Und das zeigt sich bereits bei der Geschichte. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen, sind die Spieler bei “Dungeon Fighter” keine muskelbepackten, nahezu unbesiegbaren Helden. Ganz im Gegenteil. Gespielt werden Großmäuler, die sich zwar mit Heldenmärchen schmücken, aber eigentlich pure Hochstapler sind.
Diese “heiße Luft” auf zwei Beinen geht dem König gehörig gegen den Strich. Deshalb steckt er kurzerhand die Prahler in ein wirklich gefährliches Labyrinth voll mit skurrilen Monstern.

So wird Dungeon Fighter gespielt

Neben der großen Dartscheibe besteht die Spielaufstellung auch aus einem Kartenturm. In diesem befinden sich auf jeder Etage Gegner.
Neben der großen Dartscheibe besteht die Spielaufstellung auch aus einem Kartenturm. In diesem befinden sich auf jeder Etage Gegner.
© Foto: Marcus Scheib
Vieles an “Dungeon Fighter” ist anderen Vertretern des Genres “Dungeon Crawler” ähnlich. Die Spieler sind eine gemeinsame Heldengruppe, bewegen sich von Raum zu Raum, begegnen Monstern, die besiegt werden müssen und gewinnen Gold, mit dem sie sich neue Waffen kaufen können. Am Ende steht ein mächtiger Endboss, dem die Spielgruppe gemeinsam auf die Mütze hauen muss.
Doch in einem entscheidenden Element unterscheidet sich “Dungeon Fighter” von all den anderen Spielen: Dem Kampf! Zwar müssen die Spieler Würfel werfen, der erzielte Wert ist jedoch zweitrangig. Viel wichtiger ist der Wurf selbst.
Ist ein Spieler an der Reihe, nimmt er einen der zur Verfügung stehenden Würfel und muss diesen so werfen, dass er einmal auf der Tischplatte abprallt und anschließend auf der Dartscheiben-Artigen Zielscheibe landet. Was einfach klingt, erweist sich als ziemlich fordernd.
 So werden die Würfel ausgewertet: Würfel die außerhalb der Darscheibe sind oder sich in einem Loch befinden, gelten als "nicht getroffen". Landet ein Würfel auf der Dartscheibe, wird dem Gegner die getroffene Punktzahl an Leben abgezogen. Ist sogar das Augensymbol beim Würfel oben, wird die Spezialfähigkeit des Helden zusätzlich aktiviert.
So werden die Würfel ausgewertet: Würfel die außerhalb der Darscheibe sind oder sich in einem Loch befinden, gelten als „nicht getroffen“. Landet ein Würfel auf der Dartscheibe, wird dem Gegner die getroffene Punktzahl an Leben abgezogen. Ist sogar das Augensymbol beim Würfel oben, wird die Spezialfähigkeit des Helden zusätzlich aktiviert.
© Foto: Marcus Scheib
Haben die Spieler den Basiswurf einmal erlernt, kommen immer absurdere Wurfvarianten durch Gegner oder Waffen ins Spiel. Den “schwarzen König” beispielsweise kann die Heldengruppe nur besiegen, wenn sie den Würfel über eine Karte springen lässt und dennoch die Scheibe trifft. Mit der Waffe “Spitzer Ellenbogen” kann zwar der verursachte Schaden um 2 gesteigert werden, dafür muss der Würfel jedoch vom Ellenbogen gerollt werden, einmal auf dem Tisch aufkommen und auf der Zielscheibe landen. Der spielenden Heldengruppe wird einiges an Geschick abverlangt, bevor ein Gegner besiegt ist.
Eine nützliche Hilfe können die Spezialfähigkeiten der Helden sein. Jeder Charakter hat 3 Fertigkeiten. Eine für jede Würfelfarbe. Um eine Fähigkeit zu aktivieren, nimmt der Spieler den Würfel seiner Wahl und wirft diesen. Zeigt der Würfel das Augensymbol, wird die Sonderfähigkeit des Charakters aktiviert. Da jeder Würfel jedoch nur einmal je Durchgang geworfen werden kann, sollte die Heldengruppe bereits vorab festlegen, welcher Spieler welchen Würfel spielen wird.
Jeder Held in Dungeon Fighter hat 3 Spezialfähigkeiten. Um diese zu aktivieren, muss der Spieler ein Augensymbol mit dem Würfel in der entsprechenden Farbe erwürfeln.
Jeder Held in Dungeon Fighter hat 3 Spezialfähigkeiten. Um diese zu aktivieren, muss der Spieler ein Augensymbol mit dem Würfel in der entsprechenden Farbe erwürfeln.
© Foto: Marcus Scheib
Sollte ein Bösewicht einmal nicht mit den 3 Würfeln besiegt worden sein, können die Spieler vorab gekaufte Würfel einsetzen oder jeweils ein Leben lassen, um erneut auf alle 3 Farbwürfel zugreifen zu können.
Verliert ein Held im Kampf alle seine Lebenspunkte, ist er noch nicht aus dem Spiel. Stattdessen stellt er sich für die Dauer des Kampfes tot und kann anschließend, mit einem kleinen Malus, wiederbelebt werden.
Jeder Held hat eine bestimmte Anzahl an Lebenspunkten. Diese wird mittels eines schwarzen Herzens auf einer Lebenspunktetafel markiert.
Jeder Held hat eine bestimmte Anzahl an Lebenspunkten. Diese wird mittels eines schwarzen Herzens auf einer Lebenspunktetafel markiert.
© Foto: Marcus Scheib
Haben sich die Spieler durch alle 3 Etagen des Labyrinths gekämpft, reichlich Ausstattung im Shop erworben und erfreuen sich bester Gesundheit, können sie dem Endgegner entgegentreten. Kann die Heldengruppe auch diesen besiegen, endet “Dungeon Fighter” und die Spieler gewinnen. Sollten sich jedoch alle Helden im Kampf totstellen, verlieren die Spieler.

