Adventszeit ist Paketezeit. Zu keiner Zeit im Jahr haben die Logistik-Unternehmen so viel zu tun wie in den Wochen vor Weihnachten. Bis zu 19 Millionen Sendungen stellen sie hierzulande pro Tag zu – insgesamt sind es im diesjährigen Weihnachtsgeschäft wohl rund 690 Millionen. Für die Zusteller bedeutet das Stress. Aber auch Verbraucher sollten einiges beachten, wenn sie ein Paket verschicken – damit es günstig, sicher und schnell ankommt.

Wie kann man beim Pakete-Verschicken Geld sparen? Zunächst lohnt sich ein Preisvergleich unter den Logistikern. Weniger zahlt auch, wer sein Paket schlank packt, weil die Anbieter den Preis nach der Paketgröße berechnen. Außerdem sparen Kunden bei vielen Paketdiensten, wenn sie online frankieren. Wer gleich mehrere Versandmarken auf einmal kauft, erhält bei einigen einen Rabatt.

Wann muss ein Paket spätestens versendet werden? Soll ein Paket per Standard-Versand bis Heiligabend ankommen, sollte es spätestens am 20. Dezember verschickt werden. Das gelte beim Inlandsversand für die meisten großen Paketdienste, sagt Elena Marcus-Engelhardt vom Bundesverband Paket und Expresslogistik. Die Regelzustellzeit von einem bis zwei Tagen sei wegen der großen Paketmenge in der Weihnachtszeit nicht immer zu schaffen, sagt sie. Außerdem könnte starker Schneefall die Auslieferung verzögern. Ihr Tipp: „Wenn man sein Paket schon Mitte Dezember losschickt, ist man auf der sicheren Seite.“ Auch Klaus Gettwart, Vorstand des Deutschen Verbandes für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT), empfiehlt, Pakete „zur Sicherheit eine Woche vorher zu verschicken“. Umgehen lässt sich das gegen einen Aufpreis mit Express-Dienstleistungen. Damit garantieren einige Anbieter zum Beispiel, dass ein am 23. Dezember verschicktes Paket an Heiligabend ankommt.

Welche Fristen gelten für den Versand ins Ausland? Das variiert von Paketdienst zu Paketdienst. Bei einigen sind der 18. oder der 19. Dezember Stichtag für Standard-Lieferungen ins europäische Ausland, andere geben ein Datum Anfang Dezember an. Eine Zustellung in Länder außerhalb Europas bieten nicht alle Paketdienste für Privatkunden an, so Marcus-Engelhardt. In der Regel sollten Pakete in andere Kontinente früher aufgegeben werden, außer der Kunde nutze den Express-Versand. Allgemein empfiehlt die Expertin, sich auf den Internetseiten der Dienstleister über die Fristen zu informieren.

Wie sollte das Geschenk verpackt sein? „Es ist ganz wichtig, dass die Verpackung stabil ist“, sagt Marcus-Engelhardt. Zerbrechliche Gegenstände wie Weihnachtsbaumschmuck sollten mit Luftkissenmaterial eingewickelt werden. Der Karton sollte intakt sein und nutzbare Laschen haben. Bei gebrauchten Kartons sollten alte Barcodes oder andere missverständliche Angaben entfernt werden. Die Kartons sollten nicht mit Geschenkpapier oder -schnüren geschmückt sein, „weil sich diese in den automatischen Paketsortieranlagen verfangen können“, so die Expertin.

Bis zu welcher Summe sind Standard-Pakete versichert? Auch das variiert von Anbieter zu Anbieter. Bei den meisten liegt die maximale Haftungssumme bei knapp mehr als 500 Euro, bei anderen reicht sie bis 750 Euro. Gar nicht versichert ist die Paketgruppe der Päckchen der Deutschen Post. Einige Dienste bieten für Privatkunden Zusatzversicherungen mit deutlich höheren Haftungssummen an. „Wenn der Inhalt des Pakets über dem Wert der Standardversicherung liegt, dann empfiehlt sich eine Zusatzversicherung“, erklärt Marcus-Engelhardt.

Was passiert im Schadensfall? Wer ein beschädigtes Paket empfängt, sollte sich laut Marcus-Engelhardt zunächst an den Absender wenden. Der habe einen Vertrag mit dem Paketdienstleister geschlossen und bespreche mit ihm, wie der Schaden reguliert wird. Nach den Worten von Marcus-Engelhardt gibt es zwei Haftungsfälle. Wenn das Paket nicht ordentlich verpackt war, hafte der Versender. Wenn der Schaden beim Transport entsteht, hafte der Paketdienstleister. Um das nachzuweisen, empfiehlt DVPT-­Vorstand Gettwart, den Paketinhalt vor dem Senden zu fotografieren und zu dokumentieren. Das sollte dann auch der Empfänger im Schadensfall machen.

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