Spielprinzip

Bevor die wilde Verfolgungsjagd losgehen kann, wird das Spielertableau in die Mitte des Tisches gelegt. Das Kartendeck besteht aus 43 Karten, wobei jede davon ein mögliches Versteck des Flüchtenden darstellt.
Jede Versteck-Karte zeigt zwei Werte an: die Versteck-Nummer (diese ist von eins bis 42 durchnummeriert) und einen Sprintwert. Der Sprintwert wird mit einem Fußabdruck symbolisiert. Dabei gibt es einen Sprintwert mit den Werten +1 und +2. Der Flüchtende hat immer die Wahl, seine Karten als Versteck- oder als Sprint-Karte auszuspielen.
Die Karten mit dem Zahlenwert 4 bis 14, 15 bis 28 und 29 bis 41 werden in drei Stapel geteilt. Anschließend wird jeder dieser Stapel für sich gemischt und an die jeweilige aufgedruckte Position des Spielertableau platziert.
Fugitive von Skellig Games.
Fugitive von Skellig Games.
© Foto: Sebastian Schubert
Nun wird entschieden, wer welche Rolle einnimmt. Der Flüchtende bekommt die Versteck-Karten eins, zwei, drei und 42 auf die Hand und darf zu Beginn auch noch weitere Karten ziehen. Die Polizeichefin bekommt hingegen den Stift und den nummerierten Notizblock.
Die Spieler sind abwechselnd am Zug. Die Startkarte (00) wird in die Mitte gelegt.
Dabei beginnt immer der Flüchtende die Runde. Dieser darf eine beliebige Karte von den drei ausliegenden Stapeln ziehen. Im Anschluss legt er eine Karte seiner Wahl an die Startkarte. Er kann entscheiden, ob er diese als Sprint- oder als Versteck-Karte ausspielen will.
Falls er eine Karte als Versteck spielt, muss diese verdeckt und einzeln gespielt werden. Diese Karte darf nur maximal drei Zahlenwerte größer sein als die zuletzt gelegte Versteck-Karte. Wenn zum Beispiel eine Karte mit dem Zahlenwert Drei ausgelegt wurde, darf er nur noch die Karten mit den Zahlenwerten Vier, Fünf oder Sechs benutzen.
Die Versteck-Karten legt man immer von der Startkarte ausgehend (00) von links nach rechts ab.
Fugitive von Skellig Games.
Fugitive von Skellig Games.
© Foto: Sebastian Schubert
Wenn der Flüchtige jedoch sprinten möchte, wird auch die Versteck-Karte verdeckt gespielt und eine weitere Versteck-Karte darauf gelegt. Liegen also mehrere Karten untereinander, erkennt die Polizeichefin das der Flüchtende gerade sprintet.
Jetzt kann der Flüchtende noch größere Zahlensprünge machen, je nachdem wie viele Sprint-Karten ausliegen und wie hoch der Sprintwert ist. Hat der Flüchtige seine Auswahl getroffen, zieht die Polizeichefin eine beliebige Karte von den drei Stapeln. Diese Karte kreuzt sie bei ihrem Notizblock ab. Denn diese Karte kann der Flüchtige nicht mehr als Versteck auf der Hand haben.
Nun darf die Polizeichefin eine Vermutung äußern, in welchem Versteck sich der Flüchtige in diesem Moment aufhält.
Dabei kann sie ein oder mehrere Verstecke benennen. Es besteht aber die Gefahr, wenn sie mehrere Vermutungen aufstellt, dass nur eine Karte von diesen Genannten falsch ist. Der Flüchtende muss dann keine Karten aufdecken. Falls aber die Polizeichefin richtig liegt, muss der Flüchtende die Karte(n) aufdecken.
Ist die Jagd für die Polizeichefin erfolglos, kann eine Hetzjagd starten. Falls der Flüchtende das Versteck mit den 42 ausgespielt hat und keines der bisher gefundenen Verstecke eine Nummer größer als 29 hat. Wenn die Polizeichefin bei einem Versteck richtig liegt, darf sie gleich weitere Verstecke hintereinander erraten. Errät sie alle, ist die Hetzjagd geglückt, liegt sie einmal falsch, hat sie leider verloren.
Fugitive von Skellig Games.

Fugitive von Skellig Games.
Fugitive von Skellig Games. Fugitive von Skellig Games.
© Foto: Sebastian Schubert
Ziel des Spieles ist pro Spieler unterschiedlich. Der Flüchtende gewinnt, sobald er die Karte mit dem Zahlenwert 42 ausspielt. Die Polizeichefin gewinnt hingegen, wenn sie alle Verstecke des Flüchtenden findet, bevor dieser entkommen konnte. Wem das alles zu einfach ist, der kann auch noch Ereigniskarten unter mischen, die einem der beiden Spieler helfen.

Fazit

Dieses Katz-und-Maus-Spiel ist schön illustriert und kommt nur mit Karten und einem Notizblock aus. Wenn die Karten nacheinander abgelegt werden, wird eine komplette Verfolgungsjagd ersichtlich.
Das Regelwerk ist knapp gehalten. Wenn die Spieler das Prinzip verstehen, entfaltet dieses Spiel sein ganzes Potenzial. Die Schachtel in Form eines Aktenkoffers ist klein gehalten. Dies bedeutet aber nicht, dass es nur wenig Spielspaß bietet – im Gegenteil. Alleine schon durch die Ereigniskarten kommt Abwechslung ins Spiel. Außerdem möchte man auch gerne immer beide Seiten kennenlernen, wie das Spielgefühl der Polizeichefin und des Flüchtenden ist.
Nachhaltig ist der kleine Notizblock, denn dieser ist laminiert und kann mit dem beiliegenden Whiteboardmarker immer wieder benutzt werden.
Natürlich kann es sein, dass bei diesem Spiel, dem Ein oder Anderen die Rolle des Flüchtenden oder der Polizeichefin mehr liegt. Auf jeden Fall hatte ich bei beiden Figuren dieses Gefühl einer richtigen Verfolgungsjagd. Ich kam mir vor, als würde ich im Film “Catch Me If You Can” mit Tom Hanks und Leonardo DiCaprio mitspielen. Fugitive ist ein gelungenes Zwei-Personen-Deduktionsspiel, welches wirklich Spaß macht, kompakt gehalten ist und somit in jede Tasche passen sollte.
Ein kleiner Hinweis vom Verlag. Zur Zeit ist das Spiel bei Skelling Games-Shop nicht mehr verfügbar, da durch die Corona-Zeit 2-Personen-Spiele sehr gefragt sind. Mir wurde aber versichert, dass es schon eine Nachbestellung gibt und es demnächst wieder erhältlich sein soll. Damit jeder die spannende Jagd zu zweit in seinen eigenen vier Wänden erleben kann.
Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.