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| 16:53 Uhr

Auto verkaufen
Auto verkaufen trotz Finanzierung – So geht’s

Der Kredit für das Fahrzeug läuft noch, der Kfz-Brief wurde der Bank als Sicherheit ausgehändigt und nun soll oder muss das Fahrzeug veräußert werden. Kreditnehmer stellen sich die Frage, ob und wie sich ein finanziertes Auto verkaufen lässt oder, welche anderen Lösungsmöglichkeiten sich bieten.

Die Zulassungsbescheinigung Teil II ist generell das wichtigste Dokument für den Käufer, denn aus ihr geht hervor, ob der Verkäufer auch der Eigentümer ist. Die Bank gibt diese Sicherheit jedoch nicht eher heraus, bis die Kreditsumme vollständig getilgt ist. Dennoch zeigen sich in der Praxis verschiedene Lösungsansätze, je nachdem, an welche Käuferklientel das Auto veräußert werden soll und auch der Verkaufszweck kann die richtige Vorgehensweise aufzeigen. Nachfolgend sind die gängigen Methoden, ein Auto trotz laufender Finanzierung zu verkaufen, erklärt. Von Bedeutung für einen geplanten Verkauf ist generell die Kenntnis über die Restkreditsumme und den voraussichtlich zu erzielenden Verkaufserlös.


Umschuldung zu einem Kredit ohne Verwendungszweckbindung
Will der Kreditnehmer das finanzierte Auto privat verkaufen, so bietet sich die Umschuldung des laufenden Autokredites bei einer anderen Bank an. Im Klartext heißt das: Es wird ein neuer Ratenkredit, diesmal ohne Zweckbindung zur freien Verwendung beantragt. Dieser kann dann zur Ablösung des bestehenden Kredits eingesetzt werden und die Bank händigt den Kfz-Brief aus.

Im Vorfeld sollte in jedem Fall mit der aktuell finanzierenden Bank Kontakt aufgenommen und das Anliegen erörtert werden. Dabei kann auch geklärt werden, ob für den vorzeitigen Ausstieg aus dem Kreditvertag eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet wird. Diese richtet sich laut Gesetz nach der Restlaufzeit und beträgt maximal 0,5% der Restschuld, wenn die verbleibende Laufzeit kürzer als 12 Monate ist und maximal 1%, wenn die Restlaufzeit länger als 12 Monate dauert. Eine Bankbestätigung über die Ablösesumme wird zudem für die Beantragung eines Umschuldungskredits benötigt.

Die Summe für den Umschuldungskredit ergibt sich aus dem abzulösenden Restbetrag und einer etwaigen Vorfälligkeitsentschädigung. Es können zudem weitere Kosten einkalkuliert werden, z.B. ein Wertgutachten für das zu verkaufende Fahrzeug, Abmeldegebühren oder Ähnliches. Ist die derzeitige Bank mit einer Umschuldung einverstanden, können unverbindliche und schufaneutrale Kreditanfragen bei verschiedenen Anbietern für den Ratenkredit gestellt werden. Das funktioniert heute ganz einfach über Online-Kreditrechner und Vergleichsseiten. Beim Blick auf die Konditionen kommt es auf den effektiven Jahreszins an, da in dieser Größe die Gesamtkreditkosten enthalten sind. Auch Sonderkonditionen wie vorzeitige Rückzahlung ohne Vorfälligkeitsentschädigung, z.B. durch jederzeit kostenlose Sondertilgungen in unbegrenzter Höhe, sind richtig viel Geld wert. Kostenfreie Ratenpausen machen das Kreditleben bei finanziellen Engpässen leichter.

Bevor die neue Kreditanfrage gestellt wird, ist die Schufa-Selbstauskunft einzuholen, mit der sich der Kreditnehmer auf den aktuellen Stand seiner Bonität bringen kann. Denn den Umschuldungskredit gibt es von deutschen Banken in der Regel nur, wenn keine negativen Einträge vorliegen. Außerdem ist der Schufa-Score vielfach bedeutend für die Einschätzung nach bankeninternen Bonitätskriterien, die wesentlich über den erhältlichen Kreditzins entscheiden. Wer in der Vergangenheit bereits Defizite bei der Rückzahlung des bestehenden Kredits hatte, für den kann es mitunter schwierig werden, den neuen Umschuldungskredit zu erhalten. Auch der neue Kredit will abbezahlt werden.

