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| 08:17 Uhr

Blutdruckmessgeräte im Test:
Es hapert an der Messgenauigkeit

Wer seinen Blutdruck am Handgelenk misst, muss darauf achten, dass sich das Gerät dabei auf Höhe des Herzens befindet.
Wer seinen Blutdruck am Handgelenk misst, muss darauf achten, dass sich das Gerät dabei auf Höhe des Herzens befindet. FOTO: dpa-tmn / Christin Klose
Berlin. Den Blutdruck kann man nicht nur beim Arzt messen lassen – auch für zu Hause gibt es Geräte. Die Stiftung Warentest hat jetzt 14 von ihnen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Viele von ihnen messen nicht besonders genau. Es gibt aber bessere Alternativen.

Menschen mit zu hohem Blutdruck sollten regelmäßig ihren Blutdruck messen. Aber wie verlässlich sind Messgeräte für den Hausgebrauch? Die Stiftung Warentest hat sich für ihr „test“-Heft (Ausgabe 11/2018) acht Oberarm- und sechs Handgelenkgeräte näher angeschaut. Fazit der Tester: Alle lassen sich gut bedienen – aber keines misst so genau wie die drei besten Modelle aus dem Test davor.

Im aktuellen Test gab es für die Messgenauigkeit bestenfalls die Note „befriedigend“. Dafür durften die gemessenen Werte um maximal 7,5 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) von denen nach einer Messung durch Fachkräfte mit einem Quecksilber-Blutdruckmessgerät abweichen. Sieben Geräte messen den Blutdruck nur „ausreichend“ genau.

Ein Messgerät erreichte die Gesamtnote „gut“: das Oberarmgerät „ExactFit 5“ von Braun. Mit der Gesamtnote „befriedigend“ schnitten unter anderem die Oberarmgeräte „Double Comfort“ von Visomat und „Medicus Family 4“ von Boso ab. Als besonders leise fiel das Handgelenkgerät „RS6“ von Omron auf, hier gab es ebenfalls ein „befriedigend“. Fünf Geräte erreichten die Gesamtnote „ausreichend“.

Noch besser als der Testsieger der aktuellen Untersuchung schnitten drei immer noch erhältliche Geräte aus dem vorherigen Test ab: „RS2“ von Omron sowie die Boso-Geräte „Medistar+“ für das Handgelenk sowie „Medicus X“ für den Oberarm. Alle drei konnten auch in Sachen Messgenauigkeit überzeugen und kamen insgesamt auf die Note „gut“.

Ob Geräte für eine Messung am Oberarm oder am Handgelenk besser sind, lässt sich den Testern zufolge nicht pauschal sagen. Oberarmgeräte seien in der Regel teurer und mühsamer anzulegen. Dafür befindet sich das Gerät immer auf Herzhöhe – also da, wo es hingehört. Bei einer Messung am Handgelenk müssen Patienten den Arm anwinkeln, damit sich das Gerät auf der richtigen Höhe befindet. Sonst gibt es Messfehler.

Die Deutsche Hochdruckliga rät, den Blutdruck morgens und abends zur gleichen Zeit zu messen. Vor der Messung sollte man fünf Minuten zur Ruhe kommen. Gemessen wird am besten sitzend auf einem Stuhl mit aufgestellten Füßen. Außerdem gilt: nicht sprechen, nicht bewegen, nicht ablenken lassen.

Am besten messen Patienten den Blutdruck nach einer Pause von rund zwei Minuten noch einmal. Der zweite Wert liege meist niedriger. Diesen sollten Patienten in einem Blutdruckpass dokumentieren. Als normal gilt in Deutschland ein Blutdruck von rund 120/80 mmHg. Ab 140/90 mmHg ist von zu hohem Blutdruck die Rede.

(dpa/fh)