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| 02:47 Uhr

"Ich wollte keinen Mädchenberuf"

Schornsteinfegermeisterin Stephanie Frenk steigt in Königs Wusterhausen aufs Dach.
Schornsteinfegermeisterin Stephanie Frenk steigt in Königs Wusterhausen aufs Dach. FOTO: Patrick Pleul
Königs Wusterhausen. Stephanie Frenk macht sich gerne die Hände schmutzig und steigt dazu auf Hausdächer: Die 35-Jährige ist eine von wenigen Schornsteinfegerinnen in Brandenburg. Als sich Frenk vor Jahren überlegte, welchen Beruf sie ergreifen will, stand für sie fest: "Ich wollte keinen Mädchenberuf. dpa/cm

" Damit meint sie Jobs, die viele ihrer Bekannten ergriffen und die zu Banken oder Versicherungen gingen. Die heute 35-Jährige wollte stattdessen etwas Handwerkliches mit Technischem kombinieren. Ihre Wahl fiel auf den Beruf des Schornsteinfegers. Dass noch heute vor allem Männer in dem Bereich tätig sind, stört sie nicht: "Alle sind total kollegial."

Nach Angaben des Schornsteinfeger-Landesinnungsverbandes sind im Land Brandenburg etwa acht Schornsteinfegerinnen tätig. Zum Vergleich: Es gibt mehr als 500 männliche Schornsteinfeger.

Frenk lebt in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) und betreut Teile der Stadt und des Umlandes. Seit 2007 arbeitet sie als gelernte Schornsteinfegerin und ist seit 2011 Meisterin. Für viele Hausbesitzer ist das ein offensichtlich ungewohnter Anblick. Wenn eine Haustür aufgeht, komme häufig der Satz, dass man einen Mann erwartet habe, berichtet sie schmunzelnd. "Die meisten sind dann freudig überrascht und fragen mich viel." Und das Ganze habe dann irgendwie auch Vorteile: "Viele Leute reagieren freundlicher und geduldiger, als sie es vielleicht bei einem Mann täten."