Mietinteressenten mit geringen Einkommen wie etwa Studenten müssen dem Vermieter oft eine Mietbürgschaft der Eltern vorlegen. Doch die Bürgschaft bietet nicht unbedingt mehr Sicherheit als eine normale Kaution, da auch hier eine Begrenzung auf drei Monatsmieten gilt. Kann der Bürge im Fall der Fälle nicht zahlen, ist die Sicherheit sogar wertlos.

Eine Mietbürgschaft ähnelt der Kaution

Bleibt der Mieter die Miete schuldig, springt ein Dritter dafür ein. Das ist die Idee hinter einer Mietbürgschaft. Unter Umständen muss der Bürge auch für weitere Ansprüche des Vermieters aufkommen, die gegenüber dem Mieter bestehen. Das kann zum Beispiel bei Schäden in der Wohnung oder nicht vorgenommenen Schönheitsreparaturen der Fall sein.
Oft verlangt der Vermieter eine Bürgschaft von den Angehörigen des Mieters. "Häufig werden dabei nur Eltern als Bürgen akzeptiert”, so Silke Gottschalk vom Deutschen Mieterbund. Die familiäre Bindung lässt ein Vertrauensverhältnis vermuten, welches einen Rücktritt von der Verpflichtung unwahrscheinlicher macht. Doch diese Mietsicherheit ist nicht unbedingt ideal. Denn nicht selten verweist der Bürge darauf, dass eine Zahlungsforderung vom Mieter für unberechtigt gehalten werde. Vermieter können dann zwar klagen, aber das ist mühsam und kostspielig. Ein weiterer Nachteil für den Vermieter ist, dass es sich nicht um eine unbegrenzte Haftung handelt. Die Obergrenze von drei Nettomieten gilt auch hier - und zwar unabhängig davon, ob die Bürgschaft zusätzlich zur Barkaution hinterlegt wird. Die ohnehin schwer einschätzbare finanzielle Lage des Bürgen kann sich zudem jederzeit verschlechtern, sodass am Ende niemand für den finanziellen Schaden aufkommt.

Unterschiede bei Bürgschaften

Wenn Eigentümer dennoch eine Mietbürgschaft bevorzugen, sollten sie zwischen Ausfallbürgschaften und selbstschuldnerischen Bürgschaften unterschieden. Die Ausfallbürgschaft veranlasst den Vermieter, sich mit seinen Forderungen zunächst an den Mieter zu wenden. Der Bürge kann erst in Anspruch genommen werden, wenn beim Mieter kein Geld zu holen ist, und auch eine Zwangsvollstreckung keinen Erfolg gebracht hat. Bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft hingegen kann sich der Vermieter ohne Umwege an den Bürgen richten. Denn die Besonderheit dieser Bürgschaftsform ist, dass der Bürge auf die Einrede der Vorausklage verzichtet.

Entweder Bürgschaft oder Kaution

Eine Mietbürgschaft sollte schriftlich vereinbart werden. Für die Bürgschaftshöhe gilt: Es darf sich dabei um höchstens drei Nettomieten handeln. Geregelt ist dies in § 551 (1) BGB (Bürgerliches Gesetzbuch). Sollte bereits eine Kaution gezahlt worden sein, wäre eine zusätzliche Bürgschaft nichtig. Eine Ausnahme gibt es: Wenn der Mieter freiwillig einen Bürgen vorschlägt oder dieser sich selbst, ist eine zusätzliche Bürgschaft zulässig. Das gilt jedoch nur, wenn die Bürgschaft keine Bedingung für das Zustandekommen des Mietvertrages ist. "Bei einer solchen freiwilligen Bürgschaft muss der Bürge unter Umständen auch über den gesetzlich vorgegebenen Rahmen von drei Monatsmieten hinaus haften", erklärt Markus Fischer von der Stiftung Warentest. Unbegrenzt haftbar kann der Bürge auch dann sein, wenn er erst später hinzukommt. Etwa dann, wenn eine Kündigung eines bereits seit längerer Zeit bestehenden Mietverhältnisses verhindert werden soll (sogenannte Rettungsbürgschaft).

Auch Banken und Versicherungen können Mietbürgschaft stellen

Eine Alternative bieten Bürgschaften von Banken und Versicherungen. Kommt der Mieter seinen Zahlungspflichten nicht nach, wird anstelle einer Privatperson die Versicherung zur Zahlung herangezogen. Der Vorteil ist, dass sich der Vermieter um die Zahlungsfähigkeit des Bürgen keine Gedanken machen muss. Auch wird vorher die Schufa des Mieters überprüft. Zudem können spezielle Vereinbarungen getroffen werden, die die Sicherheit für den Vermieter erhöhen, indem z.B. die Bürgschaft auf erstes Anfordern ausgestellt wird. In einem solchen Fall ist der Bürge bereits dann zur Zahlung verpflichtet, wenn die Rechtmäßigkeit einer Forderung noch gar nicht feststeht. Diese Variante bedeutet jedoch ein erhöhtes Risiko auf der Seite des Mieters. Ebenso nachteilig sind die jährlichen regelmäßigen Kosten, die etwa vier bis fünf Prozent der Kautionssumme pro Jahr betragen können. Denn schließlich handelt es hierbei um eine Dienstleistung, die der Mieter bezahlen muss. Die Bürgschaftsform kann für den Mieter jedoch auch Vorteile haben. "Der Mieter muss dann nicht wie bei der Barkaution einen größeren Betrag auf einmal aufbringen”, erklärt Gottschalk vom Deutschen Mieterbund.