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Arbeiten mit schwerem Gerät

Spremberg. Aufbereitungsmechaniker sind die treibende Kraft bei der Förderung von Sand, Kohle und Naturstein. Dabei setzen sie Maschinen ein, die alle Dimensionen sprengen. Mit ihnen zu arbeiten, erfordert Sorgfalt und Gelassenheit. Johannes Laubmeier

Riesige Schaufelradbagger, kilometerlange Förderbänder und jede Menge Kohle: Der Arbeitsplatz von Martin Mischke ist ein Ort der Superlative. Der junge Mann hat im vergangenen Jahr seine Ausbildung zum Aufbereitungsmechaniker abgeschlossen. Nun ist er am Industriestandort Schwarze Pumpe in der Lausitz tätig. Dort verwandelt er für den Energieversorger Vattenfall Rohkohle in verkaufsfertige Briketts. Das Pressen erfordert viel Aufmerksamkeit und Genauigkeit: Druck, Temperatur, Qualität und Menge - alles muss stimmen, erzählt Mischke.

"Der Beruf des Aufbereitungsmechanikers wird überall da gebraucht, wo Bergbau betrieben wird", sagt Martin Wedig, Geschäftsführer der Vereinigung Rohstoff und Bergbau (VRB). Aufbereitungsmechaniker arbeiten in der Steine- und Erdenindustrie sowie im Kohlebergbau. Sie fördern Rohstoffe wie Sand, Kohle oder Naturstein und verarbeiten sie maschinell weiter zu fertigen Produkten.

Weil jeder Rohstoff anders verarbeitet werden muss, spezialisieren sie sich in einem von fünf Fachbereichen: Sand und Kies, feuerfeste und keramische Rohstoffe, Naturstein, Steinkohle sowie Braunkohle. Am Anfang der Ausbildung steht jedoch für alle eine Einführung in die Grundlagen. In der Berufsschule berechnen die Auszubildenden zum Beispiel Mischungsverhältnisse oder beschäftigen sich mit dem Brechverhalten von Gestein.

Gute Noten im naturwissenschaftlich-technischen Bereich sind deshalb Voraussetzung. "Besonders viel Wert wird auf Physik, Werken und Technik gelegt", sagt Sandy Hagenah, Expertin für Aus- und Weiterbildung bei der IHK in Duisburg. Im letzten Jahr der dreijährigen Ausbildung spezialisieren sich die Auszubildenden dann auf den Rohstoffbereich, in dem sie im Betrieb arbeiten.

Auch dort nähern sich die Auszubildenden der Materie schrittweise. Bei Vattenfall sind in den ersten anderthalb Jahren Metallbearbeitung, Elektro- und Steuerungstechnik dran. Danach geht es in die Betriebsbereiche, erklärt Hans-Georg Heise, Leiter der Ausbildungsstätte in Schwarze Pumpe. Im Tagebau lernen die Nachwuchskräfte die Bedienung der riesigen Maschinen, mit denen die Kohle abgebaut wird. "Die Anlagen, die da teilweise in Betrieb sind, sprengen alle Dimensionen", erzählt Heise.

Mit nur 54 neuen und insgesamt 153 Auszubildenden im Jahr 2013 ist der Aufbereitungsmechaniker nicht gerade ein Allerweltsberuf. Beim Energiekonzern Vattenfall, für dessen Braunkohlesparte ein neuer Eigentümer gesucht wird, wurden in diesem Jahr keine Ausbildungsplätze ausgeschrieben. Doch insgesamt ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge über die Jahre relativ konstant. Das geht aus Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung hervor.