| 14:02 Uhr

Deutsche werten Sicherheit höher als Rendite

FOTO: andibreit / 20 images
Klassische Anlageformen wie Tagesgeld oder das Sparbuch sind trotz Niedrigzinsen immer noch die beliebtesten Sparformen der Deutschen. Das liegt unter anderem auch daran, dass sich bundesweit gerade einmal 22 Prozent gut informiert fühlen, welche anderen Möglichkeiten der Geldanlage es überhaupt gibt, so der von der Bank of Scotland. Von denjenigen, die sich über Geldanlagemöglichkeiten informieren, setzen knapp 80 Prozent auf das Internet, nur knapp über ein Drittel (36 Prozent) setzen auf Beratung vor Ort durch Bankberater oder andere Finanzexperten.

Sparverhalten abhängig vom Informationsstand

Nur jeder Zweite kontrolliert sein Portfolio regelmäßig und weiß, wie viel Geld er angespart hat. Auch die erwirtschaftete Rendite prüfen nur 30 Prozent aller Anleger regelmäßig. Trotzdem legt jeder Zweite regelmäßig etwas zurück. Je besser sich die Befragten über Sparmöglichkeiten informiert fühlten, umso höher die zurück gelegten Beträge. 13 Prozent legen pro Monat 500 Euro oder mehr auf die hohe Kante. Auch zukünftige Gehaltserhöhungen werden gedanklich sofort gespart. 36 Prozent der Befragten würden versuchen, das Geld an anderer Stelle zu sparen und 23 Prozent wären bereit, durch einen zusätzlichen Nebenjob Geld dazuzuverdienen, um mehr sparen zu können. Bei der Informationssuche setzt die Mehrheit auf das Internet und ein einfacher Online-Zugang und verständliche Anlageprodukte sind wichtige Kriterien, nach denen sich Sparer für oder gegen einen Anlage-Anbieter entscheiden.

Welche Anlageformen sind die beliebtesten?

Aktienanteile, Tagesgeld- und Festgeldanlagen sind bei den deutschen Sparern besonders beliebt. Besonderen Wert legt man auf einen ausgewogenen Mix aus Sicherheit und Rendite. Besonders risikobereit sind Männer und Personen mit einem Vermögen von mehr als 50.000 Euro. Über die Hälfte der befragten Sparer schätzten Sicherheit jedoch mehr als eine hohe Rendite. Trotzdem landet das Geld oft aus Gewohnheit auf dem Sparbuch. Vielen ist die Tatsache gar nicht bewusst, dass ihr Geld aufgrund der Inflationsrate, die höher ist, als die Verzinsung auf dem Sparbuch, an Wert verliert. Wer sein Geld zu höheren Zinsen anlegen möchte, sollte den Blick über den Tellerrand zu ausländischen Anbietern nicht scheuen. Festgeldanlagen bis zu 100.000 Euro sind im Europäischen Ausland durch die jeweilige nationale Einlagensicherung gemäß EU-Richtlinien abgesichert. Mittlerweile kümmern sich Anbieter um die Kontoeröffnung bei der ausländischen Bank, für den Anleger ist es nicht komplizierter als eine Kontoeröffnung bei einer Direktbank in Deutschland. Festgeldkonten können bequem über das Online-Banking Tool des jeweiligen Anbieters eingesehen werden. Die Rendite bei Fälligkeit steht schon bei Vertragsabschluss fest, wie auch bei deutschen Festgeldanbietern. Eine andere Alternative zu Sparbuch und Co. sind weltweite Indexfonds (ETFs), allerdings müssen Sparer hier auf die laufenden Kosten achten, die für das Depot oder den Handel mit den Produkten entstehen können. Auch Verwaltungs- oder Vermittlergebühren können dazu kommen. Trotzdem seien Indexfonds immer noch günstiger, als aktiv gemanagte Fonds, sagte Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale in Bremen.