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| 11:01 Uhr

Start-Ups in der Region: Der Traum vom großen Geschäft

FOTO: StartupStockPhotos / stevepb über Pixabay.com
Start-ups gelten als Wirtschaftsantrieb und sind elementar für ein gesundes Wachstum. Auch 2017 stehen diverse Geschäftsideen in den Startlöchern, um die regionalen Märkte zu erobern. Doch junge Betriebe kämpfen mit zahlreichen Herausforderungen.

Die Finanzierung ist häufig besonders problematisch.Startups bringen frischen Wind in den Wettbewerb und beflügeln diesen merkbar. Nicht selten begeistern die Gründer mit innovativen Lösungen für aktuelle Themen und sind damit überaus wertvoll für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Die Erwartungen sind auch im neuen Jahr groß und eine Vielzahl an neuen Unternehmen buhlt um die Aufmerksamkeit potenzieller Kundschaft.

Damit die Innovationstreiber jedoch Fuß fassen können, müssen zunächst finanzielle Mittel zur Realisierung beschafft werden. Nicht immer ganz einfach für Jungunternehmer. Oft verläuft die Suche nach Investoren enttäuschend. Zudem ist der Bedarf an Bildung groß, um den hohen Ansprüchen entsprechender Branchen gerecht zu werden. Das Geld dafür fehlt. Das hat auch eine der bekanntesten Suchmaschinen erkannt und will Startups dahingehend intensiv unterstützen. In Berlin plant der US-Riese Google einen eigenen Startup-Campus , so ein Bericht vom Rundfunk Berlin-Brandenburg. Im ehemaligen Umspannwerk in Kreuzwerk sollen Gründer ab Ende des Jahres mit Weiterbildungen zu Themen wie Produktdesign und Produktmanagement gefördert werden. Zudem wurde bestätigt, dass "Factory Berlin", ein weiterer Gründercampus in Berlin Mitte des Internetkonzerns, für weitere drei Jahre bestehen bleibt. Weltweit betreibt Google zusätzlich sechs derartige Einrichtungen, um Startups den Einstieg zu erleichtern. "Google hat als Start-up in einer Garage angefangen - die Unterstützung von Start-ups liegt uns daher sehr am Herzen", so der Kommentar seitens Google.

Wie attraktiv Berlin als Standort seit dem Brexit ist, thematisierte die Deutsche Welle ergänzend in einer Sendung zum Startup-Boom. Demnach wird in Berlin alle 20 Stunden ein neues Startup gegründet:
Doch nicht nur in der Hauptstadt stehen Startups im Fokus. Auch in der Lausitzer Region ist Ideenreichtum präsent und einige Gründungen verlangen nach Erwähnung. Zum Beispiel das Cottbusser Startup Labieratorium: Hier steht Bier im Mittelpunkt, vor allem vergessene Bierstile sollen wiederentdeckt werden . Der Betrieb will Cottbus zum eigenen Bier verhelfen und mit einer kreativen Kombination aus Altem und Neuem hochwertige Biere herstellen. Das Sortiment begeistert nicht nur über das Bier "mit Eigenheiten und Charakter", wie es die Macher auf der Internetpräsenz passend umschreiben. Die Produkte, die im Raum Cottbusinzwischen in diversen REWE-Märkten erhältlich sind, fallen durch außergewöhnliches Produktdesign auf. Ein bedeutendes Kriterium in Sachen Vermarktung.

