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| 08:54 Uhr

Nur jedes dritte Unternehmen hat schnelles Internet

FOTO: Matt J Newman
Surfen im Internet ist für die meisten Menschen heute selbstverständlich. Die Verbreitung von mobilen Endgeräten ermöglicht sogar einen noch einfacheren Zugang zum Netz. Doch in deutschen Unternehmen sieht es im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union mit dem schnellen Internet eher mittelmäßig aus.

Unter "schnellem Internetanschluss" wird eine vertraglich vereinbarte Datenübertragungsrate von mindestens 20 Megabyte pro Sekunde (MB/s) verstanden. Dabei sind Router mit 50 und mehr MB/s nicht einmal das Schnellste, was die Hersteller zu bieten haben. WLAN Router der neuesten Generation übertragen Daten sogar mit einer Rekordgeschwindigkeit von bis zu 1.300 MB/s. Doch schon 20 MB/s gelten als "Highspeed" und ermöglichen eine schnelle, saubere Datenübertragung und eine gute Reichweite.

Die WLAN-Router, z. B. von 1&1 , sorgen für eine drahtlose Vernetzung aller elektronischen Geräte untereinander. Neben Schnelligkeit, guter Reichweite und Übertragungsqualität spielt auch die Sicherheit eine entscheidende Rolle beim Internet. Ein langes und sicheres Passwort ist ebenso wichtig, wie ein neues Router-Modell. Denn einige ältere Geräte sind nicht nur langsam, sondern unterstützen möglicherweise auch keine Verschlüsselungsmethoden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes besaßen 2015 nur 31 Prozent der deutschen Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten einen schnellen Internetzugang über einen festen Breitbandanschluss. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld und nur knapp über dem Durchschnitt von 29 Prozent innerhalb der Europäischen Union.
In Zypern (7 Prozent), Italien (14 Prozent) und Griechenland (15 Prozent) ist schnelles Internet am wenigsten verbreitet. Die Spitzenplätze belegen Dänemark (56 Prozent) und Schweden (52 Prozent).
Die Mehrheit der deutschen Unternehmen (41 Prozent) verfügt den Erhebungen zufolge über eine Datenübertragungsrate von nur 10 MB/s. Dennoch ist der Anteil der Firmen mit schnellem Internet hierzulande seit 2014 um sechs Prozent gestiegen.

Schnelles Internet ist in vielen Unternehmen Voraussetzung für effizientes Arbeiten. Immer mehr Arbeitsprozesse werden digitalisiert und virtuell statt offline durchgeführt. Die zunehmende digitale Vernetzung bietet Firmen viele Vorteile.
Auch die Bundesregierung hat die Bedeutung des schnellen Internets erkannt. Deshalb hat sie im Oktober 2015 ein Förderprogramm beschlossen, das bis 2018 für alle Haushalte, auch in den entlegenen Regionen, einen Internetzugang von mindestens 50 MB/s ermöglichen soll. Die Länder werden in das Programm miteingebunden. So verfügen bereits 50 Prozent aller Haushalte in Brandenburg über einen schnellen Internetzugang von bis zu 60 MB/s. Das Land sichert sich somit den Spitzenplatz in den neuen Bundesländern.

Für den Ausbau wurden fast 2.900 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Dennoch befürchten die Unternehmen im Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) dass aufgrund dem relativ engen Zeitrahmen, in dem das Ziel erreicht werden soll, bei dem Ausbau zu kurzfristig gedacht wird. Breko befürchtet, dass statt eines nachhaltigen Glasfaserausbaus mit Fiber-to-the-Building (FTTB) und Fiber-to-the-Home (FTTH) kupferbasierte Technologien eingesetzt werden, die sich eher als Übergangslösung eignen.
International haben z. B. Südkorea, Japan und Schweden Deutschland bei Ausbau des schnellen Internets längst abgehängt. Die Südkoreaner haben sich sogar Ziele für den Breitbandausbau im Gigabyte-Bereich gesetzt.