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| 04:51 Uhr

Boden, Möbel, Wände
Das Kinderzimmer sicher einrichten

Sicher und nicht gesundheitsgefährdend sollten Kinderzimmer und deren Einrichtung sein. Foto: Ella Albrecht/Westend61
Sicher und nicht gesundheitsgefährdend sollten Kinderzimmer und deren Einrichtung sein. Foto: Ella Albrecht/Westend61 FOTO: Ella Albrecht
Bonn. Ein Prinzessinnen-Zimmer in Pink? Eine Räuberhöhle? Oder doch lieber Villa Kunterbunt? Vom idealen Kinderzimmer haben Eltern unterschiedliche Vorstellungen. Nur sicher soll es sein. Darauf ist zu achten: Von Sabine Metzger, dpa

- Bodenbelag: „Stürze sind die häufigste Unfallursache bei kleinen Kindern“, sagt Andreas Kalbitz von der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ . Ein weicher, federnder Bodenbelag dämpft Stürze. Daher ist Kork oder Teppich zu empfehlen, in vielen Mietwohnungen aber nicht mehr gebräuchlich. Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät: „In Absprache mit dem Vermieter sind Änderungen immer möglich. Man kann aber auch in den entsprechenden Bereichen einfach etwas auslegen.“ Vor das Bett kommt also etwa ein rutschfester Teppich.

Der sollte möglichst frei von Schadstoffen sein. Denn Teppichböden bestehen aus feinen Fasern, die Kinder mitunter einatmen oder in den Mund nehmen, erklärt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe. Auf Kunststoffe sollten Eltern daher so weit wie möglich verzichten. Zugleich achten sie bei Naturmaterialien besser darauf, dass keine Insektizide enthalten sind. Wollteppiche etwa werden oft mit Mottenschutzmittel behandelt. Eine Orientierungshilfe beim Kauf bieten Siegel wie das der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden (GUT).

- Möbel: „Mit allen Sinnen einkaufen“, rät Verbraucherschützer Bauer. „Wenn ein Teil schon im Laden stinkt, würde ich vom Kauf Abstand nehmen.“ Ein deutliches Warnsignal sei es auch, wenn Eltern über ein neues Produkt reiben und Spuren am Finger zurückbleiben.

Das beste Material für Kindermöbel sei Voll- oder Massivholz, so Bauer. „Wir warnen vor MDF-Möbeln, weil darin Leime und Lacke verwendet werden, die ausgasen.“ Generell gelte für alle neuen Möbel, dass sie nach dem Aufbau mindestens eine Woche lang an einem geeigneten Ort ausgasen sollten, bevor sie ins Kinderzimmer kommen.

Das Bett ist ein viel genutztes Möbel. Natürlich sollte auch bei der Matratze auf wenig Schadstoffe geachtet werden. Trotzdem findet Bauer: „Es muss nicht die teuerste sein. Matratzen werden relativ schnell gewechselt, weil Kinder aus ihren jeweiligen Betten herauswachsen.“ Wichtig ist dagegen der Lattenrost. „Jedes Kind nutzt sein Bett als Trampolin, der Rost muss also sehr stabil sein.“

Hochbetten sind laut Kalbitz für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet. „Die bewegen sich zu sprunghaft und können das Risiko noch nicht einschätzen.“ Auch wenn ein Kind schließlich alt genug ist, sollte man stark federnde Matratzen unbedingt vermeiden und darauf achten, dass der vorgegebene Abstand zwischen Matratze und Absturzsicherung gewahrt bleibt. Hochbetten sollten zudem - wie auch Regale und Schränke - fest in der Wand verankert sein.

Kalbitz rät Eltern, beim Einrichten „mit der Perspektive der Kinder durch das Zimmer zu gehen“. Das ist auch wörtlich zu verstehen: Wer einen Raum auf allen Vieren erkundet, gewinnt einen ganz anderen Blick auf mögliche Risiken.

- Wände: Für die Wände sollten Eltern möglichst Kalk- oder Silikatfarben einsetzen. Sie brauchen keine Lösungsmittel und sind schimmelhemmend. Auch hier gibt es Siegel zur Orientierung, etwa den Blauen Engel oder das Nature-plus-Siegel.

Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“

Informationen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg inkl. Siegel-Übersich

Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zu schadstoffarmen Betten

Andreas Kalbitz ist Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“. Foto: BAG Mehr Sicherheit für Kinder
Andreas Kalbitz ist Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“. Foto: BAG Mehr Sicherheit für Kinder FOTO: BAG Mehr Sicherheit für Kinder
Matthias Bauer ist Experte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Foto: VZ Baden-Württemberg
Matthias Bauer ist Experte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Foto: VZ Baden-Württemberg FOTO: VZ Baden-Württemberg
Thomas Fischer ist Leiter der Bereichs Kreislaufwirtschaft der Deutschen Umwelthilfe. Foto: Heidi Scherm/DUH
Thomas Fischer ist Leiter der Bereichs Kreislaufwirtschaft der Deutschen Umwelthilfe. Foto: Heidi Scherm/DUH FOTO: Heidi Scherm