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| 19:45 Uhr

Altersvorsorge
So geht Rente ab 63

 Durch freiwillige Beitragszahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung können Arbeitnehmer hohe Abschläge vermeiden.
Durch freiwillige Beitragszahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung können Arbeitnehmer hohe Abschläge vermeiden. FOTO: dpa / Monika Skolimowska
Berlin. Freiwillige Beiträge machen frühen Berufsausstieg möglich.

Schon mit 63 in Rente, und das ohne Abschläge – davon träumt mancher Arbeitnehmer. Das ist möglich durch zusätzliche freiwillige Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung. Dies wird immer mehr genutzt: Im letzten Jahr nahm sie dadurch 290 Millionen Euro Beiträge ein, fast zehnmal so viel wie 2015. Denn das kann sich lohnen.

Wo liegt das Problem? Das normale Rentenalter wird stufenweise auf 67 Jahre hochgesetzt. Der Jahrgang 1954, der in diesem Jahr 65 wird, erreicht die Regelaltersgrenze erst mit 65 Jahren und acht  Monaten. Ab dem Jahrgang 1964 liegt sie bei 67 Jahren. Wer mindestens 35 Jahre Beiträge gezahlt hat, kann zwar schon mit 63 in Rente gehen. Aber das hat seinen Preis: Für jeden Monat des vorzeitigen Bezugs wird sie dauerhaft um 0,3 Prozent gekürzt. Jüngere müssen mit bis zu 14,4 Prozent weniger Rente auskommen.

Wie sieht der Ausweg aus? Durch freiwillige Beitragszahlungen können die Abschläge vermieden werden. Früher war dies erst ab dem 55. Lebensjahr möglich, seit Mitte 2017 bereits ab 50. Es bietet sich an, Abfindungen oder ausgezahlte Lebensversicherungen zu verwenden.

Wie viel muss gezahlt werden? Wer interessiert ist, kann bei der Rentenversicherung eine „besondere Rentenauskunft“ beantragen. In ihr steht, wie hoch voraussichtlich die Rente beim geplanten vorzeitigen Rentenbeginn ausfällt, wie hoch die Minderung ist und welche Sonderzahlung erforderlich wird, um dies zu vermeiden. Die Formel hierfür ist im Gesetz festgelegt. Es muss nicht unbedingt der volle Betrag geleistet werden. Möglich ist auch ein Teil, der dann die Rentenminderung auch nur teilweise ausgleicht. Regelmäßige Ratenzahlungen sind nicht vorgesehen, wohl aber eine mehrfache Einzahlung. Für Ostdeutschland hat die Deutsche Rentenversicherung Bund noch keine Beispielrechnung. Hier lohnen sich Sonderzahlungen nach Einschätzung der Stiftung Warentest besonders, weil bis 2025 die Rentenerhöhungen besonders hoch ausfallen.

Wer bietet dazu Beratung? Die gesetzliche Rentenversicherung, insbesondere ihre Auskunfts- und Beratungsstellen, die es an größeren Orten gibt.

Was ist bei der Steuer zu beachten? Die Sonderbeiträge können von der Steuer abgesetzt werden, aber nur innerhalb bestimmter Grenzen. Daher kann es sinnvoll sein, die Zahlungen auf mehrere Jahre zu verteilen. Auch dazu bietet die Rentenversicherung Rat.

Wann lohnt sich eine Sonderzahlung? Entscheidend ist, wie alt der Versicherte wird. Das Verbraucherportal finanztip.de nennt als Faustformel: Wer während des Berufslebens etwa 35 Prozent Einkommensteuer zahlt und während der Rente noch 20 Prozent, bei dem hat sich die Einzahlung nach gut 17 Jahren Rente gelohnt. Durch die Sonderzahlung fällt auch die Witwen- oder Witwerrente höher aus.

Muss ich unbedingt früher in Rente gehen? Nein. Wer trotz Sonderzahlung bis zur Altersgrenze weiterarbeitet, bekommt im Alter mehr Rente. Das kann angesichts der derzeit niedrigen Zinsen eine lohnenswerte Geldanlage sein. Eine Erstattung von Beiträgen ist aber nicht möglich.

 Durch freiwillige Beitragszahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung können Arbeitnehmer hohe Abschläge vermeiden.
Durch freiwillige Beitragszahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung können Arbeitnehmer hohe Abschläge vermeiden. FOTO: dpa / Monika Skolimowska