Der Trend der Wer-ist-wer-Ratespiele will nicht abreißen. Seitdem „Werwolf“ dieses Spielprinzip bekannt und beliebt gemacht hat, rätseln sich Spielgruppen durch die verschiedensten Szenarien. Nach dem Dorf im Mittelalter mit Werwolf-Problem und dem geheimen Tempel mit Schatzräubern befinden sich die Spieler in „BANG!“ im wilden Westen.

Darum geht’s in „BANG! Das Würfelspiel“

Im Würfelspiel „BANG!“ hat jeder Spieler eine der vier Rollen, „Sheriff“, „Hilfssheriff“, „Bandit“ oder „Gangster“. Je nach Rolle hat jeder Spieler ein anderes Spielziel. Der Sheriff gewinnt, wenn alle Banditen und Gesetzlosen gestorben sind. Die Banditen gewinnen, sobald der Sheriff tot ist. Der Hilfssheriff gewinnt, wenn der Sheriff gewinnt und der Gesetzlose gewinnt, sobald er der letzte Spieler auf dem Feld ist. Der Kniff am Spiel – Außer dem Sheriff sind die Rollen der Spieler geheim. Und wer einen Mitspieler Schaden zufügen möchte, braucht Würfelglück.

So wird „BANG! Das Würfelspiel“ gespielt

Im Würfelspiel „BANG!“ gibt es Charakterkarten und Rollenkarten. Zu Beginn des Spiels werden die Charakterkarten gemischt und an jeden Spieler eine Karte ausgegeben. Die Charakterkarte gibt an, welche Person ein Spieler spielt. Neben dem Namen, der Anzahl der Lebenspunkte und einem Bild der Person enthält jede Charakterkarte eine Sonderfähigkeit.

Je nach Spieleranzahl wird ein Kartenstapel mit Rollen bestehend aus Banditen, Gesetzlosen, Sheriff und Hilfssheriff zusammengestellt und gemischt. Anschließend wird an jeden Spieler verdeckt eine Rollenkarte ausgegeben. Jeder Spieler darf nur seine eigene Rolle kennen!

Je nach Rolle hat jeder Spieler ein anderes Spielziel.

In „BANG! - Das Würfelspiel“ bekommt jeder Spieler eine Charakterkarte. Jeder Charakter hat eine eigene Fähigkeit und eine bestimmte Anzahl an Leben. Zudem erhält jeder Spieler eine Rolle. Von dieser Rolle ist die eigene Siegesbedingung abhängig.
© Foto: Marcus Scheib
Sheriff: Gewinnt, wenn alle Banditen und Gesetzlose tot sind.

Hilfssheriff : Gewinnt, wenn der Sheriff überlebt und das Spiel gewinnt.

Banditen: Gewinnen, wenn der Sheriff tot ist.

Gesetzloser: Gewinnt, wenn er der letzte Spieler auf dem Feld ist.

Wenn jeder seine Rolle und sein Spielziel kennt, bekommen die Spieler Patronenhülsen in Höhe ihrer Lebenspunkte. Weitere Patronen- und Pfeil-Marker werden zurechtgelegt. Dann kann das Spiel auch schon beginnen. „BANG!“ wird in Runden gespielt. Die Spieler sind nacheinander am Zug.

Jeder Spieler kann in seinem Zug die 5 Würfel bis zu drei mal würfeln. Nach jedem Wurf entscheidet der Spieler welche Würfel er behalten möchte und welche Würfel neu gewürfelt werden sollen. Nach drei Würfen steht das finale Wurfergebnis fest und wird abgehandelt.

Jeder Würfel hat 6 Symbole mit unterschiedlichen Funktionen.

Diese 6 unterschiedlichen Symbole können die Spieler erwürfeln.
© Foto: Marcus Scheib

1 im Fadenkreuz: Mit diesem Symbol kann der aktive Spieler auf die Person links oder rechts neben sich schießen. Die getroffene Person gibt eine seiner Patronenhülsen ab. Hat ein Spieler keine Patronenhülsen mehr, stirbt er und scheidet aus dem Spiel aus.

