Beinahe wäre „Schummel-Hummel“ ein Kartenspiel-Klassiker. Aber nur beinahe: Während einem das Schummeln bei Mau Mau und Co. strengstens untersagt ist, MUSS bei „Schummel-Hummel“ mächtig gemogelt werden. Wer durch geschicktes Tricksen und cleveres Ablegen als Erster alle seine Handkarten los ist, hat gewonnen. Das Spiel ist der Nachfolger von „Mogel-Motte“.

Kurze Fakten

Spieleranzahl: 3 bis 5

Altersempfehlung: 7+

Spielzeit: ca. 25 Minuten

Spieleverlag: Drei Magier/Schmidt Spiele GmbH

Spieleautor: Emely und Lukas Brand

So funktioniert das Spiel

So sieht sie aus, die freche Schummel Hummel. Diese Karte darf nicht auf dem Ablagestapel landen! Man kann sie nur durch geschickte Schummelei loswerden.
© Foto: Sebastian Schubert

„Schummel-Hummel“ ist ein witziges Kartenspiel, das an Mau Mau und Uno erinnert.

Gespielt wird reihum, jeder Spieler bekommt acht Karten verdeckt auf die Hand. In der Mitte liegt ein Kartenstapel, von dem bei gewissen Aktionen Karten gezogen werden müssen. Ziel des Spiels ist es, als Erster alle Karten aus der Hand loszuwerden.

Der älteste Spieler erhält zu Beginn die Wächter-Wurm-Karte, die offen auf dem Tisch abgelegt wird. Dann gibt es noch die Blütenstaubkarte, die für alle Spieler gut erreichbar in der Tischmitte platziert wird. Und - weil aller guten Dinge drei sind: Zwischen je zwei Spielern wird eine Grashüpfer-Karte abgelegt. Wenn die oberste Karte des Mittelstapels aufgedeckt ist, kann es losgehen. Jetzt gilt es, auf die Blumenfarbe der Karten zu achten.

Wer fängt an? Der Spieler mit dem Wächter-Wurm. Er darf als Erster eine Handkarte auf den Ablagestapel legen. Achtung: Die Blütenfarbe muss identisch sein. Wenn keine Handkarte farblich passt, muss eine Karte vom Nachziehstapel gezogen werden. So weit, so gut. Aber was ist nun mit der Schummelei?

Die Spieler müssen auf diese Karte ganz besonders gut aufpassen. Der Grashüpfer kann ungeniert geklaut werden.
© Foto: Sebastian Schubert

Alle Spieler - bis auf den, der den Wächter-Wurm hat - dürfen einzelne Karten (egal welche) verschwinden lassen. Wie genau, das ist egal. Schwupps, unterm Tisch oder huch, über die Schulter geworfen - alles ist erlaubt. Doch trotz Mogel-Pflicht gibt es Regeln:

Die Kartenhand muss immer über dem Tisch gehalten werden; es dürfen nicht mehrere Karten gleichzeitig weggeschummelt werden; wenn eine Schummelei auffliegt, darf während der Klärung nicht weitergeschummelt werden; die letzte Handkarte darf nicht weggemogelt werden, sondern muss auf „legealem Weg“ auf dem Kartenstapel landen. Warum aber darf der Spieler mit dem Wächter-Wurm nicht schummeln? Er oder sie hat die Aufgabe, die anderen Spieler beim Mogeln zu erwischen. Gelingt das, darf die Wächter-Karte an den Spieler, der beim Schummeln ertappt wurde, weitergereicht werden. Dann muss dieser wiederum die Mogler entlarven und darf selbst keine Karten wegschmuggeln.

Na klar: Alle wollen schummeln, deshalb möchte auch jeder den Wächter-Wurm so schnell wie möglich wieder loswerden.

Ansonsten machen zahlreiche Aktionskarten das Spiel abwechslungsreich. Aber Achtung, es ist Konzentration gefragt: Die Karte mit der Schummel-Hummel MUSS weggemogelt werden und darf unter keinen Umständen auf dem Kartenstapel landen. Dann gibt es noch die Wespe (mit und ohne Stachel), die Spinne, den Schmetterling und die Bestäuber-Biene. Jede Karte steht für eine bestimmte Aktion. So muss der aktive Spieler beispielsweise beim Aufdecken der Bestäuber-Biene laut „Bestäubung!“ rufen und sich die in der Mitte liegende Blütenstaubkarte greifen, um damit einen auserwählten Mitspieler abzuwerfen. Wer getroffen wird, muss zwei Karten vom Stapel ziehen.

Das Spiel ist zu Ende, wenn ein Spieler keine Handkarte mehr hat. Der Schummel-Profi ist gekürt!

Kurzes Fazit

„Schummel-Hummel“ ist definitiv ein sehr unterhaltsames Spiel. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Mitspieler Spaß am Mogeln haben und einfallsreich unterwegs sind: Immer nur die Karten auf den Boden fallen lassen, ist irgendwann langweilig. Also: Je kreativer und mutiger die Runde, desto witziger das Spiel! Deshalb gilt außerdem: Je größer die Spielgruppe, desto mehr Schummel-Potenzial. Zwar wird angegeben, dass „Schummel-Hummel“ auch schon für drei Mitspieler geeignet ist, allerdings ist der Spaß-Faktor dann weitaus geringer als beispielsweise mit doppelt so vielen Mogel-Leuten. Mit nur zwei Schummel-Hummeln und einem Wächter-Wurm am Tisch ist es sehr schwierig, unertappt seine Karten loszuwerden. Das ist schade und nicht Sinn und Zweck des Spiels.

Noch ein Tipp: Am besten das Kartenspiel an einem runden Tisch auf Teppichboden spielen. Denn: Parkett und Co. machen einem einen Strich durch die Rechnung, wenn man die Plastekarten unbemerkt auf den Boden fallen lassen will. Der Wächter-Wurm hat schließlich Ohren - und hört den Aufprall der Karten. Alternative: Einfach die Musik aufdrehen!

Die insgesamt 82 Spielkarten sind farbenfroh und lustig illustriert: Bestäuberbiene, Wespe, Schmetterling und Schummel-Hummel machen das Spiel zu einem Hingucker.
© Foto: Sebastian Schubert

Das hat uns gefallen:

  • Die Karten sind sehr schön illustriert.
  • Großer Entertainment-Faktor: Das Spiel sorgt für rote Köpfe (wenn man beim Schummeln erwischt wird) und lautes Lachen (“Bestäubung!“).
  • Es gibt noch „Upgrade“-Varianten für alle Schummel-Profis.

Das könnte besser sein:

  • Etwas weniger Aktionen/Aktionskarten wären auch in Ordnung. Die vielen Aktionen sind teilweise verwirrend, denn man muss zwischendurch oft in die Anleitung schauen, um zu checken, was die einzelnen Figuren bedeuten.
  • Empfehlung: Anderes/“weicheres“ Kartenmaterial, damit das Schummeln bzw. Wegwerfen der Karten auf den Boden nicht zu hören ist.

Spielt man die Bestäuber-Biene aus, muss der aktive Spieler laut "Bestäubung!" rufen. Mit der Blütenstaubkarte kann ein anderer Spieler abgeworfen werden. Klingt komisch? Ist es auch!
© Foto: Sebastian Schubert

Gesamtauswertung

Wie komplex ist das Spiel: 4

Wie verständlich sind die Regeln: 9

Wie gut ist das Spielmaterial: 10

So gut fanden wir das Spiel: 8

Preis-Leistungs-Verhältnis: 10

Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.