Darum geht´s in “Sanctum”

Ein Dämonenlord aus fast vergessenen Tagen wird vom verrückten König aus seinem Grab befreit und bedroht die Stadt “Sanctum”. Doch die Geschichte ist in diesem Spiel zweitrangig. Im Fokus steht das aufleveln des eigenen Helden bis es zum epochalen Endboss kommt! Die auf diesen Weg auftauchenden Dämonen können getrost als “Kanonenfutter” gewertet werden.

So wird „Sanctum“ gespielt

Der Spielaufbau in Sanctum besteht aus den zentralen Tableaus in der Mitte. Auf diesen Tableaus bewegen sich die Helden, Dämonen tauchen auf und Erfolge werden freigespielt. Zudem hat jeder Spieler ein eigenes Tableaus. Auf diesem werden die Ausrüstung und die Begabung des eigenen Helden abgebildet.

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Eine Partie “Sanctum” lässt sich in zwei Abschnitte unterteilt. Die erste Phase ist der Weg zum Dämonenlord. Der Weg führt über mehrere Etappenspielpläne vom kleinen Fischerdorf bis zu den Mauern Sanctums. Auf dieser Reise werden die Fähigkeiten des eigenen Helden mit Ausrüstung und Begabung verbessert. Getreu dem Motto “Übung macht den Meister”, müssen zahllose Dämonen besiegt werden.

Der Spielaufbau bei Sanctum besteht aus einer zentralen Auslage, die alle Spieler nutzen. Zusätzlich hat jeder Spieler ein eigenes Heldentableau auf dem er seine Verfolgermoster ablegt, sein Begabungsverzeichnis verwaltet und seine Ausrüstung erlangt.
Der Spielaufbau bei Sanctum besteht aus einer zentralen Auslage, die alle Spieler nutzen. Zusätzlich hat jeder Spieler ein eigenes Heldentableau auf dem er seine Verfolgermoster ablegt, sein Begabungsverzeichnis verwaltet und seine Ausrüstung erlangt.
© Foto: Marcus Scheib
Ist ein Spieler in der ersten Spielphase an der Reihe, kann er zwischen 3 Aktionen wählen: Bewegen, kämpfen, rasten.

Bewegt sich ein Spieler, setzt er seinen Helden auf das erste leere Feld vor dem vordersten Spieler. So passiert es oft, dass der hinterste Held zur Spitze vorrückt. Jedes Spielfeld gibt an, wie viele Dämonen, welcher Stärke ins Spiel kommen. Der Spieler kann sich 1 Satz offenliegender Dämonen aussuchen und diese auf seine Verfolgerleiste legen. Dort bleiben die Dämonen so lange als Verfolger liegen, bis sich der Spieler einem Kampf stellt.

In der Aktion "Bewegen", platziert der aktive Spieler seine Heldenminiatur auf dem ersten, freien Feld vor dem vordersten Spieler. Er bewegt sich an die Spitze der Truppe. An dem Feld befindet sich ein Symbol, welches angibt, welche Dämonen neu aufgedeckt werden müssen. Es sind stets 5 Dämonengruppen (a - e) aufgedeckt. Der aktive Spieler wählt eine dieser Gruppen als Verfolger.
In der Aktion "Bewegen", platziert der aktive Spieler seine Heldenminiatur auf dem ersten, freien Feld vor dem vordersten Spieler. Er bewegt sich an die Spitze der Truppe. An dem Feld befindet sich ein Symbol, welches angibt, welche Dämonen neu aufgedeckt werden müssen. Es sind stets 5 Dämonengruppen (a - e) aufgedeckt. Der aktive Spieler wählt eine dieser Gruppen als Verfolger.
© Foto: Marcus Scheib
Entscheidet sich ein Spieler in seinem Zug seine Verfolger-Dämonen zu bekämpfen, kommt das clevere Kampf- und Belohnungssystem von “Sanctum” zum Einsatz.

Jeder Dämon auf der Verfolgerleiste hat ein oder mehrere Würfelwerte. Diese Werte gilt es im Kampf zu treffen. Der Spieler würfelt seine Würfel. Passende Zahlen sind Treffer. Würfel deren Werte nicht passen, können durch Begabungen und Ausrüstung modifiziert werden. Ein Dämon, dessen Würfelwerte komplett getroffen wurden, ist besiegt! Sollte ein Dämon überleben, schlägt er zurück. Der Held kann versuchen den Angriff mit seinen Fähigkeiten zu blocken. Gelingt das nicht, erleidet der Spieler Schaden.