Milliarden-Förderprojekt vom Staat geplant

Das Aufgebot an Startup-Trends ist deutschlandweit Thema. Egal ob Metropole oder Kleinstadt, Ballungszentrum oder Land. Doch ohne ausreichend Budget lassen sich die besten Ideen nicht umsetzen. Viele Gründer scheitern aus Geldmangel noch bevor ihr Geschäft richtig anlaufen konnte. Während bei einigen der Geldhahn von Kreditinstituten zugedreht wird, weil sich der Erfolg nicht schnell genug einstellt, kämpfen andere mit lokalen Standortproblemen oder mächtigen Mitbewerbern. Das Problem ist landesweit bekannt und sorgt bei Branchenkennern sowie Wirtschaftsexperten für Sorgenfalten. Der Regierung ist die Bedeutung von Startups für den Wirtschaftssektor allerdings bewusst und eine Reaktion ist angesichts der zahlreichen Insolvenzen überfällig. Nicht umsonst plant der Bund Milliarden in die Hand zu nehmen und damit die Finanzierung von Selbständigen und Start-Ups zu fördern: Wie das Vergleichsportal für Finanzdienstleistungen Finance Scout 24 online berichtet, will die große Koalition in Kooperation der KfW-Bank mit dem sogenannten Tech GrowthFund den finanziellen Schwierigkeiten von Gründern zu Leibe rücken. Die geplante Finanzspritze in Milliardenhöhe soll Projekte, die ansonsten keine Chance auf Realisierung hätten, in der Entwicklungsphase fördern. Startups und ihr Geschäftsmodell müssen sich jedoch als förderwürdig erweisen, bevor Geld fließt. Startups, die es schaffen mit ihren geplanten Vorhaben zu überzeugen, können sich mit der staatlichen Förderung unabhängiger von risikobereiten Investoren machen und ihre Erfolgsaussichten steigern.

Start-Ups in der Region: Der Traum vom großen Geschäft

Branchenübergreifende Trends und fehlgeschlagene Finanzierungen

Die Erfahrung zeigt generell, dass vielversprechende und gut durdachte Geschäftsideen eher von finanziellen Fördermitteln profitieren können, als Startups ohne Plan. Schließlich ist die Bereitschaft zur Investition vom potenziellen Erfolg maßgeblich abhängig. Auf der Suche nach der perfekten Idee, lässt sich dabei kein Wirtschaftssektor ausgrenzen. Trends sind branchenübergreifend zu beobachten und für den Traum vom großen Geschäft muss das Rad nicht zwangsläufig neu erfunden werden. Innovationen in etablierten Geschäftsfeldern seien gleichermaßen gefragt. In einer Fragerunde betonten Gründer kürzlich erst, dass 2017 vor allem künstliche Intelligenz und 3D-Druck spannend würden. Auch Brand Experience und Mitarbeiter-Qualifizierung stehen hoch im Kurs. Gegenüber dem Onlinemagazin für Chief Information Officers CIO erklärte unter anderem Stephan Kühr, Mitgründer des 3D-Druck-Anbietervermittlers 3yourmind, dass Deutschland im industriellen 3D-Druck "global Leader" und der dreidimensionale Druck unverzichtbar für den Produktionszyklus sei. CEO der Digital-Agentur Cobe Felix van de Sand hingegen, beschäftigt sich mit der Charakterformung von internetfähigen Endgeräten und betont die Wichtigkeit einer modernen Markenerfahrung für den Kunden.

Erfolgreiche Startups wie 3yourmind oder Cobe verdeutlichen, wie wichtig eine gute Umsetzung der Geschäftsidee ist. Die Märkte halten unwahrscheinlich viele Möglichkeiten und Chancen bereit, die es zu nutzen gilt. Doch die aktuellen Insolvenzen zeigen, dass ein Scheitern von Startups nicht nur durch schlechtes Marketing verursacht wird. Im Gegenteil: Das Online-Magazin t3n nennt vor allem auch die Investoren als problematisch. Vielversprechende Unternehmen wie Triprebel, Auctionata oder Cookies mussten aufgrund fehlgeschlagener Anschlussfinanzierungen das frühzeitige Aus verkünden. Es fehlte schlichtweg das Kapital, um weiterzumachen. t3n fasst die Problematik zusammen: "Seit Jahren bemängeln Experten, dass hierzulande zwar viel Geld in der Frühphase fließt, dass aber danach viele Unternehmen einfach keine weitere Finanzierung erhalten." Investoren gingen in den frühen Entwicklungsphasen sehr großzügig mit ihren Fördergeldern um, doch langfristig fehlt es dann an Geldern, was Gründern die Existenz koste.