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| 17:40 Uhr

Erinnerungshelfer
Notizbuch vs. App: In Unternehmen erlebt der Klassiker eine Renaissance

Lange wirkte das Notizbuch wie ein Auslaufmodell
Lange wirkte das Notizbuch wie ein Auslaufmodell FOTO: Pixabay
Lange wirkte das Notizbuch wie ein Auslaufmodell. Die Smartphone- oder Tablet-App schien die klassische Lösung zu verdrängen, um sich Erinnerungsstützen zu notieren.

Doch in vielen Firmen sowie im Wissenschaftsbetrieb erlebt das Notizbuch eine Renaissance. Beispielsweise das Handelsblatt stellte schon im vergangenen Jahr fest, dass die Hersteller von Notizbüchern trotz der fortschreitenden Digitalisierung stetig wachsende Umsätze verbuchen konnten. Daran hat sich nichts geändert. Wirklich beantworten konnte die Wirtschaftszeitung die Frage nach dem "Weshalb?" jedoch nicht. "Old School" wurde lediglich zur Stärke erklärt. Wer einen genaueren Blick wagt, erkennt aber noch einige tieferliegende Argumente.

Die Stärken der App

Die Spurensuche für die Gründe der Renaissance des Notizbuchs soll bei den Stärken der App beginnen. Schließlich handelt es sich um die gängigen Argumente, weshalb der Klassiker aufs Abstellgleis geraten zu sein schien. Vor allem Smartphone-Anwendungen gelten als praktischer. Die meisten Menschen haben das Gerät ohnehin stets dabei. Sie müssen nicht zusätzlich ein Buch mit sich führen. Zudem lassen sich Notizen beispielsweise direkt mit bestimmten Kontakten oder Terminen verknüpfen. Die Planung erfolgt einfacher. Dinge müssen nicht mehrfach notiert werden.

Apps gestatten es darüber hinaus, dass Notizen synchronisiert werden können. Anwendungen wie OneNote eignen sich hierfür beispielsweise. Diese Qualität wurde teilweise als "Revolution für die Team-Arbeit" beschrieben. Darüber hinaus ist die App günstiger als das "Old School"-Notizbuch. Die beiden gängigen Plattformen iOS und Android sind beide bereits von Hause mit einer entsprechenden Anwendung ausgestattet. Das Notizbuch muss regelmäßig ersetzt werden. Gerade in größeren Unternehmen, in denen vielen Mitarbeiter entsprechend versorgt werden müssen, macht dies einen spürbaren finanziellen Unterschied.

Notizbücher sind repräsentativer

Es sind vor allem zwei Stärken, weshalb viele Unternehmen Notizbücher für sich wiederentdeckt haben. Erstens gelten sie als repräsentativer. Gerade in Besprechungen mit externen Partnern ist dies von Bedeutung. Die Konventionen sind diesbezüglich eindeutig: Es wird ausdrücklich begrüßt, wenn zentrale Inhalte mitgeschrieben werden. Dies zeigt Interesse. Der Blick aufs Smartphone oder Tablet gilt hingegen als inakzeptabel.

Bessere Erinnerungsmöglichkeiten durch händisches Aufschreiben

Es ist darüber hinaus erwiesen, dass sich Menschen Dinge besser merken, die sie händisch notieren. Gerade bei zentralen Mitschriften ist das Notizbuch deshalb regelmäßig zu bevorzugen. Hier spielt auch der Faktor "Kreativität" eine wichtige Rolle. Notizbücher gestatten es beispielsweise, sich eine schnelle Skizze von bestimmten Dingen zu machen. Bei Apps sind solche anderen Arten von Erinnerungsstützen kaum umzusetzen. Mindestens müssen dafür spezielle Geräte wie beispielsweise das Samsung Galaxy Note 9 vorhanden sein. Der Klassiker wird so einfacher und praktischer.

Das Kostenproblem

Auch das Kostenproblem fällt deutlich weniger ins Gewicht als in früheren Tagen. Anbieter wie beispielsweise Brandbook offerieren die Möglichkeit, individuell gestaltete Notizbücher in Großauflage zu bestellen. Sie sind dadurch günstiger, repräsentieren aber zugleich noch einmal besser, weil sie speziell auf den Look einer Firma zugeschnitten wurden.

Der Klassiker ist folglich kein Auslaufmodell. Notizbücher haben auch im App-Zeitalter ihren Platz. Es scheint insgesamt keine Frage eines "Entweder oder" zu sein. Apps haben in bestimmten Zusammenhängen fraglos ihre Stärken - beispielsweise für eine schnelle Anmerkung für einen Termin. Notizbücher punkten dagegen mit anderen Qualitäten. Die klassische und die moderne Lösung ergänzen sich so gegenseitig.