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| 14:44 Uhr

Emanuel Buchman
Die deutsche Radsporthoffnung auf den Gesamtsieg bei der Spanienrundfahrt?

FOTO: stokpic / stokpic - Pixabay
Niederndorf. Auch wenn Jan Ulrich in den letzten Tagen eher unrühmliche Schlagzeilen gemacht hat, sucht Deutschland nach wie vor nach einem Nachfolger, der um den Gesamtsieg der Grand Tours im Straßenradsport mitfahren kann.

Im Fokus steht dabei aktuell Emanuel Buchmann. Aber wie groß sind die Chancen des 25-Jährigen vom deutschen Team Bora-hansgrohe auf den Gesamtsieg bei der anstehenden Vuelta a Espana?

Wenn am 25. August in Malaga der Startschuss für die 73. Auflage der Vuelta a Espana fällt, wird aus deutscher Sicht insbesondere ein Fahrer im Fokus stehen. Der Ravensburger Emanuel Buchmann ist die deutsche Radsporthoffnung der Spanienrundfahrt und hat nicht nur selbst große Ambitionen, im Gesamtklassement ein gehöriges Wörtchen mitzureden, sondern auch tatsächlich die Chance dazu.

Verantwortlich dafür ist nicht nur die Klasse des deutschen Straßenmeisters von 2015, sondern auch sein starker Rennstall Bora-hansgrohe, der in der vergangenen Saison mit dem Transfer des mehrfachen Weltmeisters Peter Sagan einen Coup gelandet hat. Wie Teammanager Ralph Denk in einem Interview mit radsport-news.com betont, hält er große Stücke auf seinen Kapitän für die Spanienrundfahrt und sieht diesen von seiner Entwicklung her aktuell gar weiter als Tour de France-Abonnement-Sieger Christopher Froome im selben Alter.

Gerade aufgrund des Potentials des 25-Jährigen hatte das Team Kritik einstecken müssen, als bekannt wurde, dass Buchmann nicht am Start der Frankreichrundfahrt stehen würde. Dahinter steckt allerdings Kalkül, betont Denk. Geht es nach der Teamstrategie, soll Buchmann sowohl mental als auch körperlich frisch in die Spanienrundfahrt starten, um dort in die Rolle des Leaders hineinzuwachsen. Demnach könnte die diesjährige Vuelta a España durchaus eine Generalprobe für die Tour de France 2019 sein, in der Buchmann die Kapitänsrolle übernehmen und damit in die Fußstapfen von Jan Ulrich treten könnte.

Laut Buchmachern stehen die Chancen des Deutschen auf einen Platz unter den Top-10 oder gar den Gesamtsieg gar nicht so schlecht. Immerhin liegt die Quote bei den meisten Anbietern für Sportwetten aktuell bei 30. Damit ist Buchmann aktuell an elfter Stelle der Favoriten platziert und liegt beispielsweise deutlich vor dem Achtplatzierten der diesjährigen Tour de France Daniel Martin (70) sowie vor Weltklassefahrern wie dem Tour-Sieger von 2014 Vincenco Nibali (35) und dem Franzosen Thibaut Pinot (40).

Nichtsdestotrotz liegt die Favoritenrolle bei anderen Fahrern. So etwa bei Nairo Alexander Quintana vom Team Movistar, der bei der Tour de France deutlich unter seinen Möglichkeiten gefahren ist und sich am Ende mit Platz 10 im Gesamtklassement der Tour 2018 zufriedengeben musste. Auch Alejandro Valverde, ebenfalls Movistar, kann sich ebenso wie der Brite Simon Yates Chancen auf das rote Trikot des Gesamtführenden ausrechnen. Top-Favorit ist und bleibt mit einer Quote von 2,9 allerdings der Australier Richie Porte vom US-Rennstall BMC. Ob der 33-Jährige jedoch im Vollbesitz seiner Kräfte ist, bleibt abzuwarten, denn wie schon im vergangenen Jahr musste Porte die Tour aufgrund eines Sturzes vorzeitig verlassen und kuriert aktuell einen Schlüsselbeinbruch aus.

Die Chancen für Emanuel Buchmann stehen jedenfalls nicht schlecht, zumal das Team Buchmann mit dem Polen Rafal Majka einen starken Bergfahrer an die Seite stellt, der bei der Vuelta 2015 bereits den 3. Rang belegt hat. Radsportdeutschland darf dem Start der Spanienrundfahrt also gespannt entgegenblicken.