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| 02:50 Uhr

Mit Prüfungsangst souverän umgehen und gezielt bekämpfen

Wer Prüfungsangst hat, sollte die Vorbereitung auf die Klausur besonders systematisch angehen. Dazu gehört, sich in Lerngruppen zu organisieren. Erst im Austausch mit anderen gewinnen viele Sicherheit im Lernstoff.
Wer Prüfungsangst hat, sollte die Vorbereitung auf die Klausur besonders systematisch angehen. Dazu gehört, sich in Lerngruppen zu organisieren. Erst im Austausch mit anderen gewinnen viele Sicherheit im Lernstoff. FOTO: Jens Schierenbeck/dpa
Düsseldorf. Um leichtere Auswirkungen von Prüfungsangst in den Griff zu bekommen, sollten Studierende erst einmal sich selbst beobachten, sagt Prof. Lydia Fehm von der Humboldt-Universität zu Berlin. Corinna Kuhs

"Wer zum Beispiel kaum noch schlafen kann oder angespannte Muskeln hat, kann Entspannungstechniken üben oder sich aktiv beim Sport abreagieren", erklärt Fehm, die auch Autorin eines Ratgebers zum Thema Prüfungsangst ist. Auch Aufschieberitis kann ein Zeichen von Prüfungsangst sein. Studenten, die das Lernen vermeiden, weil sie schon beim Aufschlagen des Buchs befürchten, die Prüfung ohnehin nicht zu schaffen, können Lernpläne helfen. "So teilt man den Lernberg in überschaubarere Häufchen auf", sagt Fehm.

Psychologin Angelika Wuttke von der Universität Düsseldorf betont, wie wichtig es ist, die Situation realistisch einzuschätzen. Studenten sollten sich fragen: Kann ich den Stoff, und mache ich mir unnötig Sorgen? Oder habe ich wirklich viel zu wenig gelernt? "Wenn ich etwas lerne, muss ich es wiedergeben können. Das kann man üben - und das gibt einem in der Prüfung Sicherheit", sagt sie. Das geht recht unkompliziert: Studenten sollen sich Fragen ausdenken, die zu dem Prüfungsstoff gestellt werden können. Die schreiben sie dann auf Karteikarten - mit der jeweiligen Antwort auf der Rückseite. Sie rät außerdem zu Lerngruppen, in denen sich die Studenten gegenseitig abfragen.

Was aber, wenn man alleine nicht fertig wird mit dem Druck? Gisela Betz-Klöpfer ist Oberärztin und arbeitet zum Thema. Sie ist in der Parkklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen beschäftigt. Sie sagt: "Wenn man sich sehr unfähig fühlt und nicht weiß, wie man die anstehende Prüfung bewältigen soll und das auch nicht mithilfe von Freunden oder einer Lerngruppe schafft, sollte man sich professionelle Hilfe suchen."

Der erste Anlaufpunkt solle dann die Psychologische Beratungsstelle der Universität sein. Bei einigen Studenten habe die Panik ganz andere Ursachen als die Prüfung selbst: "Meiner Erfahrung nach handelt es sich bei extremer Prüfungsangst häufig auch um eine Art Schwellenangst: Es ist die unbewusste Angst vor einem neuen Lebensabschnitt und der damit einhergehenden Veränderung, wirklich Verantwortung übernehmen zu müssen und erwachsen zu werden", sagt Wuttke.

Gisela Betz-Klöpfer rät außerdem zu Realismus. Es helfe auch, sich klarzumachen, dass bei den meisten Studiengängen nicht diese eine Note über das weitere Leben entscheide. "Im Großen und Ganzen bewähren wir uns ja später im Beruf - das entscheidet dann über die Karriere, nicht die Note."