Nur wer glaubhaft sein Fehlverhalten einsieht, hat Chancen die MPU zu bestehen
Sorge und Nervosität vor der MPU sind normal und nicht ganz unberechtigt, leicht zu bestehen ist die Untersuchung schließlich nicht. Die Gutachter prüfen die MPUler gründlich und besonders das psychologische Gespräch entscheidet massiv mit über das Bestehen oder Nicht-Bestehen der MPU. Neben dem psychologischen Gespräch müssen die Teilnehmer auch verschiedene medizinische Tests wie zum Beispiel Reaktionstest absolvieren, dabei gibt es jedoch kein falsch oder richtig oder bestanden und nicht bestanden.
Schneidet ein Teilnehmer in einem der Tests mal etwas weniger gut oder sogar schlecht ab, ist dies in der Regel noch nicht das Aus. Am Ende zählt der Gesamteindruck, den die Gutachter von den MPU-Teilnehmern haben. Entscheidend ist, ob ein Verkehrssünder sein Fehlverhalten einsieht und ob er glaubhaft versichern kann, dass es in der Zukunft nicht mehr vorkommt.

Rückfälle sind nicht unüblich
So sind Rückfälle nach dem Bestehen der MPU und dem Wiedererlangen des Führerscheins nämlich nicht selten. Gerade Teilnehmer, die Probleme mit Alkohol oder Drogen haben, fallen nicht selten wieder in alte Muster zurück, wenn sie die berauschenden Substanzen zur Problembewältigung eingesetzt haben. Wer zum Beispiel nach einer Scheidung viel Alkohol getrunken hat und damit am Steuer erwischt wurde, muss dem Gutachter glaubhaft versichern, dass er bei Problemen in der Zukunft eine andere Problemlösungsstrategie anwenden wird als Alkohol (der keine Problemlösungsstrategie ist).
Einfach nur zu sagen, dass sich die Probleme gelöst haben und in Zukunft nicht mehr vorhanden sein werden genügt nicht, da es nicht von Einsicht und Weitsicht zeugt. Um die MPU zu bestehen muss eine konkrete Verhaltensänderung dargelegt werden, weshalb das psychologische Gespräch auch der wichtigste Teil der MPU ist. Weitere Stationen der MPU stellen eine medizinische Untersuchung, Reaktionstests und das Ausfüllen verschiedener Fragebögen dar.

Eine gründliche Vorbereitung in MPU-Seminaren ist wichtig
Wichtig ist es, sich schon im Vorfeld gründlich auf die MPU vorzubereiten. Ohne gründliche Vorbereitung die MPU zu bestehen, gelingt den wenigsten, weshalb es das A und O ist sich bereits Wochen im Vorfeld einzulesen, Gruppenseminare zu besuchen und den Ablauf und die Erwartungen an den Prüfling während der MPU zu verstehen. Neben der Möglichkeit selber zu lernen, werden in allen großen Städten auch MPU-Vorbereitungskurse angeboten , deren Besuch überaus sinnvoll ist.
So ist es möglich sowohl Gruppen- als auch Einzelseminare zu besuchen und dort von erfahrenen Psychologen auf die Situation während der Untersuchung vorbereitet zu werden. Potenzielle Fragen der Gutachter werden gemeinsam durchgegangen und die Prüflinge für den Kern der MPU sensibilisiert: Einsicht und Reflektion sind nämlich ganz entscheidend und ohne die glaubhafte Darlegung, dass das Fehlverhalten eingesehen und nicht mehr vorkommen wird, geht es nicht!

Mit der Hilfe von Experten die MPU bestehen
Natürlich sind diese MPU-Vorbereitungskurse mit Kosten verbunden und kosten je nach Umfang zwischen 500 und 1.000 Euro. Das Geld ist jedoch gut investiert, da die Vorbereitung alleine bei weitem nicht so effektiv ist. Wer es sich allerdings nicht leisten kann, diese Summe aufzubringen, der sollte intensiv mit den Materialien, die zum Beispiel beim TÜV oder im Internet zur Verfügung stehen, selber lernen und sich eventuell (wenn finanziell möglich) ein bis zwei Stunden beim Verkehrspsychologen gönnen, die mit rund 100 Euro die Stunde zu Buche schlagen. Diese Zeit mit dem Experten kann dann genutzt werden, um Fragen zu stellen und um ebenfalls für das Entscheidende während der MPU sensibilisiert zu werden.
Wer darauf hofft, die MPU auszusitzen und darauf zu warten, dass sie verjährt, der braucht eine Menge Ausdauer. Die MPU verjährt nämlich nicht im klassischen Sinne, sondern der Eintrag aus der Akte wird irgendwann gelöscht. Dies dauert allerdings zehn Jahre mit der Besonderheit, dass diese zehn Jahre erst nach einer Frist von fünf Jahren nach Anordnung der MPU beginnen. In diesen fünf Jahren darf sich der Verkehrssünder keines Delikts im Straßenverkehr schuldig machen, weder als Fußgänger noch als Fahrradfahrer. Dann verlängert sich die Frist nämlich und die fünf Jahre beginnen erneut. Wer tatsächlich mindestens 15 Jahre auf einen Führerschein verzichten kann, der kann diese Variante wählen, um die MPU zu umgehen, die meisten Menschen sind auf ihren Führerschein aber angewiesen und es bleibt ihnen nichts anderes übrig als zur MPU anzutreten.