Dabei ist das Freibad längst nicht der einzige Ort, an dem sich die rastlose Frau einbringt.

Bei Veranstaltungen des Altdöberner Feuerwehrvereins sieht man Renate Klausch ebenso helfend im Einsatz, wie bei Aktivitäten des örtlichen Heimatvereins. „Warum soll ich meine Hilfe verweigern, wenn diese benötigt wird“, stellt sie klar. „Außerdem bin ich gern unter Menschen und freue mich, meinen Beitrag für ein erfülltes Vereinsleben zu leisten“, so die Altdöbernerin, der man ihr Geburtsjahr 1943 nicht anmerkt.

Dabei ist es ihr egal, womit und an welche Brennpunkte sie gerufen wird: Ob mit Schrubber und Besen, als Kellnerin, am Kuchenstand, hinter dem Tresen oder eben am Kassenhäuschen im Freibad. „Wenn ich gefragt werde und Zeit habe, bin ich zur Stelle“, sagt Renate Klausch. Und die Zeit nimmt sich die Rentnerin, obwohl diesem Personenkreis eingestanden wird, eigentlich niemals Zeit zu haben. An ein Schlüsselerlebnis ihres ehrenamtlichen Engagements kann sich die in Peitzendorf geborene und aufgewachsene Frau nicht erinnern. Das zwischen Altdöbern und Reddern gelegene Dörfchen präsentiert sich bis heute als überschaubarer Ort, von dem behauptet wird, dass dort die Plinse nur auf einer Seite gebacken werden – (weil auf der anderen Straßenseite keine Häuser stehen).

Lebhafter ging es da schon in der neuen Heimat Klein Jauer zu. Unter der Regie der Ortsgruppe des DFD (Demokratischer Frauenbund Deutschlands) galt es Fastnachts-, Kirmes- und Kindertagsveranstaltungen vorzubereiten und durchzuführen. Renate Klausch konnte und mochte sich den neuen Herausforderungen zur aktiven Mitarbeit schon damals nicht entziehen. Als wollte sie die unvergesslichen Momente konservieren, organisierte sie elf Jahre lang die geselligen Jauer-Treffen, nachdem die Dörfer Klein- und Groß Jauer Mitte der 80er Jahre dem Braunkohletagebau weichen mussten. Begegnungen mit Personen, die sie lange Zeit nicht gesehen hat, zählen für die Altdöbernerin stets zu den lebens- und liebenswerten Augenblicken. Unerschrocken geht sie auf Personen zu und sucht den Kontakt zu Menschen. Sich in ihre Neubauwohnung einzuigeln kommt Renate Klausch nicht in den Sinn. „Dazu habe ich Zeit, wenn ich gebrechlich bin“, sagt sie. So lange es die Gesundheit zulässt und Leute meine Hilfe benötigen, bin ich zur Stelle, beteuert die rührige Renate.

Sie hofft, dass es auch im kommenden Jahr eine Freibadsaison gibt, um an der Seite von Petra Thole und Gerda Thun zuverlässigen Dienst im Kassenhäuschen zu leisten. Mit regelmäßigen Rad- und Wandertouren sowie wöchentlichen Teilnahmen an Gymnastikkursen hält sie sich für kommende Aufgaben fit und kann es kaum erwarten, wenn ihr die Leute spätestens 2012 wieder zurufen: „Na, fährst du wieder ins Freibad?“