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Verliebt. Verlobt. Verheiratet. Scheidung – und danach?

Untreue ist der wohl häufigste Grund dafür, dass Ehen in die Brüche gehen. Trotz Entschuldigungen bleibt das Misstrauen.
Untreue ist der wohl häufigste Grund dafür, dass Ehen in die Brüche gehen. Trotz Entschuldigungen bleibt das Misstrauen. FOTO: pixabay.com © Catkin (CC0 Public Domain)
4845 Ehescheidungen wurden im Jahr 2015 im Bundesland Brandenburg rechtskräftig. Damit ist die Anzahl annähernd auf Vorjahresniveau (2014: 4887 Ehescheidungen) und lag deutlich unter 6107 Scheidungen, die im Jahr 2003 rechtskräftig wurden. Ohne auf die genauen Zahlen zu achten, die gelistet sind, zeigt sich dieses Phänomen auch im Rest der Republik: Im Jahr 2003 gab es einen wahren Scheidungs-Hype. Seit dem Jahr 2011 jedoch geht die Anzahl der Scheidungen wieder deutlich zurück.Diese Gründe führen häufig zum Ehe-Aus.

Dass in der heutigen, emanzipierten Welt niemand mehr mit einem Partner zusammen leben muss, den er nicht (mehr) liebt, braucht nicht extra erwähnt zu werden. Doch welche Gründe werden denn von denjenigen angeführt, die jahrein, jahraus die Statistik füllen? Obgleich den Scheidungsgründen heute rein rechtlich viel weniger Bedeutung zugestanden wird - und viele Kritiker damit auch zu Recht sagen, dass einem die Scheidung heute viel zu einfach gemacht wird - sei doch ein Blick in die Scheidungsgründe erlaubt:

1 Untreue ist wohl der häufigste Grund dafür, dass eine Ehe in die Brüche geht. Wer untreu in einer Ehe ist, zerstört das Vertrauensverhältnis nachhaltig. Und so wird - trotz Besserungsbekundungen - immer das Misstrauen bleiben.2. Physische und psychische Gewalt sind weitere Gründe, warum heute die Scheidung eingereicht wird. In diesem Fall kommt sogar die rechtliche Option der Härtefallscheidung in Betracht, bei der die sonst üblichen Zeitintervalle wie etwa das einjährige Trennungsjahr nicht eingehalten werden müssen.3. Häufig führen Gründe wie Lustlosigkeit in der Ehe dazu, dass über einen One-Night-Stand nachgedacht wird. Statt bei einem anderen Partner Zärtlichkeiten einzufordern, empfehlen Experten das offene Gespräch.4. Ebenfalls möglich ist das Problem, dass die Gemeinsamkeiten mit der Zeit verloren gegangen sind oder sogar nie bestanden haben. Auch an dieser Stelle können Gespräche dazu führen, dass der Ehe noch einmal eine Chance gewährt wird.
Ein Blick auf die Finanzen zeigt: Lieber früher als später an Scheidung denken

Es ist ein durchaus verblüffender Trend, auf den dieser Artikel hinweist. Thematisiert wird dabei der Trend, dass die Anzahl der Scheidungen nach der Silberhochzeit mächtig gestiegen ist. Im Jahr 1992 ließen sich etwa 12.500 Paare nach 26 gemeinsamen Ehejahren scheiden. Im Jahr 2012, also 20 Jahre später, waren es mit 24.745 Paaren fast doppelt so viele. Dass es auch bei einer späten Scheidung noch zu Streit vor Gericht kommt, lässt sich dabei nicht von der Hand weisen, jedoch sind die Gründe für den Streit anders: Sorgerechtsfragen müssen in der Regel nicht mehr geklärt werden, wenn die Kinder erst aus dem Haus sind. Stattdessen wird um gemeinsame Vermögenswerte und den Ehegattenunterhalt gestritten und dabei gilt:

"Was das Familiengericht bei allen Scheidungswilligen automatisch regelt, ist der Versorgungsausgleich, also das Aufteilen der in der Ehe erworbenen gesetzlichen, privaten oder betrieblichen Rentenansprüche. Hier gilt, soweit nichts anderes vereinbart ist , halbe-halbe. Hat der Mann während der Ehe mehr verdient als die Frau und sich damit für später mehr Rente gesichert, bekommt die Frau dafür einen Ausgleich auf ihrem Rentenkonto. Auch private Rentenversicherungen, Betriebsrenten, die Beamtenversorgung oder Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes, berufsständische Absicherungen oder Rürup- und Riester-Verträge werden mit einem klaren Schnitt aufgeteilt. Jeder Ex-Partner bekommt ein eigenes Rentenkonto."

Unterhaltsberechnungen sind via Unterhaltsrechner möglich

Ist die Ehe bereits in jungen Jahren zerrüttet oder wird gar eine Blitzhochzeit wie die von Sophia Thomalla geschieden, so zählt meist nur eins: der Unterhalt. Diesen gibt's allerdings nur auf Antrag und auch nur dann, wenn Leistungsfähigkeit und Bedürftigkeit gleichermaßen gegeben sind. Unterschieden wird in diese sieben Unterhaltstatbestände, die hier mit einem entsprechenden Rechner hinterlegt wurden:


Altersunterhalt

 In diesem Fall stehen die Bedürftigkeit im Fokus sowie die Frage danach, ob vorausgesetzt werden kann, dass der Ehepartner selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen kann.


Aufstockungsunterhalt

 Der Aufstockungsunterhalt wird als die Differenz zwischen selbst eingebrachtem Einkommen und dem Lebensstandard im Ehestand beschrieben. Sprich: Reicht das Geld trotz eigenem Job nicht aus, kann der Aufstockungsunterhalt gewährt werden.


Betreuungsunterhalt

 Betreuungsunterhalt wird dann gewährt, wenn ein Kind unter drei Jahren zu versorgen/betreuen ist. In Sonderfällen (bei mehreren Kindern, bei Kindern mit erhöhtem Förderbedarf etc.) kann der Betreuungsunterhalt auch verlängert werden.


Billigkeit

 Auch Billigkeitsgründe können für den Unterhalt herangezogen werden. Darunter kann die Betreuung von Pflege- und Enkelkindern fallen, Krankheit, Gebrechen oder die Tätigkeit im Betrieb des Ehegatten.


Ehegattenunterhalt

 Der Ehegattenunterhalt ist beschränkt auf den Fall, dass eine Krankheit oder ein Gebrechen vorliegt. Der körperliche und geistige Zustand verhindern, dass einer Erwerbstätigkeit nachgegangen werden kann. Meist müssen die Einschränkungen jedoch bereits vor der Scheidung vorgelegen haben, um geltend gemacht werden können.


Erwerbslosenunterhalt

 Wenn trotz intensiver Bemühungen keine Arbeitsstelle auszumachen ist, kann Erwerbslosenunterhalt bezogen werden. Voraussetzung dafür ist, dass aktive und nachweisbare Bemühungen nachgewiesen werden können, um einen Job zu bekommen.


Fortbildung, Ausbildung, Umschulung

 Die Unterhaltspflicht tritt in Zusammenhang mit einer Ausbildung oder Umschulung dann in Kraft, wenn zeitgleich mit der Eheschließung eine Ausbildung abgebrochen wurde - beispielsweise, um die Kinder zu versorgen. Formuliert wird dies meist als "ehebedingter Nachteil", der via Unterhaltszahlung ausgeglichen werden soll.