"Ich will Gerechtigkeit" - mit diesen Worten lehnte der Anwalt des Angeklagten den Vorschlag ab. Der Prozess wird am 19. November mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Dann soll auch das Urteil verkündet werden. Kollegah wird vorgeworfen, einen Mann zusammengeschlagen zu haben. In der Nacht zum 30. Juni 2013 war Kollegah mit einem anderen Rapper und begleitet von seinem Bodyguard in einer Diskothek im oberbayerischen Freilassing aufgetreten. Als das Trio das Tanzlokal verließ, rief ein unbekannter Gast "Du Hurensohn". Daraufhin soll das Trio einen Mann mit Fäusten auf den Kopf geschlagen haben. Das Opfer war aber laut Anklage nicht der Gast mit dem beleidigenden Ausspruch. Nachdem das Zufallsopfer bereits zu Boden gegangen war, traten die Angreifer laut Anklage mehrfach auf sein Gesicht und den Oberkörper ein.

Ganz anders die Version des Rappers. Sein Anwalt präsentierte sechs Zeugen, die alle gesehen haben wollen, wie Kollegah von den beiden vermeintlichen Opfern und drei weiteren Discobesuchern getreten wurde. Gegen die beiden Mitangeklagten wurde das Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt.