Allerdings sind von den zum Teil extremen Mietpreiserhöhungen längst nicht nur Studenten betroffen. In vielen deutschen Großstädten steigen die Mieten zurzeit stark an. Denn beim Abschluss eines neuen Mietvertrags dürfen Vermieter die monatliche Miete erhöhen - dass der neue Bewohner dann bis zu 40 Prozent mehr zahlt als sein Vorgänger, ist keine Seltenheit.

Es werden immer mehr Wohnungen benötigt

Und diese bisherigen Preissteigerungen scheinen noch lange nicht das Ende zu sein. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung , die sich auf Angaben des Statistischen Bundesamtes beruft, wird die Zahl der Privathaushalte in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Seit dem Jahr 1991 ist die Anzahl der Haushalte deutschlandweit um fast 15 Prozent angestiegen. Zwar werden die einzelnen Haushalte dabei kleiner (2030 soll die durchschnittliche Größe bei 1,88 Personen liegen), doch durch die vielen Single-Haushalte werden auch immer mehr Wohnungen benötigt.

Vor allem in den Innenstädten, also dort, wo es die meisten Arbeitsplätze gibt, suchen heutzutage deutlich mehr Menschen eine Mietwohnung. Damit Vermieter diese Situation nicht mehr so einfach ausnutzen und horrende Mieten verlangen können, schalten sich nun auch einige Politiker in die Diskussion ein.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück spricht sich zum Beispiel in einem Interview dafür aus, die Mieterhöhungen für Neumieter zu begrenzen. "Es geht nicht an, dass bis zu 30 Prozent mehr bei Neuvermietung verlangt werden und dadurch das gesamte Mietniveau noch weiter nach oben verlagert wird", sagt Steinbrück, der auch "bezahlbaren Wohnraum für Geringverdiener, Studenten und junge Familien schaffen" möchte. "Mieterrechte müssen gestärkt statt eingeschränkt werden", so der Kanzlerkandidat.

Vermieter wollen nichts verändern

Verbraucherschützer fordern zudem, die Preissteigerungen bei bestehenden Mietverträgen einzuschränken. Innerhalb von vier Jahren soll maximal eine Erhöhung von 15 Prozent erlaubt sein. Die kürzlich vom Bundestag beschlossene Mietrechtsreform erlaubt hingegen alle drei Jahre eine Erhöhung um 15 Prozent.

Außerdem wird gefordert, dass Vermieter weniger Anteile an Kosten für die energetische Sanierung auf die Miete umlegen dürfen.

Vermieter wehren sich jedoch gegen die aktuellen Forderungen. Die Eigentümervereinigung Haus und Grund meint sogar, dass die Entlastung der Mieter durch geringere Preise bei der Neuvermietung in Wahrheit zu einer zusätzlichen Verteuerung führen würde. "Denn wenn die Eigentümer bei einer Neuvermietung nur wenig draufschlagen dürften, müssten sie natürlich während der laufenden Mietverträge die Preise öfter anpassen", meint der stellvertretende Generalsekretär der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus und Grund Deutschland, Dr. Kai H. Warnecke. Bislang würde, laut Warnecke, der erlaubte Preissteigerungsrahmen sowieso nur selten ausgeschöpft.

Neuer Trend: Privatunterkünfte

Einige Einwohner profitieren jedoch von der derzeitigen Situation. Denn immer mehr Privatpersonen bieten Ferienhäuser und Ferienwohnungen an. Vom einfachen Schlafplatz auf dem Sofa, über ein kleines Zimmer bis hin zum ganzen Ferienhaus nutzen auch zunehmend mehr Touristen die Möglichkeit, Großstädte wie Berlin, Hamburg oder München gleichzeitig günstig zu bereisen und - auf Wunsch - durch den Familienanschluss auch die Kultur des Landes besser kennenzulernen.

Derartige Angebote gibt es allerdings längst nicht nur in Deutschland. Von Paris, über Barcelona und Rom bis hin zu New York finden Reisende zahlreiche Unterkünfte, die in der Regel nicht nur preisgünstiger sind als herkömmliche Hotels, sondern aufgrund des privaten Umfeldes auch gemütlicher und weniger unpersönlich.

Wenn Sie mehr erfahren möchten, besuchen Sie wimdu.de und informieren Sie sich über die vielen günstigen Unterkünfte in Deutschland und der ganzen Welt. Auch für Studenten, die vielleicht nur einige Monate im Jahr in der Nähe ihrer Universität verbringen müssen, können diese privaten Angebote eine echte Alternative zur überteuerten Mietwohnung sein.