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| 02:46 Uhr

Studierende müssen Rücktritt von Prüfung genau begründen

Münster. Studierende können aus gesundheitlichen Gründen von Prüfungen zurücktreten – und das sogar nachträglich. Sie müssen dann aber sehr genau erklären können, wie eine Krankheit ihnen bei der Prüfung im Wege stand. dpa/cm

Das zeigt ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen (Az.: 14 A 2071/16), über das die Zeitschrift "Forschung & Lehre" (Ausgabe 7/2017) berichtet.

In dem Fall ging es um einen Jurastudenten, der zweimal durch die gleiche Prüfung gefallen war. Acht Monate nach dem zweiten Versuch wurde bei ihm eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung diagnostiziert, deshalb trat er nachträglich von vergangenen Prüfungen zurück. Ein knappes Jahr später trat er ein drittes Mal an und scheiterte wieder. Für die Hochschule waren damit alle Prüfungsmöglichkeiten erschöpft. Dagegen legte der Student Widerspruch ein mit dem Argument, von den ersten zwei Versuchen sei er ja zurückgetreten.

Das Gericht lehnte den Widerspruch ab, und zwar aus zwei Gründen: Erstens habe der Student nicht genau angegeben, von welchen Prüfungen er zurücktreten wollte. Es sei aber nicht Aufgabe der Hochschule, die entsprechenden Termine herauszusuchen. Und zweitens gehe aus der Diagnose nicht klar hervor, unter welchen Symptomen der Student während der Prüfung gelitten habe und inwiefern diese ein Hindernis waren.