Was ist Wichteln?

Seinen Ursprung findet das Wichteln in der skandinavischen und norddeutschen Weihnachtstradition. Das Herzstück dieses Brauchs sind die kleinen Wichtel. Diese helfen nicht nur jedes Jahr dem Weihnachtsmann alle Geschenke fertig zu bekommen, sondern überraschen auch gerne heimlich fremde Menschen mit kleinen Gaben.
Beim klassischen Wichteln, auch Julklapp genannt, werden deshalb die Wichtelgeschenke, ähnlich wie durch echte Wichtel, heimlich an den oder die zu beschenkende Person weitergegeben. Doch wie funktioniert das Wichteln eigentlich genau?

Wichtel-Regeln: Wie wird gewichtelt?

Um zu wichteln benötigt es nicht wirklich viel.

Ihr braucht zum Wichteln:

  • eine Gruppe die wichteln möchte
  • ein paar Zettel und Stifte
  • einen Beutel oder Hut
  • 2 Tage oder Abende zur Weihnachtszeit


Das macht ihr beim ersten Treffen

  1. Zuerst schreibt jede Person ihren Namen auf einen Zettel und faltet ihn so, dass der Name nicht zu lesen ist.
  2. Anschließend werden alle Zettel in einem Hut gesammelt.
  3. Jede Person zieht aus dem Hut einen Zettel und öffnet diesen heimlich. Sollte versehentlich der eigene Name gezogen worden sein, wird ein weiterer Zettel genommen und der eigene Name zurück in den Hut gesteckt.
  4. Legt einen Budgetrahmen und ein Thema fest. Wie teuer dürfen eure Geschenke werden? Wollt ihr lieber selbstgebastelte Geschenke verschenken? Sollen eure Geschenke unter einem Motto stehen?
  5. Vereinbart einen Termin für ein weiteres Treffen, bei welchem ihr eure Geschenke austauscht.
Zwischen den beiden Terminen sollte genug Zeit sein, um sich zu überlegen, wie man der zu beschenkenden Person eine kleine Freude machen kann. Ein paar Ideen findest du weiter unten in diesem Artikel. Denk daran, dein Geschenk schön zu verpacken. Verwende am besten keine Folie, um die Überraschung bis zum Ende aufrechtzuerhalten.

Das macht ihr beim zweiten Treffen

Beim zweiten Treffen gilt es nun, die Geschenke untereinander auszutauschen. Dazu gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten. Zum einen könnt ihr euch, wie in der Tradition des Julklapp üblich, versuchen, die Geschenke heimlich zuzustecken. Oder ihr überreicht euch die verpackten Überraschungen in einer kleinen Zeremonie.
Natürlich könnt ihr den Wichtelprozess auch anpassen oder eine der vielen Varianten verwenden.

Wichtel-Varianten

Die unterschiedlichen Wichtel-Varianten können frei nach belieben miteinander kombiniert und angepasst werden.

Würfel-Wichteln

Anders als beim normalen Wichteln besorgt ihr beim Würfelwichteln nicht gezielt für eine Person ein Geschenk. Stattdessen bringt jede und jeder von euch ein verpacktes Geschenk zum Treffen mit. Legt alle Geschenke in die Mitte eines Tischs und schon kann es losgehen!
Beim Würfelwichteln werft ihr reihum, innerhalb einer festgelegten Zeit einen Würfel. Je nach Augenzahl könnt ihr euch dann ein Geschenk nehmen, tauschen oder auspacken. Nachdem ihr euch auf eine Zeit, beispielsweise 10 Minuten geeinigt habt, beginnt der oder die jüngste mit dem Würfeln.
  • Bei einer 6 darf er oder sie sich entweder ein Geschenk aus der Mitte nehmen oder sich ein Geschenk von einer anderen Person nehmen. Um ein Geschenk zu bekommen muss jeder und jede Mitspielende irgendwann eine 6 werfen.
  • Bei einer 1 darf ein bereits genommenes Geschenk ausgepackt werden.
  • Wird eine 2 gewürfelt, darf das eigene Geschenk gegen ein anderes getauscht werden.
  • Sollte jemand eine 3 werfen, werden alle Geschenke nach links, bei einer 4 nach rechts weitergegeben.
  • Würfelt eine Person eine 5, müssen die Nachbarn links und rechts ihre Geschenke tauschen.
Sobald die Zeit abgelaufen ist, behalten alle Spielenden das nun vor ihnen liegende Geschenk. Übriggebliebene Päckchen in der Mitte werden unter den Pechvögeln, welche keine 6 gewürfelt haben, aufgeteilt.

