Cascadia - Familienspiel für 1 bis 4 Personen ab 10 Jahren, 30 bis 60 Minuten

Im Spiel Cascadia zieht es uns Spielende in die gleichnamige nordamerikanische Region. Über mehrere Runden versuchen wir, unser eigenes Naturgebiet in Einklang zu bringen und den heimischen Tierarten beste Lebensbedingungen zu bieten.
Um als bester Landschaftsgestalter oder -gestalterin Cascadia zu gewinnen, gilt es möglichst große Areale der gleichen Landschaftsart zu bilden. Doch auch die Tiere und ihre Lebensbedingungen sollten nicht außer Acht gelassen werden. Denn nur wer es schafft, die Landschaftsarten mit den richtigen Tierkonstellationen zu füllen, wird am Ende als Sieger oder Siegerin hervorgehen können.
Cascadia
Cascadia
© Foto: Marcus Scheib
Cascadia wird dabei über mehrere Runden gespielt, in denen wir Spielenden nacheinander an der Reihe sind. In meinem Zug kann ich eines von 4 Sets, bestehend aus einem Tier und einem Lanschaftsplättchen, wählen. Einmal gewählt, muss ich das Landschaftsplättchen an meine bisherige Auslage puzzeln. Dabei versuche ich möglichst große Landschaften der gleichen Art zu bilden. Denn nur das größte Areal jeder Art bringt mir am Ende des Spiels auch Punkte.
Neben der Landschaft zeigt jedes Plättchen auch ein oder mehrere Tiere, welche an diesem Ort angesiedelt werden können. Um meine Tiere gewinnbringend in der Landschaft verteilen zu können, lohnt ein Blick auf die Wertungskarten der Tierarten. Denn jedes Tier möchte gerne in bestimmten Anordnungen platziert werden.
So kann es bspw. sein, dass mir Bären Punkte bringen, wenn sie paarweise nebeneinander liegen. Die Lachse lieben es, in einer Linie zu schwimmen und Bussarde bevorzugen es oft, wenn sie keinen anderen Bussard in der Nachbarschaft haben.
Meine Aufgabe ist es also, die Bedürfnisse der Tiere und das Legen der Landschaften in Einklang zu bringen. Je weiter das Spiel verläuft, umso kniffliger kann diese Aufgabe werden. Vor allem zum Ende hin wird es ein spannendes Hoffen und Bangen, dass ich die richtigen Plättchen und Tiere aus der Auslage ergattere. So manch ein Plan kann am Ende scheitern. Um so größer ist die Freude, wenn zum Schluss doch alles gut geht.
Cascadia schafft es mit hochwertigen Materialien wie dem Stoffsack und den tollen Holzplättchen der Tiere und wenigen Regeln ein spannendes Spielgefühl zu erzeugen. Obwohl es beim Puzzeln unserer Landschaft kaum Interaktion gibt, kann durch die gemeinsame Auslage sehr gut gestänkert werden. Cascadia ist ein rundum gelungenes Legespiel für Familien, die das Naturthema von Flügelschlag und den Puzzlespaß aus Spielen wie Nova Luna vereint haben wollen.

Familiar Tales - Familienspiel mit märchenhafter Geschichte für 1 bis 4 Spielende ab 8 Jahren mit einer Spielzeit von etwa 45 Minuten je Partie

Böse Mächte treiben ihr Unwesen. Doch gutherzige Fabelwesen oder Zauberinnen und Zauberer stellen sich ihnen mutig entgegen. Besonders in der Winterzeit mögen wir es, in märchenhafte Welten einzutauchen und große Fantasy-Epen wie “Der Herr der Ringe” oder “Harry Potter” zu erleben.
In "Familiar Tales" tauchen wir ein in das Königreich Prinzipalien. Wir, eine Gruppe von 4 Fabelwesen, retten ein Baby vor bösen Kräften und helfen ihr dabei vielleicht sogar die nächste Thronfolgerin zu werden.
In "Familiar Tales" tauchen wir ein in das Königreich Prinzipalien. Wir, eine Gruppe von 4 Fabelwesen, retten ein Baby vor bösen Kräften und helfen ihr dabei vielleicht sogar die nächste Thronfolgerin zu werden.
