Ein großer Bestandteil des Tabletop-Hobbys (Lesen Sie hier im ersten Teil unserer „Star Wars Legion“-Serie, was Tabletop ist) ist der Modellbauaspekt. Figuren und Gelände lassen sich nach eigener Vorstellung gestalten und anfertigen. So werden die einzelnen Spielteile nicht nur optisch ansprechender, sondern auch taktischer.

Wie werden die Star Wars Legion Miniaturen zusammengebaut?

In der 2 Spieler Starterbox von „Star Wars Legion“ gibt es zwei Armeen. Zum einen das Imperium mit Storm Troopern, angeführt von Darth Vader. Und auf der anderen Seite die Rebellenarmee, geleitet von Luke Skywalker. Beide Armeen müssen vor dem ersten Spiel zumindest zusammengeklebt oder sogar bemalt werden.

Vor dem Zusammenkleben der Miniaturen werden diese gewaschen. Hierdurch können Rückstände von produktionsbedingten Trennmitteln entfernt werden. Die Miniatur lässt sich anschließend besser verkleben und bemalen.

Vor dem bemalen müssen einzelne Teile der Miniaturen zusammengeklebt werden. Hierzu eignet sich normaler Alles- oder Sekundenkleber. Jedoch sollten noch nicht alle Teile zu Beginn fest verklebt werden.
© Foto: Marcus Scheib

Zum Verkleben der Figuren eignet sich Sekunden- oder Modellbaukleber. Dieser ist flüssiger und lässt sich besser verteilen als der gängige Alleskleber. Für den Anfang bietet es sich an die Miniaturen nur an ihre Base (die runden Blättchen auf denen die Figuren stehen) zu kleben. Die Arme der meisten Miniaturen lassen sich zusammenstecken und sollten am Anfang nicht verklebt werden. So lässt sich die Figur später leichter bemalen.

Die Miniaturen der ersten „Star Wars Legion“-Grundbox lassen sich sehr einfach verkleben. Lediglich die zwei Speaderbikes und der AT-RT benötigen Fingerspitzengefühl.

Stehen alle Miniaturen auf ihren Base, könnte das erste Spiel schon beginnen. Da graue Miniaturen jedoch nicht sonderlich schön aussehen, werden Tabletop-Miniaturen meistens bemalt.

Vorbereitung: Praktische DIY Tools zum bemalen von Tabletop-Miniaturen

Bevor der erste Pinselstrich gesetzt wird, empfiehlt es sich zwei praktische Tools zu basteln.

Damit die Hand beim bemalen ruhig bleibt und sich die Miniatur besser greifen lässt, empfiehlt es sich eine Miniaturenhalterung zu basteln. Dazu kann eine leere Büchse und etwas Knetkleber verwendet werden. Miniaturen lassen sich auf die Halterung stecken und abnehmen. Beim bemalen kann die Hand an der Dose abgelegt werden.
© Foto: Marcus Scheib

Eine Miniaturhalterung aus einer kleinen Dose und etwas Knetkleber, hilft dabei die Miniatur beim bemalen besser halten zu können. Zudem kann beim Ziehen der filigranen Pinselstriche die Hand an der Halterung abgestützt werden. Um die Halterung zu bauen, muss einfach nur reichlich Knetkleber auf den Deckel der Dose geklebt werden. Die Miniatur kann durch leichtes Andrücken auf den Kleber fixiert werden.

Mit Hilfe einer Nasspalette lassen sich die Farben lange frisch halten. Durch die Feuchtigkeit trocknet die Farbe langsamer aus. Durch einen Deckel bleibt die Farbe auch über Nacht frisch. Eine Nasspalette lässt sich bereits aus einfachsten Haushaltsgegenständen bauen.
© Foto: Marcus Scheib
Das zweite Tool ist eine Nasspalette. Die Nasspalette hält die verwendeten Farben auch über mehrere Tage frisch und schützt sie vor zu schnellem Austrocknen. Um eine Nasspalette zu basteln, kann eine einfache Plastikbox verwendet werden. Beispielsweise von einem Krautsalat aus dem Supermarkt.

Anschließend werden mehrere Lagen Küchenrolle und ein Stück Backpapier auf die Größe des Deckels zugeschnitten. Das Küchenpapier kommt angefeuchtet in den Deckel der Plastikbox und das Backpapier oben drauf. Fertig ist die Nasspalette. Wenn Farben über Nacht frisch gehalten werden sollen, kann der Plastikbehälter auf den Deckel gesteckt werden.

Tabletop-Miniaturen in 4 einfachen Schritten bemalen

Das wird zum Bemalen benötigt:

  • Ein Starterset Farben von Herstellern wie bspw. „Games Workshop“ und „Armypainter“

  • mindestens ein feiner Pinsel

  • 1x grober Pinsel zum Mischen der Farben

  • Plastikbox als Wassernapf

  • Nasspalette

  • Zeitungspapier als Unterlage

  • Miniaturhalterung

  • optional: Eine Dose Grundierungsspray in Weiß, Schwarz oder Grau

Das A und O beim Bemalen von Miniaturen sind gute Pinsel und Farben. Hier sollte auf einschlägige Marken gesetzt werden. Die Farben sind bei diesen Herstellern optimal auf das Material der Miniaturen angepasst. Das Verhältnis zwischen Pigmenten und Bindemittel ist so gewählt, dass Details der Miniaturen beim Farbauftrag nicht verloren gehen. Handelsübliche Modellbaufarbe verklebt die Miniaturen und führt nicht zu einem zufriedenstellendem Ergebnis.

