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Ein Vaterschaftstest – Wie läuft dieser eigentlich ab?

Schreien ohne Unterlass kann die Eltern eines Säuglings zum Ausrasten bringen. Wenn sie ihr Kind dann aus Verzweiflung schütteln, bringen sie es in Lebensgefahr. Foto: Fotolia
Schreien ohne Unterlass kann die Eltern eines Säuglings zum Ausrasten bringen. Wenn sie ihr Kind dann aus Verzweiflung schütteln, bringen sie es in Lebensgefahr. Foto: Fotolia FOTO: Fotolia
Wer schon einmal vor der Entscheidung stand, ob ein Vaterschaftstest gemacht werden sollte, hat sich sicher die Frage gestellt, wie so ein Test eigentlich funktioniert und welche Zustimmungen vorab eingeholt werden müssen. Vaterschaftstests können heutzutage sehr schnell durchgeführt werden, sind wenig kostenintensiv und in der Regel unkompliziert. Dennoch unterliegen sie strengen Richtlinien, insbesondere in Bezug auf das Persönlichkeitsrecht der zu prüfenden Personen. Es ist deshalb wichtig, sich vorab mit dem Schema und den Voraussetzungen für einen reibungslosen Vaterschaftstest auseinanderzusetzen.

Wichtige Richtlinien und Gesetze

Bereits vor einigen Jahren ist ein neues Gesetz vom Bundestag verabschiedet worden, dass es zweifelnden Vätern erleichtern soll, einen Nachweis über die Vaterschaft einzuholen. Zuvor war hierfür ein begründeter Anfangsverdacht innerhalb von 2 Jahren nach Geburt des Kindes notwendig, auch als Voraussetzung für eine gerichtliche Anfechtung der Vaterschaft. Dies kann nun auch nach Ablauf dieser Zeit geschehen, aber nur, wenn begründete Zweifel bestehen. In diesem Fall kann ein Gentest auch gegen den Willen der Mutter durchgeführt werden. Außerdem neu ist: Ob der Vaterschaftstest nun positiv oder negativ ausfällt, dem eingetragenen Vater des Kindes bleibt selbst überlassen, ob er dieses Ergebnis für eine gerichtliche Loslösung von eventuellen Unterhaltszahlungen nutzen möchte oder nicht. Der Status des leiblichen Vaters kann also auch nach einem negativen Test beibehalten werden. Auf diesem Weg soll verhindert werden, dass heimliche Tests durchgeführt werden, welche die Persönlichkeitsrechte der Personen verletzen, deren Gewebe- bzw. Speichelproben ohne Zustimmung Teil eines DNA-Vaterschaftstests werden. Heimliche Vaterschaftstests haben auch vor Gericht keinen Halt und können zu erheblichen Geldstrafen führen. Doch natürlich kann auch von Mutter und Kind ein Vaterschaftstest erwirkt werden, um zum Beispiel ausgesetzte Zahlungen für die Geburt und den Unterhalt des Kindes vom Vater einzuholen. Die Jugendämter der verschiedenen Bundesländer variieren manchmal in Umfang und Inhalt, bieten aber im Bereich der Vaterschaftsfeststellung eine umfassende Beratung an.

Wie ein ordnungsgemäßer Vaterschaftstest abläuft

Wie funktioniert ein Vaterschaftstest nun im Einzelnen? Wenn alle beteiligten Personen, also Mutter, Vater und Kind ihre persönliche Einverständniserklärung abgegeben haben, ist ein Vaterschaftstest sehr unkompliziert. Hierfür kann man sich einfach online ein Test-Set nach Hause bestellen, welches alles beinhaltet, was es für die Entnahme der Gewebeproben für den Labortest benötigt. Die Entnahme muss natürlich durch eine neutrale Person dokumentiert werden: Dem Haus- und Amtsarzt, der Hebamme, dem Krankenhauspersonal, dem Notar oder dem zuständigen Labor. Für die eindeutige Entnahme der DNA-Marker (DNA-Abschnitte) sind Haarwurzeln und Blut geeignet, am gängigsten ist allerdings ein simpler Schleimhautabstrich aus der Wangeninnenseite. Seitens der zu testenden Personen ist an dieser Stelle auch schon alles getan, den Rest übernimmt das zuständige Vaterschaftstest-Labor.

Die Laboranalyse

Im Rahmen der Laboranalyse werden nun die Zellen der Probeentnahmen miteinander abgeglichen. Da diese Mundabstriche aber nur wenige Zellen beinhalten, werden diese mit Hilfe des Verfahrens der Polymerase-Kettenreaktion vervielfältigt, erst dann kann eine verlässliche DNA Untersuchung durchgeführt werden. Die DNA-Marker werden im Anschluss miteinander verglichen und auf Übereinstimmungen in den genetischen Merkmalen hin überprüft. Dieser Test bestätigt ein Verwandtschaftsverhältnis zu mindestens 99,9 und bis zu 99,9999 Prozent. Andersherum kann es auf diesem Wege zu 100 Prozent nachgewiesen werden, wenn keine Verwandtschaft besteht.