© Foto: Marcus Scheib
Doch warum immer nur den Heldinnen und Helden zusehen, wie sie ihre Abenteuer bestehen? Ermöglichen uns doch Brettspiele selbst das Zepter in die Hand zu nehmen. Ein besonders gelungenes Beispiel ist das familienfreundliche Kampagnenspiel “Familiar Tales”, welches pünktlich zu Weihnachten erschienen ist. Und darum gehts:
In einer regnerischen Nacht steht eine verzweifelte Frau vor der Tür des Magiers Merilius. Es ist die Königin mit einem kleinen Baby in ihrem Arm. Auf der Flucht vor dem bösen Lord Exitus weiß sie keinen besseren Ausweg, als das Baby bei uns in Sicherheit zu bringen. Wir Spielenden sind die Helferinnen und Helfer des Zauberers Merilius - Eine mutige Füchsin, ein cleverer Frosch, eine fliegende Fee und ein warmherziger Steingolem - und kümmern uns fortan um die kleine Thronfolgerin.
Ein Großteil des Abenteuers findet in einem aufgeschlagenen Ringbuch statt. Jede Doppelseite hat einen wunderschön illustrierten Spielplan und einen dazugehörigen Infoteil. Wir bewegen uns mit Miniaturen über den Plan, sammeln Ressourcen, erforschen die Umgebung und treffen auf andere Charaktere.
Die Geschichte wird uns Spielenden über eine komplett vertonte App erzählt. Über Zahlencodes teilen wir dem Programm mit, an welcher Stelle des Abenteuers wir uns befinden oder welchen Ort wir erforschen wollen. Doch die App erzählt uns nicht nur die Geschichte, sondern erklärt uns das Spiel, hilft beim Aufbau und übernimmt einen Großteil der Verwaltung. Es ist zwar schade, dass “Familiar Tales” ohne App nicht spielbar ist, durch die App, die Musik und die Vertonung entsteht jedoch ein Spielerlebnis, das ein klassisches Brettspiel so nicht hätte bieten können. In unserem Test gab es jedoch Probleme mit der Musik. Mal war sie an, dann verstummte sie, um später aus dem Nichts wieder aufzutauchen. Etwas irritierend, aber ein Fehler, der in Zukunft hoffentlich ausgebessert wird.
In "Familiar Tales" tauchen wir ein in das Königreich Prinzipalien. Wir, eine Gruppe von 4 Fabelwesen, retten ein Baby vor bösen Kräften und helfen ihr dabei vielleicht sogar die nächste Thronfolgerin zu werden.
In "Familiar Tales" tauchen wir ein in das Königreich Prinzipalien. Wir, eine Gruppe von 4 Fabelwesen, retten ein Baby vor bösen Kräften und helfen ihr dabei vielleicht sogar die nächste Thronfolgerin zu werden.
© Foto: Marcus Scheib
Ist meine Heldin oder mein Held am Zug, kann ich beliebig viele Aktionen durchführen. Für nahezu alles was ich in “Familiar Tales” machen möchte, verwende ich Karten, von denen ich maximal fünf gleichzeitig auf der Hand habe. Eine Karte bietet stets mehrere Einsatzmöglichkeiten. Um mich auf dem Plan zu bewegen und so neue Orte zu erkunden, spiele ich eine oder mehrere Karten und addiere ihren Bewegungswert.
Das Durchführen von Angriffen und Proben funktioniert ähnlich. Ich wähle erneut eine oder mehrere Karten, addiere dieses Mal jedoch die Werte der Fertigkeit, in der ich eine Probe ablegen muss. Zusätzlich können mich meine Mitspielenden mit weiteren Karten unterstützen. Ein Wurf mit dem Glückswürfel modifiziert mein Ergebnis. Schaffe ich es, den geforderten Wert der Probe zu übersteigen, habe ich sie erfolgreich gemeistert.
Jede Probe stellt mich vor die Entscheidung: Möchte ich Karten sparen, um noch eine andere Aktion durchführen zu können? Dann riskiere ich jedoch, dass der Glückswürfel meine Probe ruiniert. Oder spiele ich mehr Karten aus, um auf Nummer sicher zu gehen? Das engt zwar meine Aktionsmöglichkeiten ein, ich kann jedoch mit Sicherheit die Probe bestehen. Oftmals haben meine gespielten Karten weitere Effekte, mit denen ich Lebenspunkte zurückerhalten oder neue Karten ziehen kann.
