Sie verbraucht sich vielmehr mit der ersten Kündigung. Darauf weist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hin. Er bezieht sich auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein (Az.: 6 Sa 354/13).

In dem verhandelten Fall erhielt ein Croupier bei einer Spielbank die Kündigung. Davor hatte der Arbeitgeber den Betriebsrat ordnungsgemäß angehört. Wegen eines Formfehlers war die erste Kündigung jedoch unwirksam. Daraufhin kündigte der Arbeitgeber erneut. Dieses Mal verzichtete er auf die Anhörung. Der Arbeitnehmer klagte gegen die zweite Kündigung. Er argumentierte, sie sei unwirksam, weil der Betriebsrat nicht gehört wurde.

Sowohl in erster als auch in zweiter Instanz bekam der Kläger Recht. Die erste Betriebsrats- anhörung sei mit der ersten Kündigung "verbraucht". Das Anhörungsverfahren vor dem Betriebsrat sei jeweils nur für die Kündigung wirksam, für die der Arbeitgeber es einleitet. Für die Wirksamkeit der zweiten Kündigung wäre es erforderlich gewesen, den Betriebsrat erneut anzuhören.