Schritt 1: Grundieren der Miniatur

Zum Grundieren der Miniaturen eignet sich Sprühfarbe in Weiß, Schwarz oder Grau. Storm Trooper sollten in Weiß grundiert werden. Da Darth Vader später vor allem mit viel Schwarz bemalt wird, sollte er in Grau grundiert werden. So bleibt Spielraum für Schattierungen.
© Foto: Marcus Scheib
Im ersten Schritt wird die Miniatur grundiert. Die Grundierung gibt der Miniatur einen ersten Grundton und sorgt dafür, dass die späteren Farben gleichmäßig aufgetragen werden können.

Zum Grundieren kann entweder schwarze, weiße oder graue Farbe verwendet werden. Bei einer weißen Grundierung wirken später aufgetragene Farben wesentlich bunter und leuchtender. Die Farben kommen besser zur Geltung. Kleinere Blitzer oder Lücken im Farbauftrag sind jedoch schnell zu sehen. Bei einer schwarzen Grundierung wirken spätere Farben dunkler. Blitzer und kleine Lücken fallen nicht sofort ins Auge. Ein gutes Mittelmaß zwischen den Vor- und Nachteilen der weißen und schwarzen Grundierung ist eine graue Grundschicht.

Zum Grundieren wird die gewählte Farbe gleichmäßig auf die Miniatur gepinselt. Die Grundierung sollte lückenlos aufgetragen werden. Um diesen mühsamen Prozess zu beschleunigen empfiehlt es sich die Grundierung mit einer Spraydose aufzutragen und mehrere Miniaturen auf einmal zu grundieren.

Schritt 2: Grundfarben auf die Miniaturen auftragen

Ist die Grundierung getrocknet, können die Grundfarben aufgetragen werden. Möchte man mehrere Miniaturen einer Art bemalen, empfiehlt es sich immer die selbe Farbe bei allen Miniaturen aufzutragen. Erst dann sollte die nächste Farbe verwendet werden. Zum einen bemalen sich die Figuren so schneller und zum anderen wird weniger Farbe benötigt.

Um eine Miniatur zu bemalen, wird diese auf einer Halterung befestigt. Auf die Feuchtpalette wird die gewünschte Farbe aufgetragen. Da es besonders am Anfang schwierig ist abzuschätzen, wie viel von einer Farbe benötigt wird, sollte das Mischen von eigenen Farben vermieden werden. Beim Aufnehmen der Farbe auf den Pinsel sollte darauf geachtet werden, dass nur die Pinselspitze die Farbe aufnimmt. Überschüssige Farbe wird vom Pinsel abgestrichen. So kann mit dem Pinsel möglichst detailliert gearbeitet werden.

Zuerst werden die großen Flächen an der Miniatur bemalt. Oftmals sind das Hosen, Shirts oder Rüstungsteile. Eine einfache Regel beim Bemalen ist es, sich von den großen zu den kleine Flächen vorzuarbeiten. Keine Sorge falls beim Bemalen der ein oder andere Farbklecks an der falschen Stelle landet. Diese Stellen können später problemfrei mit der gleichen Farbe ausgebessert werden.

In Schritt 1 wird die Miniatur grundiert. Im 2. Schritt werden die Grundfarben der Figur aufgetragen. Der 3. Schritt verleit mit Washes und Trockenbürsten der Miniatur mehr Tiefe. Im 4. Schritt wird zum Schluss die Base gestaltet.
© Foto: Marcus Scheib

Schritt 3: Effekte auftragen

Nach dem zweiten Schritt sieht die Miniatur schon wesentlich besser aus. Jedoch wirken die Grundfarben oft flächig. Im dritten Schritt werden deshalb Licht- und andere Farbeffekte hinzugefügt. Für Einsteiger bieten sich vor allem zwei Techniken an.

Mit einem Wash (auch Shade genannt) können Vertiefungen in der Miniatur herausgearbeitet werden. So kann der Miniatur auf einfache weiße Schatteneffekte verliehen werden. Ein Wash ist eine flüssigere Farbe mit geringerer Pigmentdichte. Der Wash läuft bei Vertiefungen auf der Miniatur von selbst an die gewünschte Stelle.

Helle Akzentuierungen und Metalleffekte lassen sich durch das sogenannte Trockenbürsten realisieren. Hierfür wird die Spitze eines etwas borstigen Pinsel in eine helle oder metallische Farbe eingetaucht. Anschließend wird der Pinsel auf einem Küchenpapier so lange abgestrichen, bis kaum noch Farbe dran ist. Anschließend wird der Pinsel schnell und oberflächlich über die gewünschte Stelle bewegt. Es entsteht so eine hellere Akzentuierung auf höhergelegenen Miniatur-Teilen.