2 im Fadenkreuz: Dieses Symbol funktioniert wie die „1 im Fadenkreuz“. Jedoch wird dieses Mal auf die Person geschossen, die sich 2 Plätze links oder rechts neben dem aktiven Spieler befindet.

Bier: Mit dem Bier kann der aktive Spieler sich oder einen Mitspieler heilen. Er nimmt sich dafür eine Patronenhülse je Bier aus dem Vorrat.

Pfeile: Es gibt auch negative Würfelereignisse. Eines davon sind die Pfeile. Für jeden Pfeil, den ein Spieler würfelt, nimmt er sich sofort einen Pfeilmarker aus dem Vorrat. Hat er das getan, kann er den Würfel mit dem nächsten Wurf noch einmal würfeln. Sind alle Pfeile aus dem Vorrat verteilt, gibt es einen Indianerangriff. Für jeden Pfeilmarker, den ein Spieler im Moment des Indianerangriffs besitzt, verliert er einen Lebenspunkt. Anschließend werden alle Pfeilmarker wieder in den Vorrat gelegt.

Dynamit: Dynamit ist ebenfalls ein negatives Würfelereignis. Hat ein Spieler eine Dynamitstange erwürfelt, muss er diesen Würfel zur Seite legen und darf ihn nicht erneut werfen. Wenn ein Spieler drei oder mehr Dynamitstangen im Laufe seiner Runde erwürfelt hat, muss er sofort mit dem Würfeln aufhören und verliert einen Lebenspunkt.

Gatling: Die Gatling-Symbole kann ein Spieler sammeln. Hat er insgesamt drei oder mehr Gatling-Symbole in seinem Zug erwürfelt, verlieren alle Mitspieler außer dem aktiven Spieler einen Lebenspunkt. Der aktive Spieler darf zudem alle seine Pfeilmarker zurücklegen. Bekommt ein Spieler jedoch keine drei Gatling-Symbole zusammen, passiert nichts. Die Würfel waren nutzlos.

So wird „BANG! Das Würfelspiel“ Runde um Runde gespielt. Schüsse werden verteilt, Biere werden ausgegeben und es wird viel gerätselt, welcher Spieler welche Rolle hat. Das Spiel endet, sobald eine Spielergruppe ihr Ziel erreicht hat.

Unser Fazit zu „BANG! Das Würfelspiel“

„BANG! Das Würfelspiel“ ist ein sehr gutes Einstiegsspiel für einen Spieleabend. Die Regeln sind schnell erklärt und mit einer Spielzeit von etwa 15 Minuten je Runde, können auch mehrere Runden hintereinander gespielt werden.

Das Grundprinzip des Spiels ist denkbar einfach. Dennoch kommen durch die Rollen und die hohe Anzahl an Charakteren mit besonderen Fähigkeiten, unterschiedliche Spielweisen zustande. Besonders witzig wird „BANG! Das Würfelspiel“, wenn die Cowboys von den Spielern mit ein wenig schauspielerischem Geschick zum Leben erweckt werden.

Im Spiel mit 6 Personen wirkt das Spiel jedoch sehr unausgeglichen. Mit nur einem Sheriff und einem Hilfssheriff gegen drei Banditen ist das Spiel oft schneller vorbei als einem Lieb ist. Da kann selbst der eine Gesetzlose nicht viel ausrichten. In unseren Testspielen zu sechst haben immer die Banditen gewonnen. Der Spaß ging dadurch jedoch nicht verloren.

„BANG! Das Würfelspiel“ ist eine sehr schöne Mischung aus Stänker- Würfelmechanismen ala „King of Tokyo“ und dem Wer-ist-wer-Ratespaß von „Werwolf“.

Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.