Aufgaben-Wichteln

Beim Aufgabenwichteln stehen zwar die zu beschenkende Person und das Präsent bereits fest, aber bevor sie vereint werden, gilt es eine Aufgabe zu erfüllen. Welche Aufgabe erfüllt werden muss, darf sich die schenkende Person selbst überlegen. Mögliche Herausforderungen könnten beispielsweise sein:
  • Ein Weihnachtslied singen
  • Ein Gedicht vortragen
  • Eine sportliche Übung vollziehen
Erst wenn die Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit erfüllt wurde, wird das Geschenk überreicht.

Zufalls-Wichteln

Ähnlich wie beim Würfel-Wichteln, weiß man beim Zufalls-Wichteln nicht, wen man beschenkt. Erst bei der Feierlichkeit selbst wird jeder Person ein Geschenk zugelost. Um die Geschenke zuzulosen, werft ihr Zettel mit den Namen aller anwesenden Personen in einen Hut.

Schrott-Wichteln

Das Schrott-Wichteln ist wohl eine der beliebtesten und nachhaltigsten Wichtel-Varianten. Denn hierbei werden keine neuen Geschenke gekauft. Stattdessen werden Dinge aus dem eigenen Haushalt, die man selbst nicht mehr benötigt, als verpacktes Geschenk weitergegeben.

Tolle Wichtel-Geschenke: Kartenspiele und Kommunikationsspiele

Oft ist das Wichteln selbst nur ein kleiner Teil eines gemeinsamen Tages oder Abends. Aber was kommt danach? Wäre es da nicht gut, wenn das Wichtelgeschenk ein Gesellschaftsspiel mit unkomplizierten Regeln wäre, das gleich ausprobiert werden kann? Finden wir auch! Und deshalb folgen hier nun spielerische Tipps für Wichtelgeschenke mit einem Budget von etwa 15 bis 20 Euro.

Inside Job - Wer will uns verraten? Ein Spiel für 3 bis 5 Spielende ab 10 Jahren mit einer flotten Spielzeit von 20 Minuten

Inside Job - Wer will uns verraten? Ein Spiel für 3 bis 5 Spielende ab 10 Jahren mit einer flotten Spielzeit von 20 Minuten
Inside Job - Wer will uns verraten? Ein Spiel für 3 bis 5 Spielende ab 10 Jahren mit einer flotten Spielzeit von 20 Minuten
© Foto: Marcus Scheib
Stichspiele wie Skat, Schafskopf oder Bridge sind in Deutschland weit verbreitet. Doch es müssen nicht immer die Klassiker sein. Moderne Stichspiele wie “Die Crew” oder “Anansi” bringen neuen Wind in die alten Karten. Und auch “Inside Job” wartet mit einem ganz besonderen Twist auf.
Bei Stichspielen hat jede Person mehrere Karten auf der Hand. Mein Ziel ist es, in jeder Runde eine Karte so zu wählen, dass ich eine höhere Zahl der benötigten Farbe ablege als meine Mitspielenden. So gewinne ich diesen “Stich”. Um das zu schaffen, sollte ich meine Karten zur richtigen Zeit ausspielen und meine Kontrahent:innen gut einschätzen. Denn jede gespielte Karte kann viel preisgeben.
In vielen Spielen ist es mein Ziel einfach möglichst viele Stiche für mich zu entscheiden. Doch nicht so bei “Inside Job”. Denn hier agieren wir zusammen und versuchen unsere Karten in einem Stich so abzulegen, dass eine vorgegebene Aufgabe erfüllt wird. Während in der einen Runde bspw. die erste Karte den Stich gewinnen soll, dürfen in einer anderen Runde nur gerade Zahlen gespielt werden.
Doch arbeiten wir wirklich alle zusammen? Nein! Denn es gibt einen geheimen "Insider" unter uns, der die Gruppe versucht zu sabotieren und Stiche zu gewinnen.
In einer Runde, in der ich als Insider agiere, möchte ich 5 Stiche gewinnen und darf dazu beim Ausspielen der Karten auch flunkern. So entfällt für mich der “Bedienzwang”, der andere dazu zwingt nur Karten der angespielten Farbe, solange sie solch eine besitzen, abzulegen. Flunkere ich zu offensichtlich, kann ich mich damit selbst verraten.
Doch auch in einer Runde, in der ich als normaler Agent agiere, entfacht die ständige Suche nach der oder dem Insider:in Nervenkitzel. “Inside Job” ist daher ein Spiel für starke Nerven!
Misstrauen und ständige Anschuldigungen – Was kann es schöneres zur Weihnachtszeit geben?

