| 16:08 Uhr

Einmal renovieren, dreifach profitieren – Zinsen, Förderung und Energiekosten

Wer Besitzer einer etwas älteren Bestandsimmobilie ist, sitzt stets zwischen zwei Stühlen – einerseits sind solche Häuser und Wohnungen oft wenig energieeffizient und verursachen so hohe Nebenkosten, andererseits ist eine Sanierung häufig nicht nur kompliziert, sondern vor allem teuer. Allerdings können Eigentümer dabei in vielen Fällen auf staatliche Förderung zurückgreifen, und auch die Kreditzinsen sind aktuell sehr investitionsfreundlich – nämlich niedrig.

Niedrige Zinsen…

Denn das Zinsniveau treibt Sparern derzeit Tränen in die Augen - die Nullzinspolitik der EZB führt teils zu schon nominal negativen Renditen für Bundesschatzbriefe oder Tagesgelder. Berücksichtigt man zusätzlich die Inflationsrate, sieht das Bild noch finsterer aus. Kreditnehmer hingegen dürfen sich freuen, schließlich bedeutet der Leitzins von 0,0 %, dass Banken Verbrauchern sehr niedrige Kreditzinsen anbieten können. Das führt dann im Extremfall zu kuriosen Marketing-Aktionen , in denen Kunden schon einmal weniger zurückzahlen müssen, als sie an Kredit aufnehmen. Zwar zahlt man als Kunde im Normalfall trotzdem immer noch mehr als 0 % - die Banken wollen ja schließlich auch Geld verdienen. Aber: so günstig wie im Moment waren Kredite nie zuvor, besonders wenn man Kreditsicherheiten bieten kann. Eine bei Banken besonders beliebte, weil wertstabile Sicherheit ist die Immobilie - über die Eintragung einer Grundschuld kann man so den Zinssatz noch weiter drücken.

… und staatliche Förderung

Sprich: Billiger als aktuell wird man wohl nie wieder an Kredite kommen. Gepaart damit, dass Sparen - zumindest mit sicheren Anlageformen - momentan und in absehbarer Zukunft ein Nullsummenspiel oder sogar ein Minusgeschäft ist, ergibt das ideale Voraussetzungen dafür, Wohneigentum zu renovieren. Nimmt man eine energetische Sanierung vor, darf man sich sogar mittel- bis langfristig über eine Art "Rendite" freuen, nämlich in Form von geringeren Ausgaben für Strom und Wärme, je nachdem, was für eine Maßnahme man durchführt. Und noch einen Vorteil gibt es: Viele Maßnahmen zur Energieeinsparung werden von verschiedenen staatlichen Institutionen auf unterschiedliche Art und Weise gefördert. Ein Beispiel: Wer sich dazu entscheidet, seine Heizungsanlage zu modernisieren oder auszutauschen, kann über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Förderungsprogramme in Anspruch nehmen, die sich teilweise sogar kombinieren lassen . Zusätzlich werden auch Anlagen für Solarthermie und stromerzeugende Heizungen, die den externen Energiebedarf verringern, mit Zuschüssen gefördert. Für andere Maßnahmen stellt die KfW sanierungswilligen Eigentümern neben Zuschüssen besonders zinsgünstige Kredite bereit, die Anzahl an verfügbaren Förderprodukten ist groß . Als Eigentümer kann man also durchaus von den niedrigen Zinsen profitieren und sparen - nur eben auf eine andere Weise als sonst.