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Unscheinbare Lebensretter: Darum sind Rauchmelder unverzichtbar

Fehlende Rauchmelder können schnell zu einer Gefahr für die Bewohner werden.
Fehlende Rauchmelder können schnell zu einer Gefahr für die Bewohner werden. FOTO: CC0 Public Domain, Jenkyll, pixabay.com
Sie sind unscheinbar, meist aus weißem Kunststoff gefertigt und hängen unauffällig an der Zimmerdecke – und haben dennoch einen großen Nutzen: Rauchmelder, auch Rauchwarnmelder genannt, können Leben retten. Erfahren Sie hier mehr über die kompakten Schutzengel und die gesetzliche Pflicht zur Installation.

In welchen Räumen Rauchmelder zu installieren sind

Laut Statistischem Bundesamt sterben in Deutschland jedes Jahr mehr als 300 Menschen aufgrund von Rauch, Feuer und Flammen. Die Mehrheit wird im Schlaf überrascht und stirbt nicht an Brandverletzungen, sondern an Rauchvergiftung. Daher müssen alle Wohnräume, in denen Personen schlafen, mit Rauchmeldern ausgerüstet sein. Dazu zählt neben dem Schlafzimmer und Kinderzimmer auch das Gästezimmer. Außerdem muss in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen, ein Warnmelder hängen. In einigen Bundesländern gilt darüber hinaus Rauchmelderpflicht für alle Wohnräume, also auch für das Wohnzimmer. Küche und Badezimmer sind von der Pflicht ausgenommen.

Vernetzte Rauchmelder für noch mehr Sicherheit

Rauchmelder schlagen mit mehr als 85 Dezibel Alarm, wenn ihre Sensoren Rauch registrieren. Besonders sicher sind Rauchmelder, die miteinander vernetzt sind. Sie geben den Alarm per Funk an alle "Kollegen" in den anderem Räumen weiter. Dann ertönt das Warnsignal auch im Schlafzimmer im ersten Stock, wenn sich unten im Flur Rauch entwickelt. Im Fall der Fälle haben die Bewohner so mehr Zeit, um zu reagieren. Die hochwertigsten Rauchmelder sind mit dem unabhängigen Qualitätszeichen „Q“ gekennzeichnet . Solche Rauchmelder sind extrem langlebig, besonders robust und nahezu fehlalarmsicher, da sie Zigarettenqualm von Rauch als Folge einer Brandentwicklung unterscheiden können.

Rauchmelder in fast in allen Wohngebäuden Pflicht

In Deutschland sind Rauchmelder mittlerweile in allen Bundesländern Vorschrift, nur in Berlin und Brandenburg laufen noch Fristen für die Installation in Bestandsbauten. Spitzenreiter bei der Ausstattung mit Rauchmeldern ist Schleswig-Holstein - mit einer Quote von 95 Prozent.

Wie sollte man sich verhalten, wenn ein Rauchmelder anschlägt? Alarmieren Sie sofort alle Bewohner und halten Sie Fenster und Türen geschlossen, um keinen Zug zu erzeugen. Alarmieren Sie die Feuerwehr und spielen Sie nicht den Helden. Versuchen Sie nicht, einen Brand zu löschen, sondern verlassen Sie in gebückter Haltung die Wohnung oder das Haus. Verdecken Sie dabei Mund und Nase nach Möglichkeit mit einem feuchten Tuch.