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Die Bank an der Seite der meisten Menschen

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Es gibt wohl kaum eine Bank in Deutschland, mit der so viele Menschen in ihrem Leben Kontakt haben - ohne es wirklich zu wissen oder jemals in einer ihrer Filialen gestanden zu haben. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau wurde 1948 gegründet, um genau das zu erreichen, was in ihrem Namen als Programm verankert ist. Deutschland lag nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern, allerorten musste die Infrastruktur, mussten aber auch private Häuser wieder aufgebaut werden.

Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wurden günstige Kredite vergeben und die Hilfen des Staats für die Bürger wurden über diese Bank abgewickelt.

Im Laufe der Zeit kamen etliche Aufgaben hinzu. Die KfW fördert die Investitionen von Bürgern, kommunalen Unternehmen sowie öffentlichen Einrichtungen im Inland. Außerdem finanziert sie Vorhaben deutscher und europäischer Unternehmen, damit sie sich auf weltweiten Märkten behaupten können. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau und die Deutsche Entwicklungsgesellschaft unterstützen den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt in Entwicklungs- und Schwellenländern, um die dortige Bevölkerung zu unterstützen. Und schließlich löst die KfW im Auftrag des Bundes besondere Aufgaben. Diese reichen von der Privatisierung deutscher Staatsunternehmen bis hin zur Abwicklung von DDR-Altlasten.

Der "normale" Bürger kennt die KfW in der Regel im Zusammenhang mit Sanierung und Neubau seines Zuhauses, aber auch, wenn er beispielsweise sein Haus besser gegen Einbruch sichert und dafür Fördermittel vom Staat in Anspruch nimmt .

Eine der wichtigsten Aufgaben der KfW ist die Förderung des privaten Wohnungsbaus mit zinsgünstigen Krediten. Damit fördert der Staat zum einen die Konjunktur, denn Investitionen in den privaten Wohnungsmarkt ziehen viele private Investitionen nach sich. Wo gebaut wird, wird Geld ausgegeben, da freut sich die Wirtschaft und die Menschen profitieren davon.

Gleichzeitig verbindet der Staat diese wirtschaftspolitische Förderung mit einer umweltpolitischen Zielsetzung. Gefördert werden nämlich nur private Bauvorhaben, die gewisse energetische Mindeststandards erfüllen. Kurz gesagt: Je mehr Energie ein neues Haus spart, desto günstiger ist die Förderung.

So bietet die KfW nicht nur zinsgünstige Darlehen mit langer Zinsbindung an, sondern gewährt auch satte Tilgungszuschüsse. Die Höhe des Tilgungszuschusses bemisst sich nach dem Energiestandard. Bauherren eines Effizienz-Haus-40 oder KfW40-Haus haben Anspruch auf einen Tilgungszuschuss von 10.000 Euro, bei einem KfW-55-Haus beträgt die Förderung bis zu 5.000 Euro, bei einem Effizienzhaus-40plus oder KfW-40plus-Haus sogar bis zu 15.000 Euro. Die Effizienz bezieht sich dabei auf die Energieeinsparverordnung und bedeutet: Ein KfW 40 Haus verbraucht nur 40 Prozent der Energie, die in der Energieeinsparverordnung (Enev) als Obergrenze für den Energieverbrauch definiert sind.

Zwar fördert die KfW nicht das komplette Bauvorhaben mit einem zinsgünstigen Kredit, aber pro Wohneinheit bis zu 100.000 Euro. Das Besondere: Die Förderung wird nicht in einer Filiale der KfW-Bank beantragt (die gibt es ohnehin nicht), sondern über die jeweilige Hausbank, die die KfW-Förderung mit ihrem eigenen Kredit verknüpft.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Förderung: Schon bei den Planungen sollte ein zertifizierter Energieberater die künftigen Hausherren unterstützen, nur so kann gewährleistet werden, dass das neue Eigenheim auch die Kriterien für eine Förderung erfüllt. Alternativ dazu bieten Fertighaus-Hersteller die entsprechenden Planungen schon in ihren Gebäudetypen mit an.