Fazit

Jeder Spieler der einmal einen kooperativen “Dungeon Crawler” gespielt hat, kennt dieses mitfiebernde Gefühl, wenn ein Würfelergebnis über den Sieg gegen das Böse oder die Niederlage entscheidet. Ist es in den meisten Spielen jedoch eher eine Glückssache, entscheidet bei “Dungeon Fighter” vor allem das Geschick.
Durch seine Mischung von Geschicklichkeitsspiel und “Dungeon Crwaler” spricht dieses Spiel auch eine Zielgruppe fernab von mittelalterlichen Rollenspielenthusiasten an. Und das bereits seit 2011.
Im Shop können sich die Spieler für die besiegten Monster reichlich belohnen. Waffen helfen dabei schwierige Gegner schneller zu besiegen.
Im Shop können sich die Spieler für die besiegten Monster reichlich belohnen. Waffen helfen dabei schwierige Gegner schneller zu besiegen.
© Foto: Marcus Scheib
Leider ist dem Spiel sein Alter anzumerken. Das Regelwerk ist unterhaltsam geschrieben, aber auch langatmig.
Vor der ersten Runde sollten sich alle Spieler mit den Würfeln vertraut machen und einige (in unserem Fall viele) Probewürfe absolvieren. Andernfalls führt der erste Gegner zu einem hohen Frustlevel.
Insgesamt ist die Spielzeit von “Dungeon Fighter” für ein Geschicklichkeitsspiel etwas zu lang geraten. Unsere Testpartien übertrafen die angegebene Spielzeit von 45 Minuten bei weitem.
Trotz der langen Spielzeit und den Startschwierigkeiten beim Würfeln ist “Dungeon Fighter” ein wirklich gelungenes Geschicklichkeitsspiel. Nicht nur die teils absurden Verrenkungen beim Würfeln laden zum Lachen ein, sondern auch die humorvollen Sprüche auf dem Spielmaterial.
Aktuell ist die getestete Version von “Dungeon Fighter” kaum noch zu erhalten. Doch Nachschub ist in Sicht. Am 24. September startete auf Kickstarter eine Kampagne mit einem komplett überarbeitetem “Dungeon Fighter”. Fans können hier zwischen 4 unterschiedlichen Versionen mit angepassten Spielfeldern und weiteren Gadgets wählen.
Auch das Design und die Regeln wurden komplett überarbeitet und verschlankt, wodurch ein besserer Spielfluss versprochen wird. Wie der Heidelbär-Verlag schon jetzt verraten hat, werden alle 4 Boxen im nächsten Jahr bei ihnen auf deutsch zu erhalten sein.
Dieser Artikel ist Teil unserer Serie Brettspiel-Test.