Ist der passende Ratenkredit gefunden und genehmigt, löst die neue Bank den Restkredit ab, der Kreditnehmer erhält den Kfz-Brief und kann das Auto an eine Privatperson verkaufen. Den Verkaufserlös sollte er am besten direkt in eine Sondertilgung reinvestieren, um den Umschuldungskredit schneller abzubezahlen.

Der Vollständigkeit halber soll erwähnt werden, dass ein Privatkäufer die laufende Fahrzeugfinanzierung auch übernehmen könnte. Hier braucht es die Zustimmung der Bank, die zunächst die Voraussetzungen prüft. Diese Variante kommt jedoch seltener vor.


Inzahlunggabe bei Neuwagenkauf
Läuft die Autofinanzierung für den aktuellen Wagen über einen Händler und dessen Autobank, die den Kfz-Brief verwahrt und der Kreditnehmer möchte beim gleichen Händler ein höherpreisiges Neufahrzeug erwerben, so besteht die Möglichkeit, den derzeit finanzierten Wagen zurückzugeben, wenn die Autobank zustimmt. Diese Inzahlungnahme kommt einer Anzahlung oder Verrechnung gleich, der Kaufpreis bzw. die Finanzierungssumme für den Neuwagen mindert sich um den aktuellen Gegenwert des vorhandenen Fahrzeuges. Je höher dieser liegt, umso größer ist die Ersparnis. Dazu wird ein fachmännisches Wertgutachten, meist durch den Händler selbst, erstellt. Wer sicher gehen möchte, dass der Wert korrekt ist, kann zusätzlich einen neutralen Gutachter beauftragen.

Anders verhält es sich, wenn der Kreditnehmer das finanzierte Fahrzeug bei einem beliebigen Händler im Rahmen einer Neuwagenfinanzierung in Zahlung geben möchte. Da der Kfz-Brief noch bei einer anderen Bank liegt, muss dieser erst ausgelöst werden. Das erledigt der Händler durch Zahlung der Restkreditsumme, ggf. inklusive Vorfälligkeitsentschädigung. In diesem Fall kann jedoch keine Anrechnung auf den neu zu finanzierenden Wagen erfolgen, da die Restschuld des Altkredits mit dem Gegenwert des überlassenen Fahrzeugs verrechnet wird. Je niedriger dieser ist, umso höher fällt die Kreditsumme für die neue Autofinanzierung aus.


Zulassungsbescheinigung Teil II dem Käufer nachreichen
Ein neuer Kredit als Autokredit oder zweckfreier Kredit zur Umschuldung ist nicht jedermanns Sache. Manche wollen das finanzierte Fahrzeug einfach nur verkaufen, ohne sich finanziell weiter an Banken zu binden. Wie heißt es so treffend: Wer nach Lösungen sucht, kann sie auch finden. Hier liegt der Fokus darauf, mit der Bank auf einen gleichen Nenner zu kommen und letztlich eine Win-Win-Situation für beide Parteien zu erreichen.

Das funktioniert über eine (schriftliche) Vereinbarung, in der die Bank dem Kreditnehmer erlaubt, das Fahrzeug zu verkaufen und vom erzielten Erlös die Restkreditsumme inklusive der Vorfälligkeitsentschädigung sofort zu begleichen. Sollte der Gegenwert des Fahrzeuges die Verbindlichkeiten nicht decken, so ist der Differenzbetrag ebenfalls vom Kreditnehmer direkt aufzubringen.

Mit dem Käufer muss sich der Kreditnehmer darauf einigen, dass er den Kfz-Brief direkt nach Erhalt nachreicht. Dies sollte am besten schriftlich und mit Fristsetzung für die Übergabe des Briefes an den Käufer geschehen. Ein schriftlicher Kaufvertrag ist bei gewerblichen wie auch privaten Käufern unerlässlich. Hier können die einzelnen Verpflichtungen der Parteien genau aufgeführt und mittels Unterschrift bestätigt werden. Das verschafft dem Käufer auch rechtliche Sicherheit. Eine Bestätigung der Bank, dass sie den Fahrzeugbrief nach Erhalt der ausstehenden Summe an den Kreditnehmer übermittelt, stärkt das Vertrauen in den Verkäufer zusätzlich. Vorab kann die Bank dem Kreditnehmer eine Kopie der Zulassungsbescheinigung Teil II aushändigen, damit sich der potentielle Käufer über alle relevanten Daten und die Eigentumsverhältnisse informieren kann. Die Abmeldung oder Zulassung des Fahrzeugs ist jedoch erst mit dem Original-Dokument möglich.