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| 11:46 Uhr

Das gilt es zu beachten
Nebenberuflich selbstständig

FOTO: pixabay.com / rawpixel
Viele Menschen wagen jedes Jahr den Schritt in die Selbstständigkeit: Ob als ein Gewerbetreibender oder ein Freiberufler. Die meisten Deutschen beginnen mit der Tätigkeit vorerst auf nebenberuflicher Basis. In vielen Fällen soll es erstmal ein zweites Standbein werden, um das Familienbudget aufzubessern, mit dem geliebten Hobby etwas dazuzuverdienen oder um sich auszuprobieren und zu testen, ob das Geschäftsmodell tragfähig ist und langfristig hauptberuflich ausgeübt werden kann.

Viele Menschen machen die Erfahrung, dass es relativ kompliziert ist, alle Informationen aus einer Hand zu bekommen. Schließlich gibt es verschiedenste Fragen aus diversen Bereichen, die sowohl allgemein, als auch branchenspezifisch sind und auf den ersten Blick erschlagend wirken können. Folgende Fehler passieren den jungen Gründern besonders häufig und sollten unbedingt vermieden werden:

1. Keine Anmeldung

Wer mit seinem Hobby etwas die Kasse aufbessern möchte, muss zwingend entweder ein Gewerbe anmelden oder sich beim Finanzamt als Freiberufler melden. Auch wenn die Beträge zu Beginn unregelmäßig und gering zu sein scheinen oder man gar Verluste macht, ist es trotzdem eine Betätigung mit einer Gewinnabsicht und somit melde- und steuerpflichtig. Dabei ist es gleichgültig, welchen Bereich es betrifft. Ob man einige Male im Jahr eine Hochzeit für kleines Entgelt fotografiert, Geld oder Produkte für Kooperationen mit Unternehmen auf Instagram erhält, T-Shirts bedruckt, Zeichnungen der Haustiere erstellt, Babykleidung näht oder beim Einrichten einer Homepage hilft: Solange es keine einmalige Angelegenheit ist, ist es eine Tätigkeit mit einer Gewinnabsicht.

2. Abmahngefährdete Homepage

Wer eine Online-Präsenz hat, muss diese nach dem geltenden Recht gestalten. Dazu gehören z. B. ein Impressum, eine Widerrufsbelehrung, eine SSL-Verschlüsselung nach der DSGVO, eine Datenschutzerklärung und viele andere Faktoren.

Von diesen Regelungen sind auch Präsenzen in sozialen Medien nicht ausgeschlossen. So muss beispielweise auch eine Fanpage auf Facebook oder Instagram ein Impressum haben.

3. Fehlende oder falsche Versicherungen

Egal in welcher Branche man gründet, das Unternehmen sollte über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen. Unternehmen wie Hiscox bieten verschiedenste Lösungen an, die für spezielle Berufsgruppen zugeschnitten sind. So benötigt beispielweise ein Fotograf eine ganz andere Versicherung, als ein Handwerker, Blogger oder Coach. Viele unerfahrene Gründer erkundigen sich nicht ausreichend über verschiedene Möglichkeiten, z. B. eine individuell zugeschnittene Berufshaftpflichtversicherung oder eine Betriebshaftpflichtversicherung. Auch kann man Geräte, Produkte, Räumlichkeiten und andere wichtige Aspekte der selbstständigen Tätigkeit vor Verlust, Bruch, Diebstahl, Vandalismus und anderen Schadensfällen schützen.

4. Unzureichende Buchhaltung/Dokumentation

Während einige Existenzgründer penibel jeden Beleg sammeln und alle Fahrten, Arbeitszeiten, Buchungen und Meetings notieren, gehen andere weniger gewissenhaft mit dem wichtigen Teil der Selbstständigkeit um. Jede Rechnung, jeder Beleg, jede Fahrt und jeder Anlass müssen wahrheitsgemäß und ordentlich einsortiert und gekennzeichnet sein. Auch wenn man eine Steuerkanzlei beauftragt, die Steuererklärung und die Buchhaltung zu übernehmen, sollten die Unterlagen ordnungsgemäß vorbereitet und gekennzeichnet werden. Das erspart die Nachfragen und reduziert das Geld, was am Ende für die Dienstleistung bezahlt werden muss.

Verliert man die eine oder andere Eingangsrechnung, hat es keine rechtlichen Auswirkungen, außer, dass der Unternehmer mehr Steuern bezahlen muss. Ausgangsrechnungen müssen aber penibel und vollständig angegeben werden, da es sich sonst um Steuerhinterziehung handelt.

5. Vernachlässigung der Gesetze bei Gewinnspielen

Verlosungen und Gewinnspiele sind ein sehr beliebtes Mittel, wenn es um Social Media geht. Mit diesen Maßnahmen erhoffen sich viele Unternehmer eine große Aufmerksamkeit und gleichzeitig wachsende Reichweite. Wer ein Gewinnspiel organisiert, muss sich an sehr strikte Vorgaben halten. So müssen unter anderem Daten enthalten sein, die dem Teilnehmer Auskunft geben, wer das Gewinnspiel veranstaltet, wie der Gewinner ermittelt und kontaktiert wird, was der Preis ist, zu welchen Bedingungen teilgenommen werden kann und bis wann die Verlosung gilt. Ebenso darf man einige Mittel nicht nutzen: So darf es keine Bedingung für die Teilnahme sein, den Beitrag über das Gewinnspiel auf der eigenen Seite zu teilen.

Hält man diese Vorgaben nicht ein, kann es zu Abstrafungen führen, welche mit einer hohen Summe verbunden sind.

6. Falsche Investitionen

Egal wie klein man anfängt: Das Budget sollte man planen und richtig aufteilen. Gerade am Anfang darf man nicht alles auf eine Karte setzen. Jede Ausgabe muss dem Mehrwert entsprechen und sollte genau durchdacht sein. So machen einige Gründer beispielweise den großen Fehler, das Produkt gleich in einer sehr hohen Auflage anfertigen zu lassen, verschätzen sich dabei und bleiben auf den Bergen unverkaufter Ware sitzen. Im anderen Fall passiert es immer wieder, dass Existenzgründer zu viel Geld in die falschen Werbemaßnahmen investieren oder die Wirksamkeit des Werbekanals massiv überschätzen, wie z. B. ein sehr bekannter Influencer, der aber nicht die Zielgruppe anspricht und das Produkt nicht gewinnbringend vermarktet. Es ist sinnvoll, bei einer Budgetplanung einen Profi hinzuzufügen und sich beraten zu lassen, auch wenn es vorerst um kleinere Summen geht.

7. Fehlende Kompetenz

Leider ist es der häufigste Fehler beim Gründen: Mangelndes Wissen und Selbstüberschätzung. Es ist nur empfehlenswert, das eigene Können vor der Gründung kritisch zu prüfen, z. B. die Dienstleistung oder das Produkt wenigen Abnehmern kostenlos zur Verfügung stellen und so viel Kritik, Ideen und Anregungen, wie möglich daraus zu ziehen. Ein realistischer Blick auf das Geschäftskonzept, eigenes Können, die Fachkompetenz und fundiertes Wissen schützen vor großen Verlusten und Enttäuschungen.