Nach meinem Zug ziehe ich auf fünf Karten nach. Je nach Gefahrenlage sind im Laufe des Spiels immer wieder Gegner an der Reihe. Diese werden durch die App gesteuert. Werde ich angegriffen, kann ich mich mit meinen fünf Handkarten verteidigen und potenziellen Schaden abwenden. Da ich jedoch erst am Ende meines nächsten Zuges neue Karten erhalte, enge ich durch das Verteidigen meine Möglichkeiten in der nächsten Aktionsphase ein.
Jedes Mitglied unserer Heldengruppe hat ein eigenes Kartendeck, mit unterschiedlichen Karten. Dadurch hat jede Figur ihre eigenen Stärken und Schwächen. Durch gesammelte Erfahrung können wir unser Deck mit neuen Karten aufwerten und so die Fähigkeiten unserer Charaktere individualisieren. Wenn wir als Team agieren, können wir unser Potenzial am besten ausschöpfen.
Was mit einer spannenden Flucht vor den Schergen des bösen Lords beginnt, entwickelt sich schnell zu einer warmherzigen Geschichte über Freundschaft, Verantwortung und die Auswirkungen unserer Entscheidungen. Es ist in “Familiar Tales” nicht nur die Aufgabe unserer Heldinnen und Helden, allen Bösewichten auf den Kopf zu hauen, sondern wir müssen uns auch um das Baby, die Thronfolgerin, kümmern. Denn unsere Entscheidungen und Spielweise beeinflussen ihre Entwicklung. Während wir uns in Akt 1 noch um ein Baby kümmern, begleitet uns in Akt 2 bereits ein Kind und im 3. Akt eine heranwachsende Frau.
“Familiar Tales” ist ein wahres Erlebnis mit abendfüllenden Partien in insgesamt 9 Kapiteln. Zwischen den Hauptpartien im prall gefüllten Abenteuerbuch streut die vollständig vertonte App immer wieder kleinere Aufgaben und Storyabschnitte ein. So entsteht Abwechslung. Neben dem Buch sind in der Spielbox reichlich Miniaturen für sämtliche Charaktere im Abenteuer enthalten.
Mit etwa 70 Euro ist Familiar Tales jedoch eine wahre Großanschaffung für das Spieleregal. Auch wenn das Material, die App und die lange Spielzeit das Geld sicher wert sind, ist der Wiederspielreiz nach einem Durchlauf, ähnlich wie bei einem Buch, sehr gering. Da kein Material während des Spielens zerstört wird, kann das Abenteuer problemlos weitergegeben werden.

Terra Nova - Nachbarschaftlicher Wettstreit für 2 bis 4 Personen ab 12 Jahren mit einer Spieldauer von 60 bis 90 Minuten

Aus der märchenhaften Welt von Prinzipalien geht es nun in die Fantasywelt von “Terra Nova”. An diesem zauberhaften Ort leben die unterschiedlichsten Völker wie Seebären, Feen, Golems, Kobolde oder Wüstentöchter nebeneinander.
Terra Nova ist ein Brettspiel, erschienen beim KOSMOS-Verlag. 2 bis 4 Spielende ab 12 Jahren können jeweils eins von zehn Völkern wählen. In fünf Runden breiten sich die Spielenden aus, errichten Gebäude und sammeln Siegpunkte.
Terra Nova ist ein Brettspiel, erschienen beim KOSMOS-Verlag. 2 bis 4 Spielende ab 12 Jahren können jeweils eins von zehn Völkern wählen. In fünf Runden breiten sich die Spielenden aus, errichten Gebäude und sammeln Siegpunkte.
© Foto: KOSMOS-Verlag
Zu Beginn des Spiels wählt jede Person ein Volk. Mein Ziel als Spielender ist es, in den insgesamt fünf Runden das Gebiet meines Volkes zu vergrößern, Häuser zu bauen und Städte zu gründen, um am Ende des Spiels die meisten Punkte zu haben. Dazu erweitere ich mein Territorium, in dem ich angrenzende Felder für mich bewohnbar mache und mit Schiffen und Brücken ferne Ufer erreiche.
Wir Spielenden führen in jeder der fünf Runden so lange reihum unsere Aktionen aus, bis alle gepasst haben. Bin ich am Zug, habe ich die Wahl zwischen sechs Aktionen. Die meisten davon gilt es mit Geld zu bezahlen, welches schnell rar wird. Neues Geld gibt es erst zu Beginn der nächsten Runde.