In der Kampfphase tritt der Held gegen alle Dämonen in der Verfolgerleiste an, die er gesammelt hat. Der Spieler würfelt alle seine Würfel und legt bereits passende Werte auf die Dämonen. Alle nicht passenden Würfel können durch die Rüstung und Begabungen des Helden modifiziert werden. Das kostet jedoch Marker. Die nun passenden Würfel können auf die Monster abgelegt werden. Monster die nicht besiegt oder geblockt werden konnten, fügen Schaden zu.
In der Kampfphase tritt der Held gegen alle Dämonen in der Verfolgerleiste an, die er gesammelt hat. Der Spieler würfelt alle seine Würfel und legt bereits passende Werte auf die Dämonen. Alle nicht passenden Würfel können durch die Rüstung und Begabungen des Helden modifiziert werden. Das kostet jedoch Marker. Die nun passenden Würfel können auf die Monster abgelegt werden. Monster die nicht besiegt oder geblockt werden konnten, fügen Schaden zu.
© Foto: Marcus Scheib

Ist ein Dämon besiegt, kann seine Karte umgedreht werden. Auf der Rückseite offenbart sich nun ein Rüstungsgegenstand, der in der “Rast”-Aktion mit Juwelen gekauft werden kann.

Besiegte Dämonen erlauben zudem, Juwelen im Begabungsverzeichnis nach oben zu bewegen. Ist ein Juwel ganz oben, kommt er in den Geldbeutel und kann später zum kaufen verwendet werden. Sind alle Juwelen von einer Begabung entfernt, ist diese erlernt und kann eingesetzt werden.

Auf der Vorderseite der Monsterkarten ist angegeben, wie viele und welche Juwelenbewegungen sie freisetzen. Für jede freigesetzte Juwelenbewegung kann ein Juwel um ein Feld nach oben geschoben werden. Ist ein Juwel ganz oben, wandert er in den Geldbeutel. In der Aktion "Rasten" kann mit diesen Juwelen Ausrüstung erworben werden.
Auf der Vorderseite der Monsterkarten ist angegeben, wie viele und welche Juwelenbewegungen sie freisetzen. Für jede freigesetzte Juwelenbewegung kann ein Juwel um ein Feld nach oben geschoben werden. Ist ein Juwel ganz oben, wandert er in den Geldbeutel. In der Aktion „Rasten“ kann mit diesen Juwelen Ausrüstung erworben werden.
© Foto: Marcus Scheib

In der Letzten Aktionsmöglichkeit - dem Rasten - kann ein Spieler Ausrüstungsteile erwerben. Hierfür nimmt er die Juwelen und bezahlt die freigespielten Gegenstände damit. Unnötige Gegenstände können gegen Tränke eingelöst werden.

Die erste Spielphase endet mit dem Durchbrechen der Mauer Sanctums. Der Dämonenlord taucht auf.

Am Ende der ersten Spielphase stehen die Helden an den Mauern Sanctums und blicken in die Augen des Dämonenlords. In der nächsten Spielphase folgt der Endkampf.
Am Ende der ersten Spielphase stehen die Helden an den Mauern Sanctums und blicken in die Augen des Dämonenlords. In der nächsten Spielphase folgt der Endkampf.
© Foto: Marcus Scheib

Die zweite Spielphase ist nun die finale Schlacht. Der Spieler kann sich in dieser Phase nicht mehr bewegen und auch nicht rasten. Er muss jetzt so gut ausgerüstet sein, um mit all den Tränken und Rüstungsteilen dem Lord besiegen zu können.

Im Kampf gegen den obersten Bösewicht bekommt jeder Spieler 5 Dämonenlord- und 4 Rasereikarten. Diese werden abwechselnd ausgelegt.

In jeder Runde würfeln die Spieler zeitgleich alle ihre Würfel. Die Würfelergebnisse werden der vorderste Karte zugeteilt. Ist diese besiegt, rückt der Held vor und kann mit den übrigen Würfeln die nächste Karte besiegen. Hat ein Spieler z.B. in seinem ersten Wurf genug passende Würfel, um die erste Dämonenlordkarte zu besiegen, kann er die Rasereikarte aufdecken. Der Spieler muss den Effekt auf dieser Karte ausspielen und kann sie anschließend mit den noch übrigen Würfeln besiegen.

Im Endkampf tritt der Held gegen 5 Dämonenlord- und 4 Rasereikarten an. In seinem ersten Zug würfelt der Spieler genug Würfel um die erste und zweite Karte zu besiegen (2). Anschließend ist der Dämonenlord an der Reihe. Der Held verliert so viele Leben, wie die vor ihm liegenden Dämonenlordkarten angeben (In diesem Beispiel 8). Zudem werden 2 weitere Rasereikarten aufgedeckt, die für alle Spieler gelten und abgehandelt werden müssen (3). Der Kampf endet, sobald der letzte Würfel auf die letzte Dämonenlordkarte gelegt wird.
Im Endkampf tritt der Held gegen 5 Dämonenlord- und 4 Rasereikarten an. In seinem ersten Zug würfelt der Spieler genug Würfel um die erste und zweite Karte zu besiegen (2). Anschließend ist der Dämonenlord an der Reihe. Der Held verliert so viele Leben, wie die vor ihm liegenden Dämonenlordkarten angeben (In diesem Beispiel 8). Zudem werden 2 weitere Rasereikarten aufgedeckt, die für alle Spieler gelten und abgehandelt werden müssen (3). Der Kampf endet, sobald der letzte Würfel auf die letzte Dämonenlordkarte gelegt wird.
© Foto: Marcus Scheib

