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Hausstaubmilben: Einrichtungs- und Haushaltstipps für Allergiker

hausfrau beim staubwischen mit dem staubwedel
hausfrau beim staubwischen mit dem staubwedel FOTO: (105312179)
Wer eine Allergie gegen Hausstaubmilben hat, ist bei der Einrichtung seines Zuhauses stark eingeschränkt. Kahlschlag muss in der Wohnung deshalb noch lange nicht herrschen. Deko- und Putz-Tipps für eine ästhetische und zugleich staubreduzierte Wohnraumgestaltung.

Die Hausstaubmilbenallergie ist laut Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst die zweithäufigste Allergieform in Deutschland - nach der Gräserpollenallergie. Dabei wissen viele nicht einmal, dass sie davon betroffen sind. So werden typische Symptome wie Atembeschwerden, Husten, Niesattacken, juckende Augen oder Halsschmerzen oftmals anderen Ursachen zugeordnet.

Das Besondere an der Hausstaubmilbenallergie: Hier lauert der Feind - anders als beim Heuschnupfen - in den eigenen vier Wänden, wobei die allergischen Reaktionen nicht durch die Milben selbst, sondern durch ihre Ausscheidungen ausgelöst werden.

Einen hundertprozentig staubfreien Wohnbereich gibt es nicht

Vorneweg: Ein komplett staubfreier Haushalt ist selbst für putzwütige Zeitgenossen nicht realisierbar. Für Allergiker geht es daher in erster Linie darum, Staubbildung weitgehend zu reduzieren.

Steht die Diagnose erst einmal fest, muss jedoch nicht nur spezielles Bettzubehör besorgt, sondern auch die vorhandene Inneneinrichtung überdacht werden, um die Symptome möglichst gering zu halten. Die tragende Säule für ein staubreduziertes Zuhause ist: ein durchdachtes Inventar, das sich auch leicht sauber halten lässt.

Weniger Staubfänger, weniger Milben

Bestimmte Wohnaccessoires verstauben besonders schnell: Dazu zählen Textilien wie Polstermöbel, Gardinen, Teppiche und Dekokissen sowie Wohnobjekte, deren Oberflächen beispielsweise schwer zu reinigende Rillen aufweisen.

Demgegenüber sind leicht abzuwischende Einrichtungsgegenstände zu empfehlen, die dennoch eine stilvolle Wohnraumgestaltung ermöglichen - wie Möbel und Accessoires aus Holz, Metall, Glas oder Keramik. Ratsam sind auch Regalsysteme mit Türen, da sie weniger als offene Regale verstauben. Und zum Stoffsofa bietet wiederum ein Ledersofa eine gute Alternative.

Bodenbelag: Teppich - ja oder nein?


Im Gewebe eines Teppichs können sich Staubpartikel einlagern - in glatten Böden aus Holz, Stein, Laminat oder PVC hingegen nicht. Dass Teppiche deswegen prinzipiell nicht für Hausstaubmilben-Allergiker in Frage kommen, gilt jedoch als überholt. Denn auch auf Bodenoberflächen bilden sich recht schnell Staubansammlungen, was einen erheblichen Putzaufwand bedeutet.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) weist entsprechend darauf hin, dass ein Teppich durchaus eine Alternative zu einem glatten Boden sein kann . Und zwar gerade, weil er Staub bindet somit die Atemluft sauberer hält. Wichtig ist jedoch, dass er kurzflorig und nicht langfaserig ist.

Ob die Wahl nun final auf einen Glattboden oder einen Teppich fällt - de facto müssen beide mehrfach die Woche sorgfältig gereinigt werden. Um Staubaufwirbelungen vorzubeugen, werden glatte Böden am besten einer Feuchtreinigung unterzogen. Teppiche können mit einem Staubsauger gesäubert werden, der einen sogenannten HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air-Filter) aufweist und damit eine Staubentwicklung beim Saugen verhindert.

Textilfreie Fensterausstattung: Leicht abwischbare Innenjalousien

Auch die Fenstergestaltung gestaltet sich etwas problematisch, da die meisten Fensterdekos aus staubanfälligen Textilien hergestellt sind. Wöchentlich die Gardinen in der Waschmaschine zu reinigen, ist auf Dauer keine praktikable Lösung. Und Sonnenschutz wie Rollos und Plissees sind bestenfalls feucht abwischbar. In seltenen Fällen dürfen sie auch einer Handwäsche unterzogen werden.

Überdenkenswert ist hier die Anschaffung von Innenjalousien aus Aluminium, die es heutzutage in vielen Farben für jeden Wohnstil gibt. Sie können feucht gereinigt und danach trockengeputzt werden. Dazu werden die Lamellen zugeklappt und ganzflächig abgewischt. Besonders gründlich ist die Reinigung mit einer angefeuchteten Jalousienbürste, mit der mehrere Lamellen bearbeitet werden.

Nach Auskunft von Livoneo sind Innenjalousien mit größerer Lamellenbreite grundsätzlich leichter zu reinigen als schmale Ausführungen, da sie nicht nur robuster sind, sondern auch eine größere zusammenhängende Reinigungsfläche bieten.

Tipps für den staubreduzierten Hausputz

Feuchtes Abwischen ist einer Trockenreinigung stets vorzuziehen, da kein Staub in die Luft gelangt und zum anderen auch gleich noch der Feinstaub effektiv entfernt wird. Hinterher sollte natürlich mit einem sauberen Lappen trocken nachgewischt werden.

Ein paar Spritzer Spülmittel sorgen beim Haushaltsputz für einen besonders guten Reinigungseffekt. Der Grund: Wenn Staub sich auf Gegenständen niederlässt, beruht dies auch auf einer elektrostatischen Anziehung. Laut Focus zeichnet sich Spülmittel durch antistatische Wirkung aus . Das heißt: Damit gereinigte Flächen bleiben etwas länger staubfrei, als wenn sie nur mit purem Wasser oder einem trockenen Tuch gesäubert werden.