Ist mein Portemonnaie noch prall gefüllt, kann ich beispielsweise Felder für mich bewohnbar machen. Klar, ein Seebär lebt ungern in der Wüste. Und so muss ich unter finanziellen Aufwänden den sandigen Boden in azurblaue Seen umwandeln.
Passt der Untergrund, kann ich auf jedem Feld ein Haus errichten oder bestehende Häuser in größere Kontore und Paläste umwandeln. Dieses Invest zahlt sich schnell aus. Denn baue ich Gebäude von meinem Plan, werden neue Einkommensmöglichkeiten sichtbar. Je mehr ich baue, desto höher wird mein Einkommen. Teure Gebäude bringen zusätzliche Aktionen.
Gute Nachbarschaft wird in Terra Nova groß geschrieben. Baue ich ein Haus an ein Gebäude eines anderen Volkes, wird der Bau für mich günstiger. Das andere Volk erhält dafür “Macht”, die zweite wichtige Ressource in diesem Spiel.
Obwohl eine starke Nähe zu meinen Gegenspielenden in Terra Nova wichtig ist, ist der Platz auf der Karte begrenzt und sehr begehrt. Ich muss mich entweder beeilen, all meine benötigten Flächen zu bebauen oder mit Brücken und Schiffen neue Ufer erreichen.
Terra Nova ist ein Brettspiel, erschienen beim KOSMOS-Verlag. 2 bis 4 Spielende ab 12 Jahren können jeweils eins von zehn Völkern wählen. In fünf Runden breiten sich die Spielenden aus, errichten Gebäude und sammeln Siegpunkte.
Terra Nova ist ein Brettspiel, erschienen beim KOSMOS-Verlag. 2 bis 4 Spielende ab 12 Jahren können jeweils eins von zehn Völkern wählen. In fünf Runden breiten sich die Spielenden aus, errichten Gebäude und sammeln Siegpunkte.
© Foto: KOSMOS-Verlag
“Terra Nova” ist eines dieser Spiele, in denen ich am liebsten alle Aktionen zu jeder Zeit machen möchte. Doch leider ist das Geld schnell knapp. So versuche ich mehrere Aktionen vorauszuplanen und richtig zu timen. Mit etwas Glück ziehen mir meine Mitspielenden keinen Strich durch die Rechnung.
In “Terra Nova” gibt es so viel zu tun, dass das liebe Geld schnell weg ist. Zum Glück gibt es die zweite Ressource “Macht”, welche uns zwar nie verlässt, aber dennoch nur begrenzt verfügbar ist. Denn die “Macht” befindet sich in stetem Kreislauf.
Mittels der “Macht” habe ich die Möglichkeit, starke Aktionen auszuführen. Doch ich muss schnell sein. Denn in jeder Runde kann jede der sechs Machtaktionen nur von einer Person genutzt werden. Ich kann jedoch nur aufgeladene Macht verwenden. Nach der Machtaktion wird die verwendete Macht entladen und muss durch Aktionen und Einkommen wieder aufgeladen werden, bevor ich sie erneut verwenden darf.
Das Verwalten der Macht erzeugt spannende Überlegungen. Setze ich sie in dieser Runde ein, könnte mein Handlungsspielraum in der nächsten Runde zu klein sein. Hebe ich zu viel Macht auf, kann es passieren, dass ich die wertvolle Ressource ungenutzt liegen lasse. Ähnlich wie beim Besetzen der begehrten Felder auf der Karte entsteht auch bei den Machtaktionen ein Rennen. Um nicht hinter den Mitspielenden zu landen, muss ich diese gut einschätzen. Wer könnte wann planen was zu machen? Ist dieses eine Feld für meinen Nachbarn genauso spannend wie für mich?
Jedes der zehn Völker in “Terra Nova” spielt sich anders. Während die Wüstentöchter bereits mit drei Häusern starten, haben die Erfinderinnen einen schnelleren Machtfluss. Die Kobolde bekommen zusätzliche Punkte beim bewohnbar machen von Flächen. Für uns Spielende gibt es also viel zu entdecken. Bloß gut bietet die Winterzeit so viele Möglichkeiten dafür.