Hat ein Spieler alle Würfel passend zugeordnet, wird es hart! Der Held bekommt Schaden in Höhe aller Treffersymbole, welche die unbesiegten Dämonenlordkarten anzeigen. Autsch.

Und es kommt noch fieser! Der Dämonenlord brüllt und schlägt zurück in dem zwei weitere Rasereikarten aufgedeckt werden. Diese gelten für alle Spieler und haben schwere, negative Effekte!

Dieser Dämonenkampf dauert solange an, bis entweder der Dämonenlord oder der Spieler tot ist.

Unser Fazit zu Sanctum

Sanctum versucht gar nicht zu verheimlichen, dass es sehr stark vom Computerspiel “Diablo” inspiriert ist. In Diablo gilt es die Stadt Sanktuario zu schützen. Klingt fast wie “Sanctum” oder? In Diablo kann der Spieler zwischen 5 Klassen mit unterschiedlichen Fertigkeiten wählen. In Sanctum sind es 4. Aber ebenfalls spielt sich jeder Charakter anders.

Bei Diablo stärkt sich der Held durch Kämpfe auf dem Weg zum Endboss. In Sanctum ist es genau das gleiche!

Das spannende an Sanctum ist jedoch, wie clever die Spielemechaniken eines Computerspiels auf ein Brettspiel übersetzt wurden. Diese Stärke wird besonders in der ersten Spielphase klar. Es ist clever, dass der Spieler seine Gegner selbst wählen kann. Diese zeigen auf der Vorderseite ihrer Karte bereits an, welche Art von Gegenstand der Spieler nach dem Kampf erlangen kann.

Ebenfalls aktivieren die besiegten Dämonen Juwelenverschiebungen auf dem Begabungsverzeichnis. Der Spieler hat sich stets clever zu entscheiden, wie er sich ausrüsten möchte.

Insgesamt 4 unterschiedlich farbige Helden-Miniaturen bringt Sanctum mit sich. Die Miniaturen sind sehr detailreich modelliert und sind das Highlight des hochwertigen Spielmaterials.
Insgesamt 4 unterschiedlich farbige Helden-Miniaturen bringt Sanctum mit sich. Die Miniaturen sind sehr detailreich modelliert und sind das Highlight des hochwertigen Spielmaterials.
© Foto: Marcus Scheib

Noch ein spannender Mechanismus ist das Manipulieren der Würfel. Je mehr ein Held erlebt, desto mehr Würfel hat er, die er mit seinen neuen Fähigkeiten manipulieren kann.

Es fühlt sich im Spiel so gut an, wie die Mechanismen der einzelnen Aktionsmöglichkeiten zusammengreifen.

So gut wie die erste Spielphase jedoch ist, so sehr geht Sanctum in der zweiten Spielphase die Luft aus. Der Kampf gegen den Endboss fühlt sich aufgesetzt an. Hat man das Kampfsystem für die letzte Schlacht (nach 3 Seiten Erklärung) verstanden, ist der Kampf sehr glückslastig. Man merkt, welche Geschichte die Spieleautoren mit dem Endkampf erzählen wollen. Aber so leicht es die Spieler bei den anfänglichen Gegnern hatten, so unnötig schwer hat man es im Endkampf! Während es nahezu unmöglich ist in der ersten Spielphase Leben zu verlieren, kann ein Spieler mit Würfelpech im Endkampf bereits nach dem ersten Schlag sterben. Das fühlte sich im Spiel unnötig fies an.

Sanctum lässt sich mit 2 bis 4 Spielern spielen. Weshalb eine offizielle Solo-Variante nicht existiert, ist jedoch unklar. Immerhin teilen sich die Spieler lediglich eine gemeinsame Dämonenauslage und einen Pfad auf dem sie sich bewegen. In allen weiteren Dingen sind Mitspieler kaum relevant. Es ist eine Einzelgänger-Heldenreise!

Doch obwohl die Endphase des Spiels so belanglos wirkt, ist Sanctum dennoch ein sehr gutes Spiel! Denn wer Sanctum spielt, erlebt eine Abenteuergeschichte. Voll mit kniffligen Entscheidungen, spannenden Kämpfen und optisch opulentem Spielmaterial. Ein Blockbuster in Brettspielformat.

Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.