Die Initialen "MD" lassen erahnen: Das glänzende Schmink etui samt Lippenstift gehörte einst Marlene Dietrich. Doch das Kunstforum Halle zeigt nicht nur, womit die "Femme Fatale" ihren Kussmund verschönerte. Knapp 450 teils originale Exponate geben anlässlich seines 130. Jubiläums Einblick in eines der meist verkauften Schminkutensilien, erklärte die Leiterin des Kunstforums Halle, Anke Bachmann. Auf zwei Etagen sind die für viele Frauen unverzichtbaren Stücke - vom handlichen Stift mit Schiebeverschluss bis zum Etui samt Spiegel und Opernglas - hinter Glasvitrinen zu sehen. Seit 1883 kennt man den Lippenstift in seiner heutigen Form. Erstmals sei der in Seidenpapier gewickelte Fettstift auf der Weltausstellung vor 130 Jahren in Amsterdam mit einer einfachen Schiebefunktion präsentiert worden, sagte Bachmann. Damals war das noch ein Luxusprodukt.

Doch bereits vor dem 19. Jahrhundert waren gefärbte Lippen in Mode. So hätten im alten Ägypten Frauen wie Nofretete ihre Münder mit flüssigen Materialien umrahmt, sagte Bachmann. Das wertvollste Stück in der Ausstellung sei ein edler Stift samt goldener Hülle und Puderdose. Preiswertere Modelle seien vor allem in den 1960er-Jahren auf den Markt gelangt.

"Aber auch wenn sich die Mode verändert - es verändert sich nicht, dass der Lippenstift dabei ist", sagte der Besitzer des Lippenstiftmuseums in Berlin, René Koch. Egal, ob Schauspieler wie einst Marylin Monroe mit knallig-roten Lippen oder Gruselrocker wie heutzutage Marylin Manson mit schwarzem Mund - sie alle lieben den Lippenstift.

Denn: "Er erzeugt Stimmungen und ist zugleich Blickfang", so Koch. Einer Umfrage zufolge benutzen ihn 78 Prozent der deutschen Frauen. 2012 gaben die Deutschen 64 Millionen Euro dafür aus - 5,6 Prozent mehr als 2011.

Unter dem Motto "Lippenbekenntnisse - 130 Jahre Lippenstift" können sich Besucher noch bis zum 10. November vom Wandel des Lippenstiftes überzeugen.