Sollen metallische Flächen trockengebürstet werden, empfiehlt es sich diese vorher schwarz zu lackieren.

Ist die Miniatur fertig bemalt, können die letzten losen Teile festgeklebt werden.

Nach diesen drei Schritten sind die Figuren fertig bemalt. So richtig zur Geltung kommt die Miniatur jedoch erst, wenn auch die Base gestaltet ist.

Schritt 4: Die Base einer Miniatur gestalten

Bei der Gestaltung der Base ist dem kreativen Spieler keine Grenze gesetzt. Die Base kann schlicht gehalten und einfach mit einer Farbe angepinselt werden. So werden unschöne Farbkleckse, die unweigerlich beim Bemalen einer Miniatur aufkommen, von der Base entfernt.

Das Basedesign ist das i-Tüpfelchen einer jeden Miniatur. Es sollte der letzte Schritt beim bemalen einer Figur sein. Etwas Sand und Materialien wie Moos und Streugras lassen den Boden auf dem die Figur steht lebendig erscheinen.
© Foto: Marcus Scheib

Eine Base kann jedoch auch aufwändiger gestaltet werden. Eine beliebte Variante ist es Vogelsand oder getrocknete Blumenerde mit Holzleim auf die Base der Miniatur zu kleben. Anschließend wird der aufgeklebte Sand mit einer beliebigen Farbe bemalt. Nun macht die Base schon mehr her. Für einen noch natürlicheren Look kann Streurasen oder etwas Moos auf die Base geklebt werden.

Platzsparende Geländeplatte erstellen

Die ersten Spiele und die 500 Punkte Variante von Star Wars Legion werden auf einem 90cm x 90cm großen Gelände gespielt. Für Einsteiger in das Hobby ist es jedoch oft schwierig, eine so große Platte zu verstauen. Deshalb bietet sich eine modulare Bauweise an.

Aus fester Pappe (Finnpappe eignet sich sehr gut) werden dafür 9 mal 30x30cm große Teile geschnitten. Diese ergeben zusammengelegt die benötigte Grundfläche. Um schnell starten zu können, können die Teile mit Modellbaurasen beklebt werden. Diesen gibt es nicht nur zum Streuen, sondern auch auf Papierrolle.

Für ein abwechslungsreicheres Gelände können die Plattenteile, ähnlich wie eine Miniaturenbase, mit Sand, Streurasen und Moos dekoriert werden. Mithilfe von Spachtelmasse lassen sich kleinere Hügel und Krater auf die Plattenteile modellieren.

Aus Finnpappe, Holzleim und natürlichen Materialien wie Sand und Moos, lässt sich wunderbar ein modulares Gelände gestalten. Durch Sprühfarbe bekommt die Platte ihren finalen Look.
© Foto: Marcus Scheib
Die Ränder der Plattenteile sollten jedoch so dekoriert werden, dass sie einen nahtlosen Übergang darstellen. So können die Platten später ohne abgehackte Übergänge aneinander gelegt werden. Größere Aufbauten wie Wälder oder ganze Gebäude sollten ebenfalls nicht auf die Grundplatten geklebt werden. Besser ist es, diese Geländeteile so zu bauen, dass sie je nach benötigtem Spielfeld flexibel aufgestellt werden können.

Miniaturen bemalen und Gelände basteln: Unser Fazit

Es gibt viele gute Gründe, um mit dem Tabletop-Hobby zu beginnen. Nicht für jeden Einsteiger wird der Modellbauaspekt den größten Reiz ausmachen. Wer jedoch gerne kreativ ist, wird am Bemalen der kleinen Miniaturen seinen Spaß finden. Die von mir getesteten Miniaturen von „Star Wars Legion“ haben sich sehr gut bemalen lassen. Dennoch sollten Anfänger ausreichend viel Zeit einplanen. Für alle Miniaturen benötigte ich etwa 30 Stunden.

Mit etwas Farbe und Streugras wird aus dem kleinen Stück Finnpappe eine brauchbare Geländeplatte.
© Foto: Marcus Scheib

Die Miniaturen der Rebellen sind übersät mit kleinen Details. Und die Storm Trooper – Die sind so eine Sache. Ich dachte mir „Ach, ich grundiere die Storm Trooper weiß und dann sind sie schon fast fertig“. Jedoch haben Storm Trooper auch kleinere, schwarze Flächen. Etwa die Augen, Gelenkteile an denen keine Rüstung sitzt oder diesen dünnen Streifen am Helm. Nicht immer saß mein Pinselstrich perfekt. Auf der weißen Grundierung war jeder Fehler sichtbar. Und so musste ich nach dem Auftragen der schwarzen Farbe viele Stellen mit weiß ausbessern.

Das Bemalen war dennoch eine sehr entspannende, fast meditative Tätigkeit. Und wer sich der Herausforderung annimmt, wird mit einmaligen Miniaturen belohnt, die ein ganz eigenes Spielgefühl ermöglichen.

Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.