Als "wirklich bedeutenden Fund, der weitere Mosaiksteinchen der Geschichte in den letzten Kriegstagen liefert", bezeichnet Christoph Malcherowitz den Fund der Maschinenteile bei Forst. Er ist nicht der Einzige, der sich mit der Absturzstelle beschäftigt hat.

Bereits im Juni hatte Thomas Bußmann vom Cottbuser Flugplatzmuseum Theorien zu der Geschichte des Flugzeuges aufgestellt. Doch beide Geschichtsforscher wussten nichts voneinander und kamen zu unterschiedlichen Schlüssen. Während Bußmann von einem russischen Schulungsflugzeug ausging, scheint nach langen Recherchen für Malcherowitz nun klar: "Bei den Flugzeugteilen handelt es sich um Reste eines amerikanischen B-17-Bombers." Wahrscheinlich sei das Flugzeug an der Bombardierung von Cottbus im Februar 1945 beteiligt gewesen. Malcherowitz war durch die Befragung von Zeitzeugen auf die Spur der Maschine gekommen. So hatte ein Mann dem ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger und Vorsitzenden des historischen Vereins zu Peitz bei Recherchen zur jüngeren Geschichte von einem amerikanischen Bomber erzählt, der im Notabwurf Bomben über den Peitzer Teichen fallengelassen hatte. "Ein zweiter Zeitzeuge berichtete von einem Flugzeug mit brennenden Motoren", so Malcherowitz. Mit Hilfe von moderner Messtechnik wie GPS konnte er nun in mühevoller Kleinarbeit eine Richtung ausrechnen, die das Flugzeug genommen haben musste. "Wir fanden letztlich zwei Einschlagslöcher."

Das größere sei bis zu drei Meter tief und 50 Meter im Durchmesser gewesen. Zeitgleich war jedoch auch Thomas Bußmann auf die Spur der Flugzeugüberreste gekommen und hatte den von Malcherowitz entdeckten Sternmotor zunächst geborgen. Inzwischen haben die beiden Geschichtsforscher jedoch Kontakt aufgenommen und alle nötigen Schritte eingeleitet. "Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege ist informiert und der Fund ist ebenfalls amerikanischen Behörden gemeldet worden", erläutert der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger. Denn per Vertrag ist der Umgang mit den Überresten amerikanischer Kriegstechnik geregelt. Sie bleiben laut Malcherowitz im Besitz der USA. Von den deutschen Behörden werde der Motor nun eingelagert. Dennoch freut sich der Peitzer Geschichtsforscher über den Fund.

"Egal was am Ende mit dem Motor passiert. Wir haben ein Mosaiksteinchen, um Teile der wenig dokumentierten Ereignisse der letzten Kriegstage zusammenzusetzen", erklärt Malcherowitz seine Intention. Die gelte es der Nachwelt zu erhalten, bevor Zeitzeugen und Dokumente nicht mehr zu finden sind.

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Zum ThemaNach aktuellen Recherchen von Christoph Malcherowitz handelt es sich bei dem bei Forst gefundenen Flugzeug um eine amerikanische B 17. Der Geschichtsforscher ist an Berichten von Zeitzeugen im Zusammenhang mit dem Flugzeug interessiert. Am 21. Oktober um 19 Uhr hält Malcherowitz in der Peitzer Amtsbibliothek einen Vortrag, bei dem er auf den Fund bei Forst eingehen will.