| 02:49 Uhr

Die Macher der Kreativen

Als Mediengestalter arbeitet Marvin Hoffmann nur bedingt kreativ. Den überwiegenden Teil der Zeit setzt er die Ideen seiner Kunden um.
Als Mediengestalter arbeitet Marvin Hoffmann nur bedingt kreativ. Den überwiegenden Teil der Zeit setzt er die Ideen seiner Kunden um. FOTO: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Berlin. Von Webseiten über Apps bis hin zu Broschüren: Das alles fertigen Mediengestalter in Digital und Print an. Der Job ist für viele Jugendliche ein Traumberuf. Wohin der Weg geht, hängt nicht zuletzt von der Spezialisierung des Betriebs ab. Tom Nebe

Marvin Hoffmann hat vor gut einem Jahr seine Ausbildung als Mediengestalter im Bereich Digital und Print abgeschlossen. Jetzt arbeitet er bei der Kommunikationsagentur A Vitamin in Berlin. Sein Arbeitsplatz ist sein Rechner. Dort setzt er mit spezieller Software Broschüren um, baut mit einem anderen Programm Grafiken oder bereitet sie auf.

"Kreativ sein muss man nur bedingt", stellt Andreas Okroy klar. Vielmehr geht es darum, Aufträge präzise und den Vorgaben des Kunden entsprechend auszuführen, erläutert der Experte von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin.

Was Auszubildende während der dreijährigen Ausbildung lernen, hängt stark von der Fachrichtung ab. Rund 80 Prozent der angehenden Mediengestalter wählen, wie auch Marvin Hoffmann, die Fachrichtung Gestaltung und Technik, erklärt Melanie Erlewein vom Verband Druck und Medien Baden-Württemberg. 15 Prozent entscheiden sich für die Fachrichtung Konzeption und Visualisierung, nur fünf Prozent für Beratung und Planung.

Wer in den Fachbereich Beratung und Planung geht, sollte kommunikativ sein. Dort sind Mediengestalter vor allem im Kundenkontakt tätig, nehmen Kundenwünsche auf und setzen sie in Entwürfe und Projektplanungen um. In der Fachrichtung Konzeption und Visualisierung ist vor allem Thema, wie die Mitarbeiter aus Ideen marketingtaugliche Konzepte und Layouts entwickeln. In der Fachrichtung Gestaltung und Technik liegt der Schwerpunkt darauf, die Kundenvorgaben gestalterisch umzusetzen. Dabei dreht sich alles um die Technik.

Die Ausbildung ist rein schulisch oder dual möglich, in Schule und Betrieb. Während die Schulen in der Regel Geld kosten, erhalten Auszubildende im dualen System eine Vergütung.

Gut 3000 Azubis haben laut Bundesverband Druck und Medien 2015 eine duale Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print begonnen. Betriebe bilden zunehmend für den Eigenbedarf aus, beobachtet Okroy. "Bei guter Leistung ist die Chance zur Übernahme da." Der IHK-Fachmann sagt aber auch: Viele Mediengestalter machen sich nach der Ausbildung selbstständig, weil sie nicht gleich Arbeit finden.

Von der Wahl des Betriebs hängt ab, ob sich Azubis im Bereich Digital oder im Bereich Print spezialisieren. Im Bereich Print erstellen Mediengestalter Dateien für den Druck. Wer sich auf den Bereich Digitales fokussiert, baut dagegen vor allem Webseiten und Apps.

Marvin Hoffmann hat seine Ausbildung bei einem Verlagshaus gemacht und sich auf den Printbereich spezialisiert. Nach dem Abschluss hörte er da auf, ging auf Arbeitssuche und fand seinen Job in der Agentur. Während der Jobsuche merkte Hoffmann: Digital versierte Mediengestalter sind noch gefragter.

Mediengestalter entwerfen fast alles, was sich drucken lässt. Kreativität ist dabei genauso gefragt wie Computerkenntnisse und Teamfähigkeit.
Mediengestalter entwerfen fast alles, was sich drucken lässt. Kreativität ist dabei genauso gefragt wie Computerkenntnisse und Teamfähigkeit. FOTO: dpa