So Kleever - Wortakrobatik für 3 bis 6 Spielende ab 10 Jahren mit einer Spielzeit von 30 Minuten

So Kleever - Wortakrobatik für 3 bis 6 Spielende ab 10 Jahren mit einer Spielzeit von 30 Minuten
So Kleever - Wortakrobatik für 3 bis 6 Spielende ab 10 Jahren mit einer Spielzeit von 30 Minuten
© Foto: Marcus Scheib
Für Wortakrobat:innen im Bekannten- und Verwandtenkreis ist das Spiel “So Kleever” ein vielversprechender Geschenketipp. Denn in diesem Spiel gilt es, zwei nicht zueinander passen wollende Wörter mit einem Oberbegriff zu verbinden. Und das so gut, dass die Mitspielenden der eigenen Idee folgen können.
Dazu erhalten wir Spielenden zu Beginn jeweils ein kleeblattförmiges Brettchen mit vier zufällig angeordneten, quadratischen Kärtchen. Da jede Karte an jeder Kante ein Wort zeigt, liegen an jeder Seite des Brettchen zwei Wörter nebeneinander. Es ist nun meine Aufgabe zu jedem Wortpaar einen Überbegriff oder Hinweis zu finden und zu notieren. Dabei sind meiner Kreativität nur wenige Grenzen gesetzt. Manchmal kann bspw. ein Insider, den nur Mitspielende kennen, eine gute Lösung sein. Doch obacht. Passt mein Hinweis auch zu anderen Wörtern auf den Kärtchen, kann das zur Verwirrung führen.
Habe ich alle vier Kanten beschriftet, entferne ich die Karten und mische eine weitere, zufällige Karte hinzu. In dieser zweiten Phase einer Runde wird es spannend! Meine Mitspielenden müssen es schaffen, anhand meiner Tipps alle vier Karten so hinzulegen, wie ich sie ursprünglich vor mir hatte. Während meine Mitspielenden grübeln und sich beraten, darf ich keine Miene verziehen und nichts sagen. Je nachdem, wie gut mein Kleeblatt am Ende rekonstruiert wurde, gibt es Punkte.
Doch die Punkte in “So Kleever” sind eigentlich egal. Der Spaß besteht im Spiel selbst. Entgegen der offiziellen Personenanzahl, funktioniert “So Kleever” auch super zu zweit.

Top Ten - Sortiere die Hitliste. Ein Spiel für 4 bis 9 Spielende ab 12 Jahren mit einer Spielzeit von 30 Minuten

