Darum geht es bei der biologischen Abwasserreinigung

Genua genommen dürfte diese Methode gar nicht biologische Abwasserreinigung heißen, sondern müsste - wesentlich präziser - als biochemische Reinigung bezeichnet werden. Das liegt vor allem daran, dass neben den rein biologischen Abbauprozessen auch Abbauprozesse stattfinden, welche in der Folge einer chemischen Reaktion passieren. Natürlich gibt es verschiedene Verfahren der biologischen Abwasserreinigung, die jedoch allesamt ein Ziel haben: Die organischen Verbindungen im Abwasser sollen durch einen gezielten Abbauprozesse dem Wasser entzogen werden.

Dieser Abbau funktioniert vor allem durch den Einsatz von Mikroorganismen, welche in Verbindung mit gelöstem Sauerstoff ihre volle Wirkung entfalten. Die Rede ist hier von aeroben Prozessen sowie anaeroben Prozessen. Während der Umwandlung entstehen anorganische Verbindungen und die sogenannte Biomasse.

Verschiedene Verfahren führen zu sauberem Wasser

Natürlich gibt es zahlreiche Methoden, welche allesamt der Kategorie biologische Abwasserreinigung zugeordnet werden können. Besonders häufig kommt das Belebtschlammverfahren zum Einsatz. Außerdem gibt es noch die Turmbiologie, das aufwendige Tropfkörperverfahren und die Pflanzenkläranlage.

In der Regel kommt es bei all diesen Reinigungsformen nur selten oder gar nicht zu Störungen. Das klappt allerdings nur dann, wenn die wichtigen Kleinstlebewesen vor schädlichen Stoffen, wie verschiedenen Säuren, Giften und Laugen, ausreichend geschützt werden. Zudem muss immer genügend Nahrung für diese wichtigen Lebewesen vorhanden sein. Zu diesem Zweck muss den Lebewesen zum einen genügend Sauerstoff direkt über das Abwasser zugeführt werden und zum anderen genügend Nahrung.

Wenn die Methoden zur Reinigung das Abwassers effektiv angewandt werden, dann ist das Wasser bereits im Vorfluter so sauber, dass dort verschiedene Fischarten leben können. Hierzu muss allerdings nicht nur die richtige Methode gewählt, sondern auch besonders sorgfältig vorgegangen werden.

Wichtige Bedingungen für einen perfekten Ablauf bei der Klärung

Wie oben bereits angedeutet, muss vor allem Sauerstoff direkt im verschmutzten Abwasser enthalten sein. Diese Voraussetzung ist notwendig, damit die aeroben Prozesse einwandfrei umgesetzt werden können. Zudem muss es einen jederzeit funktionierenden Luftabschluss bei den anaeroben Prozessen geben. Natürlich wird - je nach Art und Verschmutzungsgrad des Abwassers - auch eine entsprechende Vorreinigung durchgeführt. Hierbei geht es vor allem um die Trennung von verschiedenen Feststoffen vom Wasser sowie den flüssigen Bestandteilen.

Außerdem müssen die Mikroorganismen, welche letztlich für die Reinigung des Wassers zuständig sind, vor Giften und Schadstoffen geschützt werden. Hierbei geht es nicht nur um verschiedene schädigende Chemikalien, sondern auch um Schwermetalle, welche häufig in industriellen Abwässern vorkommen. Neben diesem Schutz muss auch die Zufuhr von diversen Nährstoffen gewährleistet werden. Das funktioniert zum Beispiel durch eine regelmäßige Einleitung von neuem Abwasser mit einer anderen Zusammensetzung.

So arbeiten die wichtigen Mikroorganismen

Bei der klassischen biologischen Reinigung des Wassers wandeln verschiedene winzig kleine Organismen das verschmutzte Wasser in reines Wasser und weitere organische Bestandteile um. Die Abfallstoffe, welche der Mensch dringend loswerden möchte, dienen den Mikroorganismen als willkommene Nahrung. Außerdem kommt es zu einer Umwandlung verschiedener chemischer Stoffe in andere chemische Verbindungen. Das Endprodukte einer solchen Reinigung setzt sich unter anderem zusammen aus (erwünschten) chemischen Verbindungen und Biomasse. Welche Stoffe konkret eingesetzt werden, hängt vor allem von der Zusammensetzung des Abwassers ab. Hier kommt es darauf an, welche Abfallstoffe im Wasser enthalten sind.