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| 02:50 Uhr

Konditoren verbinden Genuss und Ästhetik

Nach der Ausbildung hat Marc Dierig viele Jobmöglichkeiten. Konditoren sind in Cafés gefragt, aber auch in der Patisserie, also der Dessert-Abtei-lung eines Restaurants, eines Hotels oder auf einem Kreuzfahrtschiff.
Nach der Ausbildung hat Marc Dierig viele Jobmöglichkeiten. Konditoren sind in Cafés gefragt, aber auch in der Patisserie, also der Dessert-Abtei-lung eines Restaurants, eines Hotels oder auf einem Kreuzfahrtschiff. FOTO: Stefan Puchner/dpa
Augsburg/Bonn. Täglich umgeben von süßen Leckereien – die Arbeit von Konditoren klingt verlockend, doch sie verlangt neben Kreativität auch Körpereinsatz. Marie Blöcher

Für Marc Dierig startet der Tag schon früh: Um sechs Uhr beginnt der Auszubildende seine Arbeit in der Konditorei. Dann entscheidet sich für den 23-Jährigen, ob er den Tag in der warmen oder in der kalten Konditorei verbringt - ob er also für Backwaren aus dem Ofen zuständig ist oder Sahnetorten, Cremes und Desserts herstellt und verziert.

Torten, Schokolade, Marzipan und Desserts in den verschiedensten Formen: All das lernen Konditoren in der Ausbildung zuzubereiten. Kreativität ist dabei Grundvoraussetzung. "Jedes Produkt, vom einfachen Apfelstrudel bis zur Hochzeitstorte, muss appetitlich aussehen", erklärt Gerhard Schenk, Präsident des Deutschen Konditorenbundes.

Neben einem guten Auge fürs Detail sollte man die Bereitschaft mitbringen, hart zu arbeiten, sagt Marc Dierig. Denn in der Backstube muss man mitunter schwer tragen. "Einen 25-Kilo-Sack Mehl anzuheben oder zehn Kilo Teig zu kneten, strengt körperlich an." In seinem Arbeitsalltag ist außerdem dauerhafte Konzentration gefragt: "Egal, ob man eine einzelne Torte verziert oder 200 Teilchen Spritzgepäck formt - wenn man gedanklich abschweift, passieren Fehler, und das Produkt ist wertlos."

Auch Mathematik spielt in der Ausbildung zum Konditor eine wichtige Rolle, erklärt Eva Rothe vom Bundesinstitut für Berufsbildung (Bibb). Denn meist werden größere oder variierende Stückzahlen von einem bestimmten Produkt zubereitet. Dann gilt es, alle Zutaten aus dem Rezept zügig auf die gewünschte Menge umzurechnen. Daneben ist Interesse an Chemie nützlich, um nachzuvollziehen, wie zum Beispiel ein Gärungsprozess abläuft. Diese Inhalte werden in der dualen Ausbildung zum Konditor auch in der Berufsschule vermittelt.

Wer eine Ausbildung zum Konditor in Betracht zieht, sollte die besonderen Arbeitszeiten im Hinterkopf behalten, rät Schenk. Gerade zu Feiertagen haben Konditoren besonders viel zu tun, und in vielen Betrieben herrscht Urlaubssperre. Nach Abschluss der Ausbildung gibt es verschiedene Perspektiven, beschreibt Schenk: Als Konditor kann man ganz klassisch in einem Café arbeiten und sich zum Beispiel auf eine bestimmte Richtung wie Hochzeitstorten oder Schokolade spezialisieren. Außerdem gibt es viele Konditoren, die in der Patisserie, also der Dessert-Abteilung eines Restaurants, eines Hotels oder auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten.

Für Dierig ist jetzt schon klar: Die Ausbildung zum Konditor ist der richtige Weg. "Der Beruf ist ein Handwerk, mit dem man anderen Menschen durch Genuss Lebensfreude schenken und ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann - das macht die Arbeit so besonders."

Konditoren brauchen für die Verzierungen, zum Beispiel bei Hochzeitstorten, viel Fingerspitzengefühl.
Konditoren brauchen für die Verzierungen, zum Beispiel bei Hochzeitstorten, viel Fingerspitzengefühl. FOTO: Andriy Brazhnykov/Fotolia