Top Ten - Sortiere die Hitliste. Ein Spiel für 4 bis 9 Spielende ab 12 Jahren mit einer Spielzeit von 30 Minuten
Top Ten - Sortiere die Hitliste. Ein Spiel für 4 bis 9 Spielende ab 12 Jahren mit einer Spielzeit von 30 Minuten
© Foto: Marcus Scheib
Top Ten ist das perfekte Großgruppenspiel für lockere, gelöste Weihnachtstreffen. In jeder Runde erhalten wir Spielenden eine Aufgabe, wie beispielsweise “Mache nach, wie du jemanden auf dem Tisch massierst. Von sanft bis knallhart.”
Zufällig verteilte Karten geben uns Spielenden Zahlenwerte von eins bis zehn vor. Reihum dürfen wir nun unsere Darbietungen vortragen. Bin ich am Zug, muss ich die Aufgabe so darstellen, wie es mein Kartenwert vorgibt. Das fordert nicht nur meine Kreativität, sondern ich muss auch meine Mitspielenden gut einschätzen. “Tanja hat so stark massiert, das ist mindestens eine 7. Und Holger hat den Tisch ja nur gestreichelt. Maximal eine 3.” Mit meiner 5 muss ich mich nun irgendwo dazwischen einordnen.
Sobald wir alle unsere Darbietung dargestellt haben, ist es an der Kapitänin oder dem Kapitän, unsere Leistungen in die richtige Reihenfolge zu bringen.
Top Ten lockert mit seinen gelungenen Aufgaben jede Weihnachtsfeier auf und sorgt für viele Lacher am Tisch. Jede Karte bietet eine Aufgabe, die mit Worten und eine, die mit Taten zu erfüllen ist. Während viele Spielgruppen am Anfang sich noch mit den Wort-Aufgaben begnügen, wird die Stimmung schnell locker. Der ersten pantomimischen Aufgabe steht dann oft nichts mehr im Weg.

Scout - Flottes Kartenspiel für 2 bis 5 Spielende ab 9 Jahren mit einer Spielzeit von etwa 20 Minuten

Scout - Flottes Kartenspiel für 2 bis 5 Spielende ab 9 Jahren mit einer Spielzeit von etwa 20 Minuten
Scout - Flottes Kartenspiel für 2 bis 5 Spielende ab 9 Jahren mit einer Spielzeit von etwa 20 Minuten
© Foto: Marcus Scheib
Das zum Spiel des Jahres nominierte Kartenspiel “Scout” ist ein wahrer Pflichtkauf unter den Kartenspielen. Kaum ein Spiel in einer so kleinen Schachtel hat es in den letzten Jahren geschafft, seine Spielenden so stark in den Bann zu ziehen. Flott gespielt und mit eingängigen Regeln bietet sich Scout für Runden mit 2 bis 5 Spielenden an.
Zu Beginn einer Partie “Scout” fallen bereits zwei Besonderheiten auf: Zum einen hat jede Karte zwei Zahlenwerte. Je nachdem, wie wir die Karte drehen, können wir den einen oder anderen Wert der Karte im Spiel verwenden. Und zum anderen dürfen wir die Karten in unserer Hand nicht umsortieren! Jede Karte muss an Ort und Stelle bleiben.
Im Laufe des Spiels müssen wir nun versuchen, aus unserer Hand möglichst gute Kartenkombinationen, sogenannte “Shows”, auszuspielen. Eine Show kann dabei aus einer oder mehreren Karten bestehen, die entweder dieselben Zahlen zeigen oder aus einer aufsteigenden Kartenfolge bestehen.
Da immer nur eine Show gleichzeitig aufgeführt werden kann, muss ich, um Karten aus meiner Hand ausspielen zu können, die aktuelle Show überbieten. Sollte ich das nicht können, muss ich stattdessen eine Karte aus der aktuellen Show auf meine Hand nehmen – das titelgebende “Scouten”. So wird meine Kartenhand besser und die aktuelle Show schlechter.
Eine Partie Scout entwickelt starke Momente, wenn sich die Vorfreude in einem aufbaut, bis man endlich die eine starke Kartenkombination ausspielen kann. Hofft, dass die Mitspielenden möglichst lange von meiner gespielten Kombination Karten nehmen müssen und sich ärgert, wenn die doch so starke Show bereits von der nächsten Person überboten wird.
Nach und nach werden wir reihum immer mehr Karten von unserer Hand los, übertrumpfen ausliegende Shows und bekommen Punkte, bis eine Person keine Karten mehr auf der Hand hat. Dann werden die Punkte gezählt.
Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.