Bereits zuvor war Frank Böhm mehrfach für mehrere Tage von zu Hause fortgeblieben, aus diesem Grund hatte seine Familie erst nach Tagen Vermisstenanzeige erstattet.

Am 10. September erhielt die Polizei den bisher einzigen Hinweis auf seinen möglichen Aufenthaltsort: Ein Forstarbeiter fand an einem Waldweg in der Nähe von Koblenz (Gemeinde Lohsa) am Knappensee einen dort abgestellten Citroën. „Als dieser nach mehreren Tagen immer noch unberührt da stand, meldete er seinen Fund“, so Kriminalhauptkommissar Torsten Beck. Es stellte sich heraus, dass es sich um Frank Böhms Wagen handelte. In den Tagen zuvor waren mit der Geldkarte des Großpostwitzers geringere Beträge an Geldautomaten der Umgebung abgehoben worden, bis das Konto leer war, so Beck. Geldkarte, Brieftasche und Papiere des Vermissten fanden sich in dem Fahrzeug, außerdem Decke, Angelzeug, Zigaretten und Schlüsselbund.

Seither gibt es keine Lebenszeichen mehr von Frank Böhm. Gerade im Gebiet rund um den Knappensee gebe es aber viele Gartenanlagen, Bungalows und Ferienhäuser, in denen sich der Vermisste eine Zeit lang verborgen gehalten haben könnte, sagt der Polizeibeamte.

Die Polizei bittet gerade jetzt im Frühjahr, auf Anzeichen zu achten, die Hinweise auf den Aufenthalt eines „ungebetenen Gastes“ geben könnten. Das können Lebensmittel oder Kleidung sein, die fehlen, aufgebrochene Türen oder Feuerstellen.

Hinweise nimmt die Polizei in Bautzen (03581/468224) entgegen oder jede Polizeidienststelle. Uwe Menschner