Die Rote Kathedrale - Würfelplanerei für 1 bis 4 Baumeister ab 12 Jahren mit einer Spieldauer von 50 bis 80 Minuten

Wenn ich die Basilius Kathedrale sehe, denke ich an ein großes Lebkuchenhaus. Besonders im Winter, wenn die Dächer mit Puderzucker imitierenden Schnee bedeckt sind.
Und genau diese Kathedrale, deren Turmspitzen wie aus Zucker geformt scheinen, gilt es im Spiel “Die rote Kathedrale” zu errichten.
Wir Spielenden schlüpfen in die Rollen von Baumeistern, die sich beim Bau der Kathedrale, im Moskau des 16. Jahrhunderts profilieren wollen. Immerhin sitzt uns niemand anderes als Zar “Ivan der Schreckliche” im Nacken. Wir sollten uns also nicht ungeschickt anstellen.
Zu Beginn einer Partie liegt die Kathedrale als Blaupause, bestehend aus einzelnen Karten, vor uns. Jede Karte stellt einen Bauabschnitt dar, den wir beanspruchen und mit den richtigen Ressourcen fertigstellen können. Stelle ich einen Abschnitt fertig, erhalte ich Belohnungen in Form von Rubel und Punkten. Mein Ziel ist es, nach der Fertigstellung der Kathedrale die meisten Punkte zu haben.
Brettspiele zur Weihnachtszeit, Gesellschaftsspiele und Kartenspiele zur Weihnachtszeit
Brettspiele zur Weihnachtszeit, Gesellschaftsspiele und Kartenspiele zur Weihnachtszeit
© Foto: Marcus Scheib
Wir Spielenden sind nacheinander an der Reihe. In meinem Zug habe ich die Wahl zwischen drei Aktionen. Ich kann einen Bauabschnitt für mich beanspruchen. Dazu nehme ich eines meiner Fähnchen und setze es auf den untersten, freien Bauabschnitt eines Turms. Nur ich darf ab jetzt an diesem Abschnitt bauen. Ich muss mich jedoch beeilen. Denn sollte ein Bauabschnitt über meinem eher fertig sein, hagelt es böse Strafen. Dieses Wettrennen kann mich unter Druck setzen. Ich habe aber auch die Möglichkeit, meine Mitspielenden in Bedrängnis zu bringen. Der gemeinsame Bauplan sorgt für Interaktion, während der Rest des Spiels eher solistisch ist.
In meinem Zug kann ich mir aber auch Ressourcen besorgen. Und dazu nutze ich das wohl spannendste Element dieses Spiels: das Ressourcenrad. Das Rad ist in 8 Bereiche aufgeteilt, von denen mir jeder andere Ressourcen beschert. Um einen Bereich zu aktivieren, muss ich einen der fünf Würfel auf diesen bewegen. Und das ist die wohl schönste Überlegung in “Die Rote Kathedrale”.
Jeden Würfel darf ich um so viele Felder bewegen, wie seine Augenzahl angibt. Wandert mein Würfel in einen Bereich, in dem bereits andere liegen, erhalte ich ein Vielfaches der verfügbaren Ressource. Zudem liegen am Rande jedes Bereichs Aktionskarten, die ich beim Besuch mit meinem Würfel aktivieren kann. Diese Karten ermöglichen mir beispielsweise zusätzliche Punkte, das Wechseln von Ressourcen oder eine zusätzliche Aktion.
Jeder der 5 Würfel kann mir mehr oder weniger lukrative Einnahmen bescheren. Da ich oft nicht nur auf der Suche nach “der einen” Ressource bin, kann jede Option spannend sein. Manchmal bleibt mir jedoch ein benötigter Baustoff verwehrt.
Habe ich alle Ressourcen, um einen von mir beanspruchten Bauabschnitt fertigzustellen, kann ich dies mit der dritten Aktionsmöglichkeit machen. Ich liefere alle benötigten Ressourcen zum Abschnitt, erhalte die Belohnung in Form von Punkten und Rubeln und drehe die Karte um. Das Spiel endet, sobald der letzte Abschnitt fertiggestellt wurde. Es gewinnt die Person mit den meisten Punkten.
Auch wenn das Thema “Wir möchten in der Gunst eines grausamen, russischen Zaren aufsteigen” aktuell eine unangenehme Note hat, bietet “Die Rote Kathedrale” viele spannende Überlegungen. Es macht Spaß mit dem Spielmaterial zu agieren und Würfel auf eine Art zu verwenden, wie man es vorher wahrscheinlich noch nie gemacht hat. Durch den modularen Spielaufbau der Kathedrale und des Ressourcen-Rades ist auch in späteren Partien für Abwechslung gesorgt. Ein schönes Spiel für Planer und durch die märchenhafte Basilius Kathedrale perfekt für die Winterzeit.

Beer & Bread - Interaktives brauen und backen für 2 Spielende ab 10 Jahren mit einer Spielzeit von 30 bis 45 Minuten

Sind selbstgemachte Geschenke zur Weihnachtszeit nicht am schönsten? Leckere Marmelade oder selbstgebackene Plätzchen lassen sich gut unter den Weihnachtsbaum packen. Doch wie sieht es aus mit selbstgebrautem Bier oder eigenhändig gebackenem Brot? Wäre doch auch eine Überlegung wert.
Wer es mal ausprobieren will, kann im 2-Personen-Spiel “Beer & Bread” üben.
Brettspiele zur Weihnachtszeit, Gesellschaftsspiele und Kartenspiele zur Weihnachtszeit
Brettspiele zur Weihnachtszeit, Gesellschaftsspiele und Kartenspiele zur Weihnachtszeit
© Foto: Marcus Scheib
Beide Spielenden stehen in diesem Spiel einem Dorf vor, welches im nachbarschaftlichen Wettstreit versucht, das beste Bier und Brot herzustellen und zu verkaufen.
Zur Herstellung stehen uns mal mehr und mal weniger Rohstoffe auf den Feldern zur Verfügung. Nach sechs Runden, in diesem Spiel als “Jahre” bezeichnet, endet der Wettkampf und die Schlussrechnung beginnt.
In jeder Runde haben wir fünf Karten auf der Hand, von denen ich stets nur eine in meinem Zug spielen kann. Jede Karte kann entweder zum Erhalten von Rohstoffen, zum Herstellen eines Biers oder Brotes oder zum Ausbau meines Dorfes verwendet werden. Da ich jede Karte nur für eine der drei Aktionen verwenden kann, muss ich gut abschätzen, was mir wichtiger ist. Ich muss langfristig planen, um das passende Brot oder Bier zu den gesammelten Rohstoffen spielen zu können.
Doch langfristiges planen ist gar nicht so einfach. Denn je nach Jahr habe ich mal mehr, mal weniger Einfluss darauf, welche Karten mir zur Verfügung stehen. Während ich in fruchtbaren Jahren meine Kartenhand zwischen den Zügen mit meiner Kontrahentin oder Kontrahenten tauschen muss, verwende ich in trockenen Jahren teilweise meine Karten aus der Vorrunde wieder.
Brettspiele zur Weihnachtszeit, Gesellschaftsspiele und Kartenspiele zur Weihnachtszeit
Brettspiele zur Weihnachtszeit, Gesellschaftsspiele und Kartenspiele zur Weihnachtszeit
© Foto: Marcus Scheib
So ärgere ich mich in fruchtbaren Jahren, wenn mein Gegenüber mir eine für mich wichtige Karte wegschnappt. Das erschwert mir das Planen. Ich weiß jedoch, welche Karten ich im trockenen Jahr wieder bekomme. Dadurch kann ich versuchen, in fruchtbaren Jahren Rohstoffe zu sammeln, die ich in trockenen Jahren verarbeite.
Die Verbesserung meines Dorfes kann meine Spielweise zusätzlich beeinflussen. Sorge ich durch eine Karte beispielsweise für den häufigeren Erhalt von Weizen, lohnt es sich, Bier und Brot zu produzieren, welches viel Weizen benötigt.
Ein weiterer, besonderer Clou im Spiel “Beer & Bread” ist die Schlusswertung. Denn Punkte erhalte ich nur für das Produkt, von dem ich am wenigsten verkauft habe. Es bringt mir also nichts am meisten Brot zu verkaufen, wenn meine Bierproduktion sträflichst vernachlässigt wurde. Ich bin um einen Ausgleich bemüht.
Auf den ersten Blick wirkt “Beer & Bread” wie ein weiteres Spiel, bei dem ich Ressourcen sammle und verarbeite, um Punkte zu erhalten. Der Unterschied im Spielgefühl entsteht durch die Einschränkungen bei der Planung und dem Zwang zum Ausgleich.
Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.