht sich der Betrag weiterhin um 337 EUR. Nachweise für tatsächlich geleistete Zahlungen sind nicht notwendig.

Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen

Auch Kosten für Arbeiten im Haushalt können die Steuerlast senken. Für von Handwerkern erbrachte Arbeitsleistungen und Fahrtkosten können bis zu 20.000 EUR angesetzt werden. Dies bringt einen Steuervorteil in Höhe von 20 Prozent, maximal aber 4.000 EUR. Aufwendungen für Material oder Werkzeuge dürfen nicht abgezogen werden. Die Zahlung muss per Überweisung erfolgen. Barzahlungen sind unzulässig. Mieter können diese Kosten anteilig anhand der Nebenkostenabrechnung ebenfalls angeben.

Spenden

Für steuerbegünstigte, gemeinnützige, wissenschaftliche, mildtätige oder kirchliche Vereinigungen kann auch in 2019 gespendet werden. Dabei können 20 Prozent der Aufwendungen als Sonderausgabe abgezogen werden. Seit 2017 genügt dafür ein vereinfachter Nachweis. Für Spenden bis zu 200 EUR ist ein Kontoauszug ausreichend.

Arzt- und Krankheitskosten

In einem aktuellen Urteil wurde entschieden, dass die zumutbare Belastungsgrenze stufenweise sinkt. Das hat zur Folge, dass es sich lohnen kann, Arztrechnungen, Apothekenquittungen, Kosten für Zahnersatz oder andere ärztlich verordnete Hilfsmittel zu sammeln. Übrigens sind auch Fahrtkosten und Parkgebühren im Rahmen von Arzt- und Apothekenbesuchen absetzbar.