Im Spiel Cóatl von Pascale Vrassard und Etienne Dubios-Roy, tauchen die Spieler in die Welt der Azteken ein. Im Wettbewerb um den Titel “Hohepriester” müssen so genannte Cóatl - eine gefederte Schlange - erschaffen werden. Doch nur der Spieler, welcher die Prophezeiungen am besten erfüllt, wird die Gunst der Götter erlangen.

So wird Cóatl gespielt

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Youtube Cóatl

Bei Cóatl ist es das Ziel jedes Spielers drei Schlangen, zusammen zu setzen. Dazu stehen diverse bunte Schlangenteile zur Verfügung.Punkte bekommen die Spieler jedoch nur mit Hilfe der Prophezeiungskarten. Auf diesen sind Farbkombinationen abgebildet.
Beim Erschaffen der Schlangen versuchen die Spieler die Farbkombinationen der Prophezeiungskarten zu verarbeiten und so Punkte zu erlangen. Der Spieler, der am Ende die meisten Punkte hat gewinnt.
Zu Beginn des Spiels hat jeder Spieler ein Tableau mit acht freien Plätzen vor sich. Auf jedem Platz kann ein Schlangensegment abgelegt werden. Zusätzlich haben die Spieler von Beginn an drei Prophezeiungskarten.
Im Brettspiel Cóatl ist es das Ziel der Spieler als erste drei bunte Schlangen zusammenzusetzen.
Im Brettspiel Cóatl ist es das Ziel der Spieler als erste drei bunte Schlangen zusammenzusetzen.
© Foto: Marcus Scheib
Ist ein Spieler am Zug, kann er sich entscheiden Teile von einem Feld der Vorratstafel auf sein Spielertableaut zu legen, Prophezeiungskarten vom Markt zu ziehen oder eine Schlange zu bauen.
Entscheidet sich der Spieler Prophezeiungskarten vom Markt zu nehmen, kann er soviele wählen, bis er sein Handkartenlimit von 5 Karten erreicht hat.
Im Brettspiel Cóatl ist es das Ziel der Spieler als erste drei bunte Schlangen zusammenzusetzen.
Im Brettspiel Cóatl ist es das Ziel der Spieler als erste drei bunte Schlangen zusammenzusetzen.
© Foto: Marcus Scheib
Beim Bauen der Schlangen versucht der Spieler möglichst viele Prophezeiungen seiner Handkarten zu erfüllen, indem er die Teile von seinem Spielertableaut passend anordnet.
Sobald ein Spieler die Bedingung einer Prophezeiungskarte erfüllt hat, kann er sich entscheiden diese zur passenden Schlange zu legen.
Stellt ein Spieler eine seiner Schlangen mit einem Kopf und einem Ende fertig, wird diese gewertet.
Im Brettspiel Cóatl ist es das Ziel der Spieler als erste drei bunte Schlangen zusammenzusetzen.
Im Brettspiel Cóatl ist es das Ziel der Spieler als erste drei bunte Schlangen zusammenzusetzen.
© Foto: Marcus Scheib
Spätestens jetzt legt der Spieler alle Prophezeiungskarten, die er mit ihr erfüllt hat, neben die Schlange. Je nach Prophezeiungserfüllung bekommt der Spieler Siegpunkte.
Sobald ein Spieler seine dritte Schlange fertig gebaut hat, wird der Schluss des Spiels eingeläutet und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.


Cóatl kann auch sehr verkopft sein

Das Spielprinzip von Cóatl ist sehr eingängig, schnell verstanden, birgt aber die Gefahr verkopft zu werden. Denn im Laufe des Spiels treffen die Spieler viele kleine Entscheidungen. Keine der Entscheidungen ist so gravierend, dass sie einem das Spiel versaut. Aber viele sehr gute Entscheidungen können das mögliche Quäntchen zum Sieg sein.
Zu qualmenden Köpfen führt dabei nicht nur die Frage, welche der drei Aktionen man als nächstes verwendet. Besonders die Limitierungen in dem Spiel sorgen für weitere Überlegungen.
Beispielsweise zur Frage, wann lege ich meine Prophezeiungskarten zum dazugehörigen Cóatl? Lege ich Karten zu früh an, verrate ich dabei meine Prophezeiung. Meine Mitspieler könnten versuchen mir benötigte Cóatl-Teile aus der Auslage vor der Nase weg zu schnappen. Andererseits, kann ich so mehr Karten vom Markt nehmen, ohne das mein Handkartenlimit überschritten wird.
Aber welche Karten lohnt es sich vom Markt zu nehmen? Eine Karte vom Markt, die ich nicht spielen kann verstopft, lediglich meine Hand.
Im Brettspiel Cóatl ist es das Ziel der Spieler als erste drei bunte Schlangen zusammenzusetzen.
Im Brettspiel Cóatl ist es das Ziel der Spieler als erste drei bunte Schlangen zusammenzusetzen.
© Foto: Marcus Scheib
Auch die Limitierung der freien Plätze auf dem Spielertableau führt zum grübeln. Gelegentlich ist die Auslage in der Mitte so uninteressant, dass ich an meinem Cóatl baue, obwohl ich noch freie Plätze habe. In anderen Momenten ist mein Tableau bereits voll aber die Auslage hält noch so viele passende Teile bereit.
Wer bei Cóatl immer die perfekte und weitsichtigste Entscheidung treffen möchte, ertappt sich schnell dabei endlos lang zu grübeln. Mut zur Spontanität kann den Spielfluss positiv beeinflussen.


Fazit: Ist Cóatl ein gutes Familienspiel?

Das Spielmaterial von Cóatl ist die reinste Freude. Ist ein Spieler einmal nicht am Zug, lässt es sich herrlich mit den bereits zusammengelegten Schlangen spielen. Die Illustrationen sind sehr stimmig und dank satter Farben sehr präsent.
Spielerisch hat Cóatl alles was ein gutes Familienspiel aus macht. Das Regelheft ist gut strukturiert und illustriert. Die Regeln sind zugänglich und schnell gelernt. Dennoch bietet das Spiel genug spannende Überlegungen, als das auch Vielspieler ihren Spaß damit haben.
Zudem besitzt das Spiel einige Möglichkeiten, um den Mitspielern das Leben schwerer zu machen. Zum einen können die Auslagen genutzt werden, um den Mitspielern passende Teile und Karten zu mopsen. Zum anderen endet das Spiel, sobald ein Spieler seine dritte Schlange fertig stellt. Da eine Schlange schon bereits mit einem Kopf, einem Körperteil und einem Schwanz fertig gestellt werden kann, kommt das Ende manchmal schneller als den Mitspielern lieb ist.
Doch das wichtigste: Cóatl macht Spaß! Es macht Spaß zu überlegen, wie das Optimale aus den eigenen Prophezeiungskarten geholt werden kann. Es macht Spaß, die Cóatl zusammenzusetzen. Ja sogar das rauskramen der Teile aus den Stoffbeuteln hat seine eigene Faszination.
Cóatl ist ein rundum stimmiges